Von der Werkbank zur Weltmarke
Stadtmuseum zeigt 100 Jahre BRUDER Spielwaren
- Paul Heinz Bruder (li.), Inhaber des Spielwarenherstellers BRUDER Spielwaren GmbH + Co. KG, und Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth.
- Foto: Stadt Fürth/Claudia Wunder
- hochgeladen von Arthur Kreklau
FÜRTH (pm/ak) – Im Stadtmuseum Fürth öffnete am Mittwoch, 7. Oktober, eine Ausstellung, die ein Stück regionaler Industriegeschichte erzählt. Unter dem Titel „Von der Werkbank zur Weltmarke – BRUDER Spielwaren: 100 Jahre Fürther Unternehmensgeschichte“ zeigt das Museum bis Sonntag, 4. April 2027, wie aus einer kleinen Werkstatt in Burgfarrnbach ein international tätiger Spielwarenhersteller wurde. Originale Exponate, Modelle und eine große Spielfläche laden dazu ein, die Entwicklung des Unternehmens aus nächster Nähe zu erleben.
Die Geschichte beginnt 1926, als der arbeitslos gewordene Elektriker Paul Bruder mit einer Handstanze Metall‑Stimmenplättchen für die Spielwarenindustrie fertigt. Hersteller aus Fürth und Zirndorf setzen seine Plättchen in Spielzeugtrompeten ein – der Grundstein für ein Familienunternehmen ist gelegt. In den 1950er Jahren stellt Sohn Heinz die Produktion auf Kunststoff um und entwickelt erste eigene Spielzeuge, die vor allem bei Schaustellern und in der Süßwarenindustrie gefragt sind. 1975 tritt BRUDER auf der Nürnberger Spielwarenmesse erstmals als eigenständige Marke auf und findet mit Kleinspielzeugen, Wasserpistolen, Mundharmonikas, Traktoren und Kränen großen Anklang.
Mit dem Einstieg von Diplom‑Ingenieur Paul Heinz Bruder 1987 beginnt die dritte Generation, das Konzept modellgetreuer Fahrzeuge im Maßstab 1:16 weiterzuentwickeln. Lizenzkooperationen folgen, das Unternehmen wächst. 2000 eröffnet BRUDER ein Vertriebsbüro in den USA, 2014 kommt ein Produktionsstandort im tschechischen Pilsen hinzu. Heute arbeiten rund 500 Beschäftigte am Stammsitz in Burgfarrnbach an Spielzeugen, die weltweit verkauft werden.
Bei der Präsentation der Ausstellung dankte Paul Heinz Bruder Oberbürgermeister Thomas Jung für dessen Initiative und dem Museumsteam für die Umsetzung. Ein Jahrhundert Familienunternehmen sei Tradition und zugleich Verpflichtung, die Spielwarenproduktion in der Region zu erhalten. Jung hob die „eindrucksvolle Schau“ und die besondere Familiengeschichte hervor – vom regionalen Handwerk bis zum globalen Marktführer, der dennoch fest in Fürth verwurzelt geblieben sei.
Der Eintritt zur Sonderausstellung beträgt drei Euro, ermäßigt zwei Euro.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.