Sparkassentag ++ Mitarbeiterbedarf steigt trotzdem
Fast jede dritte Sparkassen-Filiale ohne Personal

Die deutschen Sparkassen wollen ihr dichtes Filialnetz erhalten und bei Bedarf weiter ausbauen. | Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Die deutschen Sparkassen wollen ihr dichtes Filialnetz erhalten und bei Bedarf weiter ausbauen.
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  • Bankfilialen sind teuer, drücken auf die Finanzkraft der Institute. 
  • Die Sparkassen wollen ihr dichtes Netz dennoch halten - auch wenn in jeder Dritten der Ansprechpartner nur noch ein Automat ist.

Nürnberg (dpa) - Die deutschen Sparkassen wollen ihr dichtes Netz von derzeit über 10.000 Filialen erhalten, wenn möglich sogar ausbauen. Das sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Ulrich Reuter, vor Beginn des am Mittwoch in Nürnberg startenden Deutschen Sparkassentages. «Wir haben das dichteste Filialnetz aller Banken und aller Verbünde», sagte Reuter. Ob das Netz entsprechend dicht bleibe, müssten vor allem die Kunden entscheiden.

Das Netz der deutschen Filialbanken, insbesondere der Sparkassen steht immer wieder auch international unter Druck. Eine hohe Zahl an Filialen bedeutet hohe Kosten und geschmälerte Ertragskraft.

«Je mehr wir es schaffen, dass die Kunden die einfachen Dienstleistungen online erledigen, umso weniger brauchen sie Filialdienstleistungen», sagte Reuter. Gleichzeitig werde spürbar, dass der Bedarf an Kundenberatung stetig steige. Die Sparkassen müssten jedes Jahr 12.000 Mitarbeiter einstellen. Im vergangenen Jahr sein ein Personalaufbau um 2.500 Mitarbeiter erfolgt.

Allein in Bayern seien im vergangenen Jahr 70 Millionen Euro in das Filialnetz der Sparkassen investiert worden. Bundesweit könne diese Zahl etwa mit dem Faktor sieben multipliziert werden. Allerdings: Fast jede dritte Sparkassen-Filiale in Deutschland ist inzwischen unbemannt und besteht lediglich als Standort für Automaten- und gegebenenfalls Video-Dienstleistungen. Auch in die Automatensicherheit sei in den vergangenen Jahren massiv investiert worden, sagte Reuter. Die Zahl krimineller Sprengungen sei inzwischen rückläufig.

Derzeit ist rechnerisch jeder zweite Einwohner in Deutschland Sparkassenkunde. Mehr als 34 Millionen Menschen nutzten das Online-Banking der Sparkassen.

Beim Sparkassentag in Nürnberg kommen am Mittwoch und Donnerstag mehr als 3.000 Menschen aller gesellschaftlichen Bereiche zusammen - von Finanzmanagern über Politiker bis hin zu Schriftstellern, Spitzensportlern und Widerstandskämpfern aus dem Ausland. Unter anderem werden Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) als Redner erwartet.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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