250. Stadtspaziergang am 29. Juni 2019
Altstadtfreunde-Chef Enderle erklärt, warum der Schöne Brunnen eine ,,Kopie der Kopie" ist

Der Schöne Brunnen in Nürnberg.
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NÜRNBERG (nf) - Die Altstadtfreunde laden am Samstag, 29. Juni 2019, zu ihrem 250. Stadtspaziergang ein. Diesmal geht es unter dem Motto „Augen auf: Original oder Kopie?“ um die Frage, was sich an Kunst im öffentlichen Raum trotz der verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erhalten hat und was ersetzt werden musste. Die Rundgänge starten im Viertelstundentakt von 10 bis 16 Uhr am Chor der Sebalduskirche gegenüber der Kugelapotheke, sind kostenlos und dauern ca. 1 ½ Stunden. Aus Anlass des Jubiläums erwartet die Teilnehmer am Schluss eine Erfrischung.

Der 250. Spaziergang des Vereins bietet Anlass zurückzuschauen. Was am 20. April 1974 mit einem Rundgang durch die historischen Hinterhöfe in der Sebalder Altstadt begann, trug erheblich zur Erfolgsgeschichte der Altstadtfreunde bei. Seitdem gehören die monatlichen Altstadtspaziergänge im Sommer zu ihrem festen Repertoire. Bieten sie doch die Gelegenheit, an einem Tag Hunderte für die Altstadt zu begeistern.

Karl-Heinz Enderle, 1. Vorsitzender der Nürnberger Altstadtfreunde e.V. erzählt: ,,Für auswärtige Besucher hat der historische Kern, insbesondere das Burgviertel, immer noch seinen mittelalterlichen Charakter. Die Burg und die Kirchen, die Stadtmauer und das spitzgieblige Häusermeer lassen die Zerstörungen auf den ersten Blick nicht so gewaltig erscheinen, und mancher mag kaum glauben, dass wir heute nicht einmal 10 Prozent der historischen Substanz besitzen.

Beispielsweise der Schöne Brunnen: Die wenigsten Touristen, die an seinem Ring drehen, wissen, dass die ursprünglich Ende des 14. Jahrhunderts errichtete Pyramide eine vollständige Kopie aus dem Jahr 1902 ist. Genau genommen ist er sogar die ,,Kopie der Kopie", denn im 19. Jahrhundert musste er wegen der gravierenden Schäden schon einmal völlig neu geschaffen werden. Trotzdem zählte er im Zweiten Weltkrieg zu den besonders schützenswerten Kunstwerken und entging durch Einmauerung seiner Vernichtung.

Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Zeugnisse der Vergangenheit so beschädigt, dass man die Reste ins Germanische Nationalmuseum brachte und sie durch Repliken ersetzte. So zum Beispiel der Figurenschmuck an den Rathausportalen: Genau genommen ist nur noch der metallene Adler original, während sich die Überreste der steinernen Figuren im Depot befinden. Ab den 1970er Jahren brachten die Altstadtfreunde zahlreiche Baudetails ins Stadtbild zurück. Wie viel ärmer die Altstadt ohne das Wirken des Vereins wäre, davon kann man sich beim Spaziergang am Samstag überzeugen."

Stadtspaziergang: Augen auf: Original oder Kopie?
Samstag, 29. Juni 2019, 10.00-16.00 Uhr, Führungen ca. alle 20 Minuten.
Treffpunkt: Rathausplatz, zwischen Sebalduskirche und Kugelapotheke.
Dauer: etwa 90 Minuten. Wie immer: kostenlos, über Spenden freuen sich die Altstadtfreunde.

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