Kleine Wohnungen besonders betroffen
Nürnberg: Wohnen zur Miete wird teurer

Foto: © gradt/stock.adobe.com/Symbolbild
  • Bürgermeister Dr. Ahmed zum Mietenspiegel 2026: „Steigende Mieten sind ein Auftrag zum Handeln“

NÜRNBERG (pm/nf) –  Den neuen Mietenspiegel 2026 stellt der für den Bereich Wohnen, Bauen, Planen zuständige Bürgermeister Dr. Nasser Ahmed im Stadtplanungsausschuss vor. Der Mietenspiegel ermittelt im Turnus von zwei Jahren auf Grundlage einer repräsentativen Erhebung die tatsächlich gezahlten Mieten auf dem Wohnungsmarkt.

Im Turnus von zwei Jahren informiert er über das aktuelle Mietniveau. Er steht ab Samstag, 1. August 2026, auf den Internetseiten des Stabs Wohnen (www.wohnen.nuernberg.de) sowie bei den beteiligten Verbänden erstmalig kostenfrei zum Download bereit. Zudem liegt der Mietenspiegel in der Zentralbibliothek und den Bürgerämtern als gedrucktes Exemplar zur Einsicht aus.

„Der neue Mietenspiegel macht sichtbar, was viele Nürnbergerinnen und Nürnberger längst im Alltag spüren: Wohnen wird teurer. Besonders kleine Wohnungen sind betroffen. Genau dort wohnen viele junge Menschen, Alleinstehende, Auszubildende oder Menschen mit geringem Einkommen. Deshalb müssen wir in Nürnberg entschlossen für bezahlbaren Wohnraum arbeiten: mit gefördertem Wohnungsbau, einer starken wbg, dem Kampf gegen Leerstand, Innenentwicklung und schnelleren Verfahren“, analysiert Dr. Nasser Ahmed die aktuelle Situation auf dem Mietwohnungsmarkt in Nürnberg.

Wichtige Erkenntnisse des Mietenspiegels 2026

Der Durchschnittswert der Mieten, die in die Berechnungen des Mietenspiegels 2026 eingeflossen sind, beträgt 10,33 Euro pro Quadratmeter – unabhängig von Wohnfläche, Baujahr und anderen Qualitätsmerkmalen der Wohnung. Im letzten Mietenspiegel 2024 lag dieser Wert noch bei 9,65 Euro. Alle Werte sind Nettokaltmieten, also ohne Neben- und Heizkosten.

Zwischen 2024 und 2026 sind in allen Wohnungsgrößen bis 120 Quadratmeter Mietpreissteigerungen festzustellen. Unter Berücksichtigung der Wohnfläche liegt die durchschnittliche Steigerung in Nürnberg bei rund 5,4 Prozent. Besonders stark fielen die Zuwächse von acht Prozent bei kleinen Wohnungen mit circa 30 Quadratmeter aus. Bei großen Wohnungen ab 90 Quadratmetern lagen die Steigerungen mit weniger als zwei Prozent innerhalb von zwei Jahren deutlich darunter.

Die geringsten Mieten wurden für Wohnungen der Baujahre von 1919 bis 1948 gezahlt. Die höchsten Mieten entfielen auf Wohnungen der Baujahre ab 1996, insbesondere auf Neubauten ab 2017. Spitzenwerte von bis zu 25,90 Euro pro Quadratmeter wurden bei kleinen, gut ausgestatteten Wohnungen mit einer Wohnfläche bis etwa 30 Quadratmeter erzielt, die seit 2017 errichtet wurden. Für gut ausgestattete Wohnungen mit einer Wohnfläche von 40 bis unter 60 Quadratmetern und einem Baujahr ab 1996 waren durchschnittlich 13,35 Euro pro Quadratmeter zu zahlen.

Vergleichsweise günstigen Mieten finden sich bei durchschnittlich gut ausgestatteten Wohnungen der Baujahre vor 1977 von 60 bis 80 Quadratmetern. Hier liegt die Miete bei rund 9,40 Euro pro Quadratmeter. Bei einfach ausgestatteten Wohnungen derselben Baualtersklasse ab 40 Quadratmetern liegen die Mieten zwischen acht Euro und 8,60 Euro pro Quadratmeter.

Der Mietenspiegel legt keine Preise fest, sondern ermittelt auf Grundlage einer repräsentativen Erhebung tatsächlich gezahlter Mieten im Rahmen der Befragung „Leben in Nürnberg“ die ortsüblichen Vergleichsmieten. Er schafft damit Transparenz auf dem Wohnungsmarkt und bietet eine verlässliche Orientierung für Mieterinnen und Mieter sowie Vermieterinnen und Vermieter. Als qualifizierter Mietenspiegel gemäß Paragraph 558d Bürgerliches Gesetzbuch dient er zudem als anerkannte Grundlage in mietrechtlichen Fragestellungen und Verfahren.

Weitere Informationen online unter
www.wohnen.nuernberg.de

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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