Iran-Krieg greift auf ganze Region über
Neue Fronten von der Türkei bis zum Indischen Ozean

Die israelischen Streitkräfte greifen Ziele im Libanon an. | Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
  • Die israelischen Streitkräfte greifen Ziele im Libanon an.
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Teheran/Tel Aviv/Beirut (dpa) – Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat sich binnen weniger Tage zu einem Flächenbrand entwickelt, der weite Teile des Nahen Ostens und sogar Regionen weit darüber hinaus erfasst. Raketen, Drohnen und Marineoperationen prägen eine Lage, die zunehmend unüberschaubar wird und deren Ende nicht absehbar ist.

In der Nacht zum Donnerstag setzten die USA und Israel ihre Angriffe auf Ziele im Iran fort. Teheran wiederum nahm erneut kurdische Gruppen im Nordirak ins Visier, während die israelische Armee ihre Luftschläge gegen Stellungen der Hisbollah im Libanon intensivierte. In Israel wächst zugleich die Sorge, dass eine Bodenoffensive im Nachbarland bevorstehen könnte.

Ausweitung der Kampfzone

Besonders brisant war der Abschuss einer ballistischen Rakete, die am Mittwoch Kurs auf die Türkei genommen hatte. Nach Informationen der New York Times sollte sie den Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik treffen, wurde jedoch von einem Abwehrsystem abgefangen. Der Vorgang markiert eine neue Eskalationsstufe, die auch innerhalb des Bündnisses Alarm ausgelöst hat.

Ali Vaez, Leiter des Iran-Programms der International Crisis Group, sieht eine klare Strategie Teherans: Der Iran versuche, den Konflikt auf die gesamte Region auszuweiten, um die Kosten für Washington und dessen Verbündete zu erhöhen. Die Angriffe auf Golfstaaten und US-Stützpunkte deuteten darauf hin, dass Teheran eine schnelle Ausweitung des Drucks anstrebe.

Warnungen vor einer neuen Fluchtbewegung

Die Chefin der Internationalen Organisation für Migration, Amy Pope, warnte Europa vor einer möglichen Migrationskrise. Konflikte in unmittelbarer Nähe des Kontinents könnten binnen Tagen zu massiven Fluchtbewegungen führen. Entscheidend sei, ob der Krieg anhalte, sich weiter ausbreite und zivile Infrastruktur zerstört werde. Erste Anzeichen innerstaatlicher Vertreibungen gebe es bereits.

Militärische Operationen im Irak und diplomatische Appelle

Im Irak meldete das iranische Militär den Beschuss von Stellungen kurdischer Oppositionsgruppen. Drei Raketen seien auf deren Hauptquartier abgefeuert worden. Der regierungsnahe Sender Press TV veröffentlichte Aufnahmen, die Einschläge in Stellungen „anti-iranischer Separatisten“ zeigen sollen. Parallel dazu wiesen die USA Berichte zurück, Präsident Donald Trump erwäge eine Bewaffnung kurdischer Gruppen für einen Aufstand gegen Teheran.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron appellierte an Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, von einer Bodenoffensive im Libanon abzusehen. Die territoriale Integrität des Landes müsse gewahrt bleiben, zugleich müsse die Hisbollah ihre Angriffe einstellen. Macron forderte eine Rückkehr zum Waffenruheabkommen.

Angriffe auf Seewege und steigende Ölpreise

Auch auf See spitzt sich die Lage zu. Vor der Küste Kuwaits kam es zu einer Explosion an einem Tanker. Der Kapitän meldete eine Detonation an der Backbordseite, kurz bevor ein kleines Boot flüchtete. Öl tritt aus, die Besatzung blieb unverletzt. In den vergangenen Tagen waren im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman mehrfach Schiffe getroffen worden. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge ist inzwischen stark eingeschränkt, was bereits zu steigenden Weltmarktpreisen für Öl und Gas führt.

Evakuierungen in Katar

In Katar wurde die Umgebung der US-Botschaft vorsorglich evakuiert. Seit Beginn des Krieges feuert der Iran immer wieder Raketen und Drohnen auf das Emirat ab. Die Behörden brachten Anwohner in sichere Unterkünfte.

Der Konflikt, der erst am Samstag offen ausgebrochen ist, hat sich in kürzester Zeit zu einem regionalen Krieg entwickelt, dessen Dynamik kaum noch kontrollierbar wirkt.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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