Wohnungsnot steigt dramatisch: Erlangen bringt Maßnahmen für mehr soziale Förderung auf den Weg

Der Bedarf an sozialen Mietwohnungen ist allgemein gestiegen, der Bestand in der Regel jedoch stark zurückgegangen. Foto: © ArTo / Fotolia.com
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ERLANGEN (pm/mue) - Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt war jüngst ein zentrales Thema im Sozialausschuss des Erlanger Stadtrats.

Mit einer Kommunalen Mietpreisbremse, der Anpassung der so genannten Kosten der Unterkunft für Bezieherinnen und Bezieher des Arbeitslosengeldes II und der Schaffung neuer Verfügungswohnungen sollen nun weitere Schritte für bezahlbaren Wohnraum folgen. „Die von der Abteilung Wohnungswesen vorgelegten Zahlen sind nach wie vor dramatisch: Lag die Zahl sozialer Mietwohnungen in Erlangen im Jahr 2000 noch bei knapp 5.400, war sie 2017 auf knapp über 3.000 zurückgegangen“, so Bürgermeisterin Elisabeth Preuß. Durch erfolgreich abgeschlossene Baumaßnahmen zeichne sich für 2018 zwar eine leichte Verbesserung ab, den starken Rückgang von Sozialwohnungen in den vergangenen Jahren könnten diese Maßnahmen bislang aber nicht ausgleichen. Stark angestiegen sei auch der Bedarf nach sogenannten Verfügungswohnungen, die Obdachlosen zur Verfügung gestellt werden. Auch hier sind die Kapazitäten nach Darstellung des Sozialamts nahezu erschöpft.

Neue Mietobergrenzen

Um die Herausforderung nachhaltig anzugehen, werden in Erlangen bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. So hat der Stadtrat eine verbindliche 30-Prozent-Quote für sozialen Wohnungsbau geschaffen. Diese gilt dann, wenn Baurecht für 24 oder mehr Wohneinheiten neu geschaffen wird. Mit einem Gutachten brachte der Sozialausschuss nun eine Kommunale Mietpreisbremse auf den Weg – demnach soll sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAU dazu verpflichten, ihre Praxis einer sozial ausgewogenen Mietpreispolitik beizubehalten. Dabei soll für einen Zeitraum von fünf Jahren verbindlich festgesetzt werden, dass die GEWOBAU sowohl bei geförderten als auch bei frei verfügbaren Wohnungen die Mieten um maximal zehn Prozent erhöht. Darüber hinaus hat der Ausschuss eine Verbesserung bei den Verfügungswohnungen angestoßen: Im Gebäudekomplex Wöhrmühle, der derzeit für obdachlose Durchreisende genutzt wird, sollen Verfügungswohnungen für größere Familien entwickelt werden. Für die Personengruppe der Durchreisenden, die in den vergangenen Jahren stark rückläufig ist, wird eine bedarfsgerechte Betreuungsalternative geschaffen.

Zu dem vom Sozialausschuss beratenen Maßnahmenbündel gehört ferner die Festsetzung neuer Mietobergrenzen für die Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II. Diese wurden nach 2014 neu ermittelt und nun angehoben. Wie es in einer Presseerklärung der Stadt heißt, werden so die in den vergangenen Jahren erfolgten Mietpreissteigerungen in Erlangen besser berücksichtigt. Oberbürgermeister Florian Janik: „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bleibt die große soziale Herausforderung in unserem Land und in Erlangen. Neubaumaßnahmen sind dabei besonders wichtig, aber wir müssen auch die Entwicklungen im Wohnungsbestand im Blick behalten. Mit den nun angestoßenen Maßnahmen flankieren wir den Neubau von bezahlbarem Wohnraum wirkungsvoll."

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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