Stadt Nürnberg würdigt Dr. Heinz Sebiger

Dr. Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der DATEV eG (l.) und Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg enthüllen im Beisein von Familienangehörigen sowie DATEV-Vorstandsmitgliedern das Straßenschild der neuen ,,Dr.-Heinz-Sebiger-Straße". (Foto: Kurt Fuchs / DATEV eG)
 
Eröffnung DATEV IT-CAMPUS am 17. April 2015 in der Fürther Straße 111 (v.l.): Dr. Robert Mayr, Dr. Heinz Sebiger und Prof. Dieter Kempf. (Foto: Kurt Fuchs/Datev eG)

NÜRNBERG (pm/nf)  Die Stadt Nürnberg ehrt ab dem heutigen Freitag, 9. März 2018, den verstorbenen Ehrenbürger, Datev-Gründer und IT-Pionier Dr. Heinz Sebiger in besonderer Weise: Im Beisein von Familienangehörigen sowie des Datev-Vorstands hat Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, am Tag des 95. Geburtstags des Verstorbenen die Umbenennung eines Teilstücks der Mendelstraße in „Dr.-Heinz-Sebiger- Straße“ vorgenommen.

Dr. Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der Datev eG erklärte bei der kurzen Feierlichkeit: „Wir sind sehr stolz und glücklich, dass die Stadt damit das Lebenswerk und die große Bedeutung unseres Gründers in solch herausragender Weise ehrt.“Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas betont: „Dr. Heinz Sebiger war ein Visionär und Pionier der Digitalen Transformation. An den heute hochaktuellen digitalen Themen bis hin zur IT-Sicherheit hat er bereits vor Jahrzehnten gearbeitet. Mit der Datev eG hat er eines der bedeutendsten, innovativsten und beschäftigungsstärksten Unternehmen in der Metropolregion Nürnberg geschaffen.“
Die Namensgebung bezieht sich auf das Teilstück der Mendelstraße zwischen Fürther Straße und Adam-Klein-Straße. In direkter Nachbarschaft war die Datev von Sebiger vor 52 Jahren gegründet worden. Vor vier Jahren wurde auf der anderen Straßenseite der Datev IT-Campus 111 mit Parkhaus eröffnet. Sebiger hatte die Datev 1966 als Genossenschaft gegründet und von einer kleinen Selbsthilfeorganisation zu einem der größten Softwarehäuser und IT-Dienstleister in Deutschland aufgebaut. Als er nach 30 Jahren den Vorstandsvorsitz an seinen Nachfolger Prof. Dieter Kempf übergab, zählte die Genossenschaft im Geschäftsjahr 1996 bereits über 4.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von einer knappen Milliarde DM (989 Millionen DM).

Sebiger gilt als einer der drei deutschen IT-Pioniere neben Konrad Zuse und Heinz Nixdorf.
Auch wenn von Cloud-Technologien Mitte der 1960er Jahre noch lange nicht die Rede war, so hatte Sebiger mit der Idee der zentralen Datenverarbeitung den Weg dafür bereitet: Um die Effizienz von Buchhalterinnen und Buchhaltern deutlich zu erhöhen, hatte der damalige Steuerbevollmächtigte die Idee, die elektronische Verarbeitung von Buchführungsdaten in einem eigenen berufsständischen Rechenzentrum zu bündeln und durch eine Genossenschaft selbst zu verantworten. Zu Sebigers Lebenswerk gehört auch sein steter Kampf gegen den Steuerdschungel. Immer wieder erinnerte er die jeweiligen Bundesregierungen an deren Versprechen, Steuergesetze zu vereinfachen und zu professionalisieren.

Neben seiner Verantwortung für die Genossenschaft hatte Sebiger zahlreiche Ehrenämter inne: Als Präsident der Steuerbevollmächtigtenkammer Nürnberg und der heutigen Steuerberaterkammer, denen er zusammen 30 Jahre lang vorstand und deren Ehrenpräsident er war. Von 1975 bis 1995 gehörte er dem Präsidium der Bundessteuerberaterkammer an. Im Jahr 1980 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden, 1988 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg verlieh Sebiger 1986 die Ehrendoktorwürde, und 1997 wurde er zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Nürnberg ernannt.
Außerdem erhielt er als Auszeichnungen die Ehrennadel in Gold des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes sowie den Ehrenring in Gold der Bundessteuerberaterkammer, der 2007 erstmals für ein Lebenswerk vergeben wurde. 2008 erhielt der Japanfreund und -kenner den „Orden der Aufgehenden Sonne am Band“ im Namen des japanischen Kaisers für seine Verdienste um die IT-Unterstützung des Steuerberater-Berufsstands in Japan.
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