Junge Beschäftigte unter Druck
Generation Z zeigt deutlich höheres Stressempfinden
- Viele Arbeitnehmer empfinden ihre Jobs als stressig - je jünger, desto häufiger. (Symbolbild)
- Foto: Oliver Berg/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
GARCHING (dpa/lby/ak) – Die Kluft zwischen den Generationen zeigt sich nicht nur in Arbeitsstilen oder Erwartungen an den Job, sondern auch im Umgang mit Belastungen. Eine neue, repräsentative Yougov‑Umfrage im Auftrag der Lebensversicherung Swiss Life legt offen, dass junge Menschen in Deutschland deutlich stärker unter Stress leiden als ältere Beschäftigte.
Fast die Hälfte der Generation Z – also der Jahrgänge 1997 bis 2007 – gab an, sich im Beruf, im Studium oder in der Ausbildung «eher hoch» oder «sehr hoch» belastet zu fühlen. Mit 48 Prozent liegt ihr Anteil mehr als doppelt so hoch wie bei den Babyboomern, von denen sich lediglich 20 Prozent als gestresst einstuften. Befragt wurden im vergangenen Oktober 2.004 Menschen ab 18 Jahren.
Die Ergebnisse zeichnen ein nahezu lineares Bild: Je älter die Befragten, desto geringer das Stressempfinden. Zwischen Millennials, Generation X und den Babyboomern verschiebt sich die Belastung Schritt für Schritt nach unten. Die Gründe dafür benennt die Studie nicht im Detail, doch die größere berufliche Erfahrung und ein gefestigter Umgang mit Druck dürften eine Rolle spielen.
Stress bleibt jedoch kein abstraktes Gefühl. 82 Prozent aller Teilnehmenden berichteten, in den vergangenen drei Monaten mindestens eine körperliche Folge gespürt zu haben. Am häufigsten genannt wurden Kopfschmerzen, gefolgt von Schlafstörungen und innerer Unruhe. Die Zahlen zeigen, wie eng psychische und körperliche Belastungen miteinander verknüpft sind.
Swiss‑Life‑Deutschlandchef Dirk von der Crone sieht darin ein Warnsignal. Trotz technologischem Fortschritt und der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, klagten viele Menschen über hohe Belastungen. Das sei bemerkenswert, zumal psychische Erkrankungen seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit zählen. Unternehmen könnten nach seiner Einschätzung mehr tun, um gegenzusteuern. Rund 23 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Betrieb keinerlei Angebote zur Stressreduktion gebe. Wo es Maßnahmen gibt, beschränken sie sich meist auf flexible Arbeitszeiten oder die Option, von zu Hause aus zu arbeiten.
Die Umfrage zeigt damit nicht nur ein Stimmungsbild, sondern auch eine Herausforderung für Arbeitgeber. Während ältere Beschäftigte offenbar gelassener durch den Arbeitsalltag gehen, ringt die jüngste Generation um Stabilität – und macht deutlich, dass moderne Arbeitswelten nicht automatisch zu weniger Belastung führen.
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