Tierschützer verweigerten die Herausgabe ++ Kosten von über 25.000 Euro sind entstanden
Amtsveterinär entscheidet: 15 Welpen sollen zurück zur Tierhändlerin!

Einer der Welpen aus dem Transport, der sich derzeit in Obhut des Tierheims Wunsiedel befindet.
  • Einer der Welpen aus dem Transport, der sich derzeit in Obhut des Tierheims Wunsiedel befindet.
  • Foto: © Deutscher Tierschutzbund, Landesverband Bayern
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

FRANKEN (pm/nf) - 15 Welpen, die sich aktuell in Obhut des Tierheims Wunsiedel befinden, droht die Rückgabe an die Händlerin in Tschechien. Der Deutsche Tierschutzbund und der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern, zeigen sich entsetzt über diese Entscheidung des zuständigen Amtsveterinärs. Die Tierschützer vor Ort in Wunsiedel verweigerten die Herausgabe der Tiere. Die Welpen stammen aus einem Transport mit insgesamt 48 Welpen verschiedenster Moderassen, den die Bundespolizei in der Nacht vom 12. zum 13. März 2020 im Rahmen der erweiterten Grenzkontrolle auf der B 303 bei Schirnding entdeckt hatte.

„Trotz massiver Bedenken und heftiger Kritik hat der zuständige Amtsveterinär die Herausgabe der Tiere verfügt. Dass die ersten 15 Tiere aus dem Tierheim Wunsiedel abgeholt werden sollten, war leider kein Aprilscherz. Auch den anderen Welpen aus Wunsiedel und zwei weiteren bayerischen Tierheimen droht die Rückführung“, so Ilona Wojahn, Präsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern. „Auf diese Weise unterstützt man illegalen Tierhandel, anstatt ihn zu bekämpfen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es ist unverantwortlich, dass sich ein Amtsveterinär dem Druck dubioser Hundehändler beugt. Diese Entscheidung geht auf Kosten der Tiere, ist ein falsches Signal an die Welpenhändlerszene und steht im krassen Widerspruch zum Kampf, den auch das Bayerische Umweltministerium gegen den illegalen Welpenhandel führt. Wir hoffen sehr, dass es hier noch ein Einsehen gibt.“

Weil der Tierschutzverein Wunsiedel die Herausgabe der Tiere verweigerte, bleibt den Tierschützern nun noch etwas Zeit, um mit Hilfe eines Fachgutachtens zu belegen, dass die Tiere für den Transport zu jung und dieser damit illegal war. „Wir werden weiter dafür kämpfen und alles geben, damit die Welpen, die sich gerade erst etwas erholt haben, weder zurück zur Händlerin noch an das ursprünglich geplante Ziel müssen“, so die Tierschützer. Der in der Nacht zum 13. März gestoppte Welpentransport kam aus Tschechien. Vorgesehen waren die Welpen für Puppyhouse Boechout, einen belgischen Händler, der schon mehrfach in den Fokus von Tierschützern und Polizei geriet, weil er zu junge Tiere verkaufte, so eine Information des Deutschen Tierschutzbundes. Auch im aktuellen Fall bezweifelten sowohl der hinzugezogene Amtstierarzt als auch weitere Tierärzte das in den EU- Heimtierausweisen der Hunde angegebene Alter von 15 Wochen. Es erfolgte die Einweisung der Tiere in Tollwutquarantäne in drei bayerische Tierheime. Viele Welpen waren geschwächt und erkrankten. Insgesamt sieben verstarben. Für die Betreuung und für die Tierarztkosten aller Welpen sind in den Tierschutzvereinen bisher weit über 25.000 Euro angefallen.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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