Rückkehr in die Heimat?
Syrer bleiben lieber hier

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BERLIN (dpa/mue) - Die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit sinkt, allerdings eher durch Einbürgerung als durch Ausreise.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, hielten sich Ende November 940.401 Syrerinnen und Syrer in Deutschland auf. Mehr als die Hälfte von ihnen - 512.348 syrische Staatsbürger - verfügte über einen Schutzstatus, beispielsweise als Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge. Die anderen waren auf anderer Grundlage im Land, etwa mit einer Niederlassungserlaubnis, einer Duldung oder, wenn das Asylverfahren noch lief, mit einer Aufenthaltsgestattung.

Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren im Ausländerzentralregister (AZR) insgesamt noch rund 974.000 syrische Staatsbürger gespeichert. Syrien gehörte in den vergangenen drei Jahren zu den Hauptherkunftsländern von Menschen, die in Deutschland eingebürgert wurden. Wenn jemand die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhält, wird sein Name nicht mehr im AZR gespeichert, auch dann nicht, wenn er seine ursprüngliche Staatsangehörigkeit behält beziehungsweise sein Herkunftsstaat ihn weiter als Staatsbürger betrachtet.

Abschiebeoffensive gefordert

Die CSU im Bundestag hatte in einem Beschlusspapier für eine Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon erklärt, für die meisten Syrer mit vorübergehendem Bleiberecht entfalle nach dem Ende des Bürgerkriegs in dem Land der Schutzgrund. 2026 müsse es eine Abschiebeoffensive geben - auch nach Syrien. Seit Dezember wurden drei Straftäter von der Bundespolizei begleitet per Linienflug nach Syrien abgeschoben.

Ende November lebten laut Bundesregierung 10.253 ausreisepflichtige syrische Staatsangehörige in Deutschland, 884 von ihnen besaßen keine Duldung. Eine Duldung wird ausgestellt, wenn die Abschiebung eines ausreisepflichtigen Ausländers vorübergehend ausgesetzt ist. Das kann aus verschiedenen Gründen erfolgen, etwa zur Vermeidung der Trennung von Familien, aufgrund rechtlicher oder praktischer Hindernisse - zum Beispiel, weil Reisepapiere fehlen - oder wenn der Betroffene krank ist.

Zwar suchen immer noch Syrer Schutz in Deutschland, doch ihre Zahl ist gesunken seit im Dezember 2024 der langjährige Machthaber Baschar al-Assad durch die Islamistenmiliz HTS gestürzt wurde.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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