Wasser als Zukunftsfrage
Projekt „WasserVision“ macht Halt am Gymnasium Stein
- In der Aula des Gymnasiums Stein informierten sich Jugendliche über das Thema Wasser.
- Foto: Roland Beck
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Stadt Stein (pm/ak) – Im April war das bundesweite Umweltbildungsprojekt „WasserVision“ im Landkreis Fürth zu Gast. In der Aula des Gymnasiums Stein beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler einen Vormittag lang mit der Frage, wie eine nachhaltige und gerechte Wasserversorgung gelingen kann – und welche Rolle jeder Einzelne dabei spielt.
Landrat Bernd Obst machte gleich zu Beginn deutlich, wie angespannt die Lage in Mittelfranken ist. Er sprach von einer „fränkischen Sahara“, die stark auf Wasserlieferungen von außen angewiesen sei. Rund 30 Millionen Kubikmeter Trinkwasser werden jährlich aus Regionen wie dem Donau‑Ries in den Wirtschaftsraum gepumpt – etwa doppelt so viel, wie der Kleine Brombachsee fasst. Das Überleitungssystem soll den trockenen Norden Bayerns mit Wasser aus dem Süden versorgen.
Obst verwies auf Probleme, die sich besonders in heißen Sommern zeigen. Während viele Haushalte ihre vertrockneten Rasenflächen wässern, sinken die Pegelstände in den Hochbehältern teils kritisch ab. Gleichzeitig werde über vermeintlich hohe Wassergebühren geklagt, während im Supermarkt teures Flaschenwasser gekauft werde. Leitungswasser sei nicht nur günstiger, sondern werde auch strenger kontrolliert.
Erster Bürgermeister Kurt Krömer griff diesen Punkt auf. Die Wasserversorgung müsse in kommunaler Hand bleiben, sagte er, und warnte vor einer Privatisierung. Das heimische Trinkwasser werde anhand von mehr als 120 Parametern geprüft – deutlich mehr als bei vielen abgefüllten Produkten.
Die Moderatoren Patrick Dujardin und Björn Wiele vom Verein „Die Multivision e. V.“ führten durch das Programm. Sie verdeutlichten, wie knapp die Ressource weltweit ist: Obwohl zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt sind, sind nur 0,4 Prozent als Süßwasser nutzbar. Der tägliche Pro‑Kopf‑Verbrauch in Deutschland liegt bei rund 120 Litern. Klimawandel, Bevölkerungswachstum und ungleiche Verteilung verschärfen die Lage.
„WasserVision“ will junge Menschen für diese Zusammenhänge sensibilisieren. Das Projekt, unterstützt unter anderem von Help – Hilfe zur Selbsthilfe, Hamburg Wasser und dem Deutschen Städtetag, fand in drei 90‑minütigen Durchgängen statt.
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