Erstes Projekt kurz vor Fertigstellung
Gebäudetyp-e: Ein Haus fast ohne Heizung
- Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, Dr. jur. Michael Kern, Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt, und Alexander Bendzko, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH. (v.l.).
- Foto: StMB
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
- Bauminister Bernreiter besichtigt Baustelle in Ingolstadt
- 19 Pilotprojekte in ganz Bayern mit unterschiedlichen Ansätzen
- Ziel: Bauen vereinfachen, Kosten senken, Bürokratie abbauen
BAYERN (pm/nf) - Mit dem Gebäudetyp-e geht Bayern voran und erprobt neue Bau- und Wohnformen. Beim „Haus fast ohne Heizung“ werden nun erste Ansätze umgesetzt.
Im „Konzept2226“ sollen Gebäude möglichst ohne Heizung, Lüftung und Kühlung auskommen. Baukosten, Energieeffizienz und Lebenszykluskosten werden so optimiert. Erst am gebauten Beispiel können die in der Theorie erarbeiteten Vereinfachungen und Abweichungen getestet werden.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter: „Bei diesem Projekt haben engagierte Bauherren gemeinsam mit erfahrenen Planern innovative Konzepte entwickelt, die das Bauen vereinfachen und Kosten senken. Schon jetzt ist klar: Der Verzicht auf eine Unterkellerung oder auf eine aufwändige Gebäudetechnik beeinträchtigt nicht die Wohnqualität des Gebäudes. Im Gegenteil – dadurch wird der Betrieb kostengünstiger. Davon profitieren auch die Mieter.“
Der Bauherr, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG), verzichtet beim „Haus fast ohne Heizung“ auf eine zentrale Heizung und kombiniert diese reduzierte Gebäudetechnik mit einer einfachen und massiven Baukonstruktion. Das Gebäude wird aus Wärmedämmziegeln mit Stahlbetondecken und Flachdach errichtet. Die Planung sieht überwiegend sortenreine und rückbaubare Materialien vor, auf Verbundwerkstoffe wird verzichtet. Besonders hervorzuheben ist das energieeffiziente Konzept: Das Haus wird ohne zentrale Heizung gebaut. Für die kältesten Tage ist eine elektronische Flächenheizung mit sogenanntem Heizpapier als Notfall vorgesehen. Die Planung folgt dem sogenannten „2226-Konzept“, das eine ganzjährige Raumtemperatur zwischen 22 und 26°C ohne zusätzliche Heiz- oder Kühlsysteme ermöglicht. Ein Mobilitätskonzept ermöglicht Stellplätze einzusparen und so das Gebäude ohne Untergeschoss zu errichten. Die Abstellräume der Wohnungen werden in die Freianlagen integriert. Diese Maßnahmen sparen Kosten im Bau, im Betrieb und am Ende der Lebensdauer beim Rückbau: Wieviel genau soll hier in der Praxis erprobt werden.
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