Söder in Texas
Bayerns Ministerpräsident findet bei der Nasa späte Bestätigung
- Bei der NASA in Houston fühlt sich Weltraum-Fan Söder sichtlich wohl.
- Foto: Sven Hoppe/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Houston – Markus Söder wirkt an diesem Morgen ungewöhnlich gelöst. Im Kontrollzentrum der Nasa in Houston, dort, wo in wenigen Tagen die Mondmission „Artemis 2“ gesteuert wird, steht der CSU-Chef zwischen blinkenden Anzeigen und historischen Missionspulten und nimmt sichtbar zufrieden die Szenerie in sich auf. Für den bekennenden Weltraumfan ist der Besuch mehr als ein Programmpunkt seiner USA-Reise – er ist ein Moment der Genugtuung.
Auslöser dafür sind zwei neue Vereinbarungen zwischen der Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Beide Seiten wollen künftig enger zusammenarbeiten, insbesondere bei der Steuerung von Raumfahrzeugen, die auch ohne ständige Verbindung zur Erde operieren können. Schon jetzt verbindet eine Standleitung das texanische Kontrollzentrum mit dem Standort bei München, dessen Name für viele Amerikaner ein Zungenbrecher bleibt. Auf den Bildschirmen steht deshalb schlicht „Munich“.
Söder sieht in den neuen Absprachen eine Bestätigung seiner bayerischen Raumfahrtstrategie. Vor einigen Jahren sei diese noch belächelt worden, sagt er. Heute sei Bayern ein gleichberechtigter Partner von Esa und Nasa. Im Trainingszentrum der US-Behörde könne man gut erkennen, wohin sich die Branche entwickle – und dass der Freistaat dabei eine Rolle spiele.
Der Rückblick zeigt, warum Söder dieser Moment wichtig ist. 2018 hatte er unter dem Titel „Bavaria One“ ein umfangreiches Raumfahrtprogramm angekündigt. Damals hagelte es Spott: Von „Größenwahn“ war die Rede, von „Mondfahrt“ und politischen Prioritäten, die an der Lebenswirklichkeit vorbeigingen. Inzwischen sind die Töne verstummt. Bis 2030 fließt eine Milliarde Euro in die bayerische Raumfahrtstrategie, eingebettet in die sieben Milliarden Euro schwere Hightech-Agenda. Rund um München und Augsburg ist ein Cluster entstanden, das jährlich etwa zwölf Milliarden Euro Umsatz erzielt und rund 40.000 Menschen beschäftigt. In Oberpfaffenhofen soll ab 2028 zudem ein Mondkontrollzentrum entstehen.
Neben Forschung und Industrie profitiert auch die Wissenschaft. 13.000 neue Studienplätze und 1.000 Professuren wurden geschaffen, viele davon in Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Künstliche Intelligenz, Bio-Life-Sciences und Defense Tech.
Den Auftakt seiner Reise hatte Söder allerdings nicht im Hightech-Umfeld, sondern auf einer Ranch unweit von Houston. Kaum gelandet, tauchte er ein in die Welt der Cowboyhüte, Stiefel und Barbecue-Buffets. Ein Westernreiter zeigte Kunststücke mit dem Lasso, Söder posierte mit goldglänzender Gürtelschnalle. Bayern und Texas hätten viel gemeinsam, sagte er – beide wirtschaftsstark, beide stolz auf ihre Traditionen. Washington sei weit weg von Texas, Berlin weit weg von Bayern.
Eine Nachricht dürfte den Gastgebern besonders gefallen: Im Frühherbst 2026 eröffnet in der Metropolregion Dallas–Fort Worth das erste Original-Hofbräuhaus in Texas. Weltweit gibt es bislang zehn Standorte, der erste wurde 1902 in New York eröffnet.
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