Schnuppertauchgang für Altenfurter Inklusionsschwimmer
Gerätetauchen mit einer Behinderung? Geht das denn überhaupt?

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Unsere Inklusionsschwimmer wollten darauf eine eigene Antwort finden. Wir nehmen es schon einmal vorweg: Ja, es geht ganz ausgezeichnet und ist besonders empfehlenswert!

Aufbauend auf ihre gesammelten Schwimmerfahrungen in der Altenfurter Inklusionsschwimmgruppe, konnte den Sportlern ein schon lange geäußerter Wunsch erfüllt werden: das "richtige" Tauchen in sicherer Umgebung mit Kompressionsluftflasche, Neoprenanzug, Atemregler im Mund und "gaaanz" langen Flossen an den Füßen.
Die Schwimm- und Tauchabteilung des TSV Altenfurt e.V. hat diesen Wunsch zum Anlass genommen und mit gesammelter Unterstützung durch das Trainerteam und die Zusammenarbeit mit einer Tauchschule an der Umsetzung gefeilt. Um die Kosten dieser Tauch-Schnupperstunde zu decken, wurden die gewonnenen Preisgelder der Inklusionsschwimmgruppe aus dem letzten Jahr herangezogen.
Für die passende Ausstattung und Kleidung in der jeweiligen Größe konnte der TSV Altenfurt auf die Hilfe der Friendly Divers aus Fürth zurückgreifen, welche sich am Vorabend des Tauchgangs viel Zeit genommen hatten, jeden einzelnen Teilnehmer individuell zu beraten und mit dem benötigten Tauchzubehör einzukleiden.
Johann, einer der Schwimmtrainer, erklärte in einer kurzen Theoriestunde vorab die wichtigsten Dinge rund um das Gerätetauchen und nachdem keine Fragen mehr offen waren, fühlten sich alle „bereit“, wobei das Anziehen der "skinny" geschnittenen Neoprenanzüge noch eine ganz individuelle Herausforderung darstellte.
Es wurde ein kurzer Zwischenstopp an Land für ein Vorher-Gruppenfoto als Erinnerung eingelegt und dann ging es auch schon los. Der absenkbare Beckenboden der Sprunggrube des modernen Langwasserbads wurde auf 4 Meter herabgelassen. Der Einstieg erfolgte von allen höchst professionell, wie zuvor gelernt, rückwärts vom Beckenrand. Nach ersten Schwebeerfahrungen an der Wasseroberfläche ging es nacheinander langsam mit dem Kopf unter Wasser und zum ersten Mal stellte sich das komplett neue Gefühl vom unbeschwerten Atmen unter Wasser ein.
Irgendwann ging es dann für alle auch immer weiter hinunter bis auf die erstaunliche Tiefe von 4 Metern. Johann und Robin, die beiden erfahrenen Taucher, leiteten die kleine Gruppe an und begleiteten diese bei allen Schritten unter Wasser. Kommunikation ohne Worte und Schreiben auf Tafeln unter Wasser war für die Teilnehmer neu und faszinierend. Auch Spiele mit Tauchgegenständen sorgten dafür, dass die insgesamt verbrachten 85 Minuten unter Wasser an diesem Abend kurz erschienen. Im Übrigen wurden acht Flachen Pressluft verbraucht. Der Austausch von Erfahrungen und Erlebtem ließ das Entkleiden und Aufräumen länger dauern, als das Anziehen und die Vorbereitungen im Vorfeld ;-)
Wir danken ganz besonders dem Team des Langwasserbads Nürnberg, das an diesem Abend besondere Geduld bewiesen hat und die Teilnehmer nebenbei anfeuerte.
Wir als Schwimm- und Tauchabteilung sind über diesen nächsten "ersten Schritt" in Richtung Inklusion sehr glücklich. Sorgfältig und gut vorbereitet, war die Aktion ein voller Erfolg und wir konnten neue Erfahrungen sammeln und dazu lernen. Wir nehmen mit, dass unter Wasser Menschen sehr gleich sind. Behinderte und nichtbehinderte Menschen können sich ähnlich gut fortbewegen, egal ob mit Armen oder Füßen. Die Schwerelosigkeit beim Tauchen gibt ein neues und ungewohntes Körpergefühl. Für Menschen mit geistigen Behinderungen wollen wir zukünftig die ersten Schnorchelversuche an der Wasseroberfläche langsam übergehen lassen in Tauchversuche, sodass am Ende ein begleitetes Tauchererlebnis in einer Tiefe von bis zu drei Metern auch für diese speziellen Behinderungen möglich ist.
Unser Fazit: Das nasse Element ist geradezu ideal für Menschen mit Behinderung, die auch einmal dieses ganz besondere Gefühl erleben möchten. Bei guter Nachfrage möchten wir diese Entwicklung in Zukunft auch weiter unterstützen und ein regelmäßiges Angebot etablieren, wozu wir dann auch spezielle Instruktoren mit Fachwissen ausbilden werden.

Autor:

Sybille Streicher aus Nürnberg

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