Schock für Arbeitnehmer
Großer Autobauer droht Beschäftigten mehrere Nullrunden an

Die schönste Arbeit macht keine Freude, wenn man sich finanziell immer mehr einschränken muss, weil es keine Lohnerhöhungen mehr gibt. | Foto: Liubomir - stock.adobe.com (Symbolbild)
  • Die schönste Arbeit macht keine Freude, wenn man sich finanziell immer mehr einschränken muss, weil es keine Lohnerhöhungen mehr gibt.
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Wolfsburg (dpa/vs) - Eine statistisch aktuell nicht erfasste Zahl an Angestellten in nicht tarifgebundenen Unternehmen kennt das: Sie müssen wegen der schlechten Wirtschaftslage ihres Arbeitgebers teilweise seit vielen Jahren auf Steigerungen bei ihren Löhnen und Gehältern verzichten. Doch jetzt plant genau das ein wirtschaftliches Schwergewicht. Was ist bekannt und was sagt die Gewerkschaft dazu?

VW-Beschäftigten drohen nach Darstellung der Industriegewerkschaft Metall jahrelange Nullrunden beim Gehalt. Es gebe Pläne, die Gehälter der weltweit mehr als 660.000 Beschäftigten bis 2030 einzufrieren, schreibt die IG Metall in einer Mitteilung auf ihrer Website. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» darüber berichtet.

«Der Europäische- und Weltkonzernbetriebsrat (E/WKBR) informierte heute im Intranet die Belegschaften über das Vorhaben des Konzernvorstandes», heißt es in der Mitteilung. Der Konzernvorstand habe «die Personalverantwortlichen weltweit zu "Nullrunden bis 2030" angewiesen, also dazu, das aktuelle Tarifniveau einzufrieren und jegliche Entgelterhöhungen auszusetzen». Diese neue Vorgabe sei bereits gültig, sie greife seit Anfang Oktober.

Der VW-Konzern breche damit mit der bisherigen Praxis, die in den weltweiten Personalkostenbudgets stets einen Inflationsausgleich vorgesehen und zudem laufend tarifliche Entgelterhöhungen einkalkuliert habe, kritisierte die IG Metall.
Die Gewerkschaft befürchtet Reallohnverluste von mindestens zehn Prozent, sollte die Pläne verwirklicht werden.

Tarifverhandlungen beginnen

Im Volkswagen-Konzern beginnen voraussichtlich Ende November die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag. Verhandelt wird laut IG Metall sowohl über den VW-Haustarif als auch über den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, der unter anderem für Audi, MAN und Porsche greift. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld.

Der Europäische- und Weltkonzernbetriebsrat nannte das Vorgehen des Konzerns absurd und verwies auf eine bisher fehlende Positionierung der Arbeitgeberseite für die Tarifverhandlungen. Die Betriebsräte erinnerten daran, dass die Personalkosten nur einen Bruchteil der Umsatzkosten ausmachten. Eine Stellungnahme von Volkswagen lag zunächst nicht vor.

Konzern steckt in riesigem Umbruch

Erst vor knapp einem Monat hatte Volkswagen fast alle Tarifverträge vor den jetzt anstehenden Verhandlungen gekündigt. Der Konzernvorstand will in den kommenden Jahren weltweit 50.000 Stellen streichen - zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Konkrete Programme müssen aber erst mit den Arbeitnehmern ausgehandelt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen.

Bereits bei den Tarifverhandlungen 2024 hatten es neben Stellenstreichungen eine Nullrunde für 130.000 VW-Beschäftigte gegeben. Analog zum Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie fließt ein Gehaltsplus von fünf Prozent in zwei Stufen in einen Fonds und nicht auf die Konten der Angestellten

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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