Brennerblockade am Ferienwochenende
Autofahrer müssen sich auf massive Störungen einstellen

Die Brenner-Autobahn ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. (Archivbild) | Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Die Brenner-Autobahn ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. (Archivbild)
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BAYERN (Sabine Dobel/dpa/ak) – Die geplante Totalsperre der Brennerautobahn am Samstag, 30. Mai, fällt mitten in die Pfingstferien und wird den Reiseverkehr in Süddeutschland erheblich beeinträchtigen. Zwischen 11 und 19 Uhr ist die A13 in Tirol in beiden Richtungen dicht, für Lastwagen bereits ab 9 Uhr. Behörden, Polizei und der **ADAC** rechnen mit Staus weit über die Grenzregion hinaus und raten dringend davon ab, an diesem Wochenende Richtung Süden aufzubrechen oder von dort zurückzufahren. Schon an den Tagen davor und danach wird mit starkem Verkehr gerechnet.

Tirol bereitet sich auf eine mögliche Überlastung des Straßennetzes vor. Bei Bedarf könnten Grenzübergänge dosiert oder vorübergehend geschlossen werden, um ein völliges Kollabieren des Verkehrs zu verhindern. Eine solche Maßnahme sei nur bei extremen Störungen vorgesehen, heißt es aus Innsbruck, doch ausschließen will sie niemand.

Ausweichrouten bieten kaum Entlastung. Neben der Autobahn werden auch die Brennerstraße B182 und weitere Strecken für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wer kleinere Straßen nutzen will, muss ein konkretes Ziel im Gebiet nachweisen. Großräumige Umfahrungen ab Rosenheim oder dem Inntaldreieck wären theoretisch möglich, doch auch über Gotthard, San Bernardino, Reschenpass, Felbertauern oder die Pyhrnautobahn drohen Überlastungen. Die Tauernautobahn A10 ist nur eingeschränkt geeignet, zudem gelten dort Abfahrtsverbote. Für Pässe wie Timmelsjoch oder Stallersattel raten Experten vom Ausweichverkehr ab.

Auslöser der Sperre ist eine Demonstration von Anwohnern gegen die stetig wachsende Verkehrsbelastung im Wipptal. Erstmals hat ein Gericht eine Kundgebung direkt auf der Autobahn genehmigt. Initiator ist Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der 1.400‑Einwohner‑Gemeinde Gries am Brenner, dessen Aktion inzwischen internationale Aufmerksamkeit erhält.

Auch wer nur in den Süden Bayerns oder in die Berge möchte, muss mit erheblichen Behinderungen rechnen. Die Autobahn GmbH warnt vor Staus auf der A8, der Inntalautobahn A93 sowie auf der A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen und der A7 Richtung Füssen. Das Landratsamt Rosenheim rechnet mit Rückstaus weit vor den Grenzübergängen.

Um vorbereitet zu sein, aktiviert das Landratsamt am Samstag ab 7 Uhr einen Katastrophenschutzsonderplan. Eine Koordinierungsgruppe soll die Lage beobachten, Versorgungsmaßnahmen organisieren und sicherstellen, dass Rettungsdienste einsatzfähig bleiben.

Der Bahnverkehr über den Brenner soll dagegen regulär laufen. Einschränkungen sind bislang nicht angekündigt, weshalb mehrere Verkehrsverbände die Bahn als Alternative empfehlen. Eine Sitzplatzreservierung wird angeraten.

Für Reisende mit Hotel- oder Campingbuchungen gibt es keine einheitlichen Sonderregeln. Der Branchenverband DEHOGA rät, sich frühzeitig mit dem jeweiligen Betrieb in Verbindung zu setzen. Kulanz sei möglich, aber abhängig von den individuellen Vertragsbedingungen. Grundsätzlich liege das Risiko bei Verkehrsproblemen meist beim Gast.

Wer trotz aller Warnungen fahren muss, sollte ausreichend Getränke, Proviant und einen vollen Tank einplanen. Stauforscher Michael Schreckenberg empfiehlt, im stockenden Verkehr gleichmäßig zu fahren, nicht abrupt zu bremsen und Abstand zu halten, um Stauwellen zu vermeiden.

Schleichwege über Landstraßen sind keine Lösung. In Teilen Oberbayerns und Tirols gelten Abfahrts- und Durchfahrtsverbote, um Anwohner zu schützen. Die Polizei kündigt ein Vorgehen mit Augenmaß an, will aber vor allem Gefahrenlagen verhindern und die Einsatzfähigkeit von Rettungskräften sichern.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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