Ministerpräsident Söder: Nürnberg kann ganz Europa mit seiner kulturellen Vielfalt beeindrucken
Freistaat sagt 30 Millionen Euro für Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025 zu

Gemeinsam für Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025 (v.l.): Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner und der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder über den Dächern von Nürnberg.
  • Gemeinsam für Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025 (v.l.): Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner und der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder über den Dächern von Nürnberg.
  • Foto: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

NÜRNBERG (pm/nf) - Der Freistaat Bayern unterstützt die Stadt Nürnberg bei einer erfolgreichen Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 mit 30 Millionen Euro. Dies erklärte Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner heute in Nürnberg.

Der Gesamtetat wird im Falle eines Zuschlags des Titels der Kulturhauptstadt Europas 2025 durch die Europäische Union mit etwa 85 Millionen Euro veranschlagt. Diese Summe soll insgesamt in einer Mischfinanzierung mit Beteiligung von Bund, Freistaat, Stadt Nürnberg, Partnerinnen und Partnern aus der Region sowie Privatwirtschaft und Sponsoren getragen werden. Mit der Unterstützungszusage bekräftigt der Freistaat gerade vor der Abgabe des ersten Bewerbungsbuches Ende September 2019 die Ambition der Stadt Nürnberg auf den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.

Für Nürnberg stellt es ein deutliches positives Signal dar seitens der politischen Entscheidungsträger auf Landesebene und birgt die Gewissheit, auf die fundamentale Unterstützung der Staatsregierung bauen zu können, so die Stadt Nürnberg. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly betonte: „Ich bin sehr dankbar, dass der Freistaat die Nürnberger Kulturhauptstadtbewerbung von Beginn an und nun auch sehr konkret und großzügig unterstützt. Profitieren werden von diesem großen Engagement alle Nürnbergerinnen und Nürnberger und die ganze Region. Die Kulturhauptstadtbewerbung ist eine zukunftsweisende Entscheidung. Die Bewerbung bedeutet für Nürnberg über die Förderung der Kultur hinaus eine richtungsweisende Chance zum Neu-Denken aller relevanten urbanen Themen wie Infrastruktur, Stadtentwicklung, Mobilität, Umwelt, Bildung und Teilhabegerechtigkeit.“

Ministerpräsident Dr. Markus Söder erklärte: „Bayern sagt Ja! Der Freistaat steht hinter Nürnberg und wird die Stadt beim Projekt Kulturhauptstadt nach Kräften unterstützen – fachlich und finanziell. Denn wir alle wissen: Kultur kostet Geld. Unsere Zusage ist Versprechen und Ansporn zugleich. Nutzen wir die historische Chance und machen 2025 gemeinsam zu einem herausragenden Kulturjahr für Nürnberg und Bayern. Die Stadt hat das Zeug dazu, ganz Europa mit ihrer großen kulturellen Vielfalt zu beeindrucken.“

Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner betonte die Bedeutung für Kultur und Stadtentwicklung: „Die Kulturhauptstadtbewerbung ist ein Wachstums-Beschleuniger für Stadtentwicklung mit den Mitteln der Kultur. Für diese große Aufgabe wissen wir den Freistaat als starken Partner von Anfang an fest an unserer Seite. Ich danke sehr herzlich für die eindrucksvolle Unterstützung der Nürnberger Bewerbung. Ein solcher Paukenschlag wird auch bei der europäischen Auswahljury gehört werden.“Prof. Dr. Julia Lehner sprach zudem konkrete Pläne für die Gebäudekomplexe am ehemaligen Reichsparteitagsgelände an: „Wir wollen die Zeppelintribüne und das Zeppelinfeld noch weiter als Begegnungsort, vor allem auch als Erfahrungs- und Bildungsort zukunftsfähig machen. In einem nächsten Schritt soll der Torso der Kongresshalle, der ja weder fertiggestellt noch je genutzt worden ist, einer kulturellen Nutzung zugeführt werden. Dies kann temporär, mittelfristig oder vielleicht auch auf Dauer erfolgen. Wir wollen einen Kreativort für Produktion und Präsentation schaffen.“

Die Nürnberger Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025 steht vor Abschluss einer entscheidenden Etappe. Mit der Abgabe eines ersten Bewerbungsbuches am 30. September 2019 beginnt das offizielle Auswahlverfahren, dem sich alle deutschen Bewerberstädte stellen müssen.

Drei zentrale Themen bilden den Kern der Nürnberger Bewerbung:
Embracing Humanity/Menschlichkeit als Maß
Nürnberg erinnert sich an seine Vergangenheit mit offenen Augen. Die aus dem historischen Erbe gewachsene Verantwortung verpflichtet die Stadt, Humanismus, Demokratie, Menschenrechte und Diversität mit Blick auf neue Maßstäbe weiterzuentwickeln. In diesem Prozess soll Nürnberg als europäische Stadt wegweisend sein.

Exploring Reality/Welt als Aufgabe
Nürnberg nutzt die neuen Chancen der Forschung und Digitalisierung und wird zum (ko-)kreativen Labor für Weltaneignung, Arbeit, Experiment, Spiel und Kunst.

Evolving Community/Miteinander als Ziel
Nürnberg entwickelt sich zur lebendigen Stadt in der Region und in Europa, in der Infrastruktur und Kommunikation ausgebaut werden. Grenzen lösen sich auf: sprachlich, ethnisch, ökologisch, sozial, städtebaulich. Das urbane Zusammenleben wird als transkultureller Wachstumsprozess begriffen – friedlich, zukunftsorientiert und in aktivem Austausch, regional, europäisch, international.

Zwischen dem 10. und 12. Dezember 2019 wird sich eine Nürnberger Delegation in Berlin vor der Wettbewerbsjury präsentieren. Anschließend entscheidet diese von der Europäischen Union eingesetzte internationale Jury, welchen Städten der Sprung auf eine vorläufige Shortlist und in die zweite Bewerbungsrunde gelingt. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe des Titels fällt im Herbst 2020. Nach Essen/Ruhr (2010), Weimar (1999) und West-Berlin (1988) wird 2025 zum vierten Mal eine deutsche Stadt zur Kulturhauptstadt Europas erklärt werden.Der Nürnberger Stadtrat hatte im Dezember 2016 mit sehr großer Mehrheit den Beschluss zur Bewerbung gefasst.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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