Collegium musicum Nürnberg - Musikfreude erleben
Klassik in der Dreieinigkeitskirche in GoHo
- hochgeladen von Edith Link
Die zur Kulturkirche umgebaute Dreieinigkeitskirche in Gostenhof vermittelt schon räumlich Leichtigkeit und Offenheit, die offen gebliebene Tür ermutigte Flanierende zum kurzen Hereinschauen und -hören.
Perfekt zu diesem äußeren Konzept passte die Gestaltung des Konzerts "Klassik in GoHo" mit der Sinfonie Nr. 3 c-moll, op.78 "Orgelsinfonie" von Camille Saint-Saens und John Rutters Magnificat. Die Gesamtleitung hatte Florian Grieshammer, der Musik einfach lebt. Er erhielt bereits mit sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht, später auch Orgelunterricht bei KMD Helmut Walz. Er studierte Dirigieren am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg, absolvierte ein Aufbaustudium im Fach Korrepetition und besuchte diverse Meisterkurse. Seine Freude an der Musik und sein großes Können gibt er in der Leitung des Siemens-Chors Erlangen, des Gesangvereins Nürnberg-Doos, des Kirchenchors Georgensgmünd und des Collegium musicum Nürnberg weiter.
Das Collegium musicum Nürnberg verfügt über ein breites Repertoire anspruchsvoller Werke und ist eines der größten Laienorchester im Nürnberger Raum. Es arbeitet mit Solisten zusammen und bietet Studenten der Hochschule für Musik ein Podium. Die Inszenierung der "Orgelsinfonie" mit Andreas König an der Orgel hatte einen reinen Klang und einen ganz sauberen Rhythmus und das Zuhören war eine große Freude.
In der Pause werden die großen Becken abgebaut. Ein heller Sopran ruft zum Auftakt des Magnificats, ein helles Glöckchen ertönt und führt zu einem leisen Summen. Dies entspricht ganz der Absicht des Komponisten, ein fröhliches Magnificat zu schreiben. Insgesamt ist das musikalische Material des Werkes
außerordentlich vielfältig. Thematisch reicht es vom gregorianischen Choral über die Fuge und den Rumba bis zum Ragtime. Der Bogen der Harmonik spannt sich von der einfachen Dreiklangtonalität über impressionistische Klangfelder und Film-Effekte bis zum Jazz.
Die Umsetzung dieser Idee ist der Sopranistin Corinna Schreiter, dem Siemens-Chor und dem Collegium musicum unter dem Dirigat von Florian Grieshammer gelungen. Mit einer Ausnahme ist das Werk in Latein geschrieben, das Programm lieferte aber eine Übersetzung. Herausragend war der einzige englische Titel "Of a Rose", in dem Maria als die reine Rose mit fünf Zweigen besungen wird. Die Zweige sind die Verkündigung durch den Engel, der Stern, die Geburt in Bethlehem, Leiden und Sterben Jesu und Maria als Beistand der Gläubigen. "IV Et misericordia - das große Erbarmen" wird von Corinna Schreiter als Solo-Sopran eröffnet, der Chor setzt ein. "V Fecit potentiam" wird stark mit Kraft und Macht interpretiert, "VI Esurientes" über das Erbarmen Gottes mit den Hungernden und Leidenden wird im Gegensatz sanft und leise gesungen.
John Rutter schrieb das Magnificat in wenigen Wochen. Es wurde kurz nach der Vollendung im Mai 1990 in der Carnegie Hall in New York von ihm selbst uraufgeführt und vom Publikum frenetisch gefeiert. Das
Magnificat bedeutete für Rutter den internationalen Durchbruch als Komponist. Der Abend in GoHo bestätigte die Großartigkeit des Werks in einer gelungenen Darbietung. Natürlich bat das Publikum um eine Zugabe.
Das GoHo Klassik Open Air am 19. Juli 2025 um 20.30 Uhr vor der Dreieinigkeitskirche sollten sich Musikliebhaber im Kalender eintragen.
Autor:Edith Link aus Nürnberg |
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