Generalsanierung im Künstlerhaus: Ausweichquartiere für 17 Gruppen gefunden

Blick in die Königstraße – rechts im Bild der Glasbau des Künstlerhauses.
  • Blick in die Königstraße – rechts im Bild der Glasbau des Künstlerhauses.
  • Foto: Nicole Fuchsbauer
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KunstKulturQuartier: 3. Bauabschnitt im Künstlerhaus und Ausweichquartiere während der Umbauzeit

NÜRNBERG (pm/nf) - Im August 2018 geht im KunstKulturQuartier, Königstraße 93, die jahrelang geplante Generalsanierung vor allem der Veranstaltungsräume des Künstlerhauses, der so genannte 3. Bauabschnitt, los. Bis zum Bardentreffen Ende Juli gilt Normalbetrieb bei sukzessivem Umzug in die Interimsspielstätten.

Entscheidender Anlass für die circa 25,9 Millionen umfassende Baumaßnahme sind technische Mängel beziehungsweise fehlende, für Veranstaltungsbetriebe mittlerweile unerlässliche technische Anlagen sowie eine Neusortierung der Veranstaltungsräume, die einen voneinander unbeeinträchtigten Spielbetrieb gewährleistet.

Für den Status quo wäre in absehbarer Zeit die Betriebsgenehmigung entzogen worden, was zu einer Einstellung der Aktivitäten aller Gruppen und Vereine geführt hätte.Während der Bauzeit im nördlichen Teil des Künstlerhauses – der so genannte 1. und 2. Bauabschnitt, der unter anderem die Kinos des Filmhauses und die Betriebe im gläsernen Kopfbau beherbergt und weiter „am Netz“ bleiben wird – müssen alle Gruppen und Vereine das Haus verlassen und an Ausweichorte umziehen.

Die Bauzeit wird etwa bis Frühsommer 2021 dauern, mit der Wiederaufnahme des kompletten Spielbetriebs nach einem Probelauf rechnet die Leitung des KunstKulturQuartiers fest im Herbst 2021. Prämisse bei der Planung und Umsetzung des 3. Bauabschnitts war – und darauf legte und legt das ausführende Architekturbüro Nagler genauso großen Wert wie das bauleitende Hochbauamt der Stadt und das KunstKulturQuartier –, den Charakter und Charme des Künstlerhauses zu bewahren und bauliche Wege zu suchen, die die wechselvolle Geschichte in die Zukunft mitnehmen kann. Unabdingbar ist, dass alle Nutzer, Gruppen und Vereine nach Wiedereröffnung ihren Platz im neuen Künstlerhaus finden.

Für 17 Gruppen Ausweichquartiere gefunden

Seit Beginn der Bauplanung bemüht sich die Leitung des KunstKulturQuartiers, für alle Nutzerinnen und Nutzer des Kulturzentrums Lösungen für die Zwischennutzungen zu finden, damit ehrenamtliche Gruppen, Vereine, Werkstätten und freie Szene während der Bauzeit ihre Aktivitäten – wenn auch teilweise eingeschränkt – fortführen können. Bislang wurden 17 Ausweichorte gefunden. Die Offenen Werkstätten und der komplette Akademiebetrieb des Werkbunds finden Räume im Gebäude Peuntgasse 5-7, in einer Berufsschule oder in Räumen des Künstlerhauses, die vom Umzug nicht betroffen sind: das sind die Steinmetz-, Keramik- und Siebdruckwerkstatt, das Fotolabor, die Fahrradwerkstatt, die Schmiede, die Glas- und Textilwerkstatt, der Zeichensaal und die Schreinerei. Gruppenräume für die Zusammenkünfte der Eritreer und die Computergruppe können ebenso zur Verfügung gestellt werden, wie ein Festivalbüro für das Menschenrechtsfilmfestival NIHRFF und die Leitung des Werkbunds.

Um zumindest einen Teil der Veranstaltungen, zum Beispiel der Seniorenkultur, aus dem Hinterzimmer weiter anbieten zu können, wird auf benachbarte Räumlichkeiten (zum Beispiel bei der Rummelsberger Diakonie oder im Caritas-Pirckheimer-Haus) ausgewichen. Das Entgegenkommen und die Solidarität von anderen Partner ermöglicht dem KunstKulturQuartier die Nutzung von Sälen etwa Auf AEG oder im Z-Bau.
Für die Konzerte, Partys, Lesungen et cetera der Vereine Musikverein und Café Kaya, die bislang das Zentralcafé bespielen, wird die ehemalige Bauhofkantine, gleich gegenüber des Künstlerhauses, Eingang Königstormauer, zur Verfügung gestellt. Hier laufen vor allem hinsichtlich des Emissionsschutzes Prüfungsverfahren. Die Nutzung der Kantine ist zwar gesichert, eventuell notwendige Ein- und Umbauten sind in Planung; „Sorgenkind“ ist lediglich die KulturKellerei – auch hier gibt es Gespräche, die hoffentlich bald erfolgreich zu Ende gehen.

Unklarheiten und Missverständnisse

Gerade bei der Beplanung der Interimsspielstätte Bauhofkantine für Konzerte, Partys, Lesungen, Poetry Slam, Diskussionen und Veranstaltungsreihen des Musikvereins und Café Kaya haben sich im Detail Missverständnisse und Unklarheiten eingeschlichen. Sowohl die Leitung des KunstKulturQuartiers, als auch die beteiligten Planer des Hochbauamts setzen all ihre Kraft und Kreativität ein, um die vielfältigen Aktivitäten der beiden wichtigen Veranstaltergruppen im Interimsquartier möglichst eins zu eins fortsetzen zu können. Die eingereichten Baupläne liegen derzeit bei der Genehmigungsbehörde zur Prüfung. Vor Beendigung dieser Prüfung lassen sich keine Aussagen über eventuelle Auflagen machen.
Entschieden wehrt sich die Leitung des KunstKulturQuartiers gegen Darstellungen, mögliche Sperrstunden würden trennen nach Kultur- und vermeintlich kommerziellen Veranstaltungen oder frühere Schließzeiten ließen existenziell für die Gruppen wichtige Aktivitäten nicht mehr zu. Das Gegenteil ist der Fall: Im Zuge der europaweiten Diskussion um die sogenannte „Nachtökonomie“, die auch in der Stadtverwaltung geführt wird, setzt sich die Leitung des KunstKulturQuartiers aktiv für die Anerkennung der früher so genannten „Subkultur“ ein und betont deren Bedeutung für eine aktive, urbane (Alt-)Stadtentwicklung – auch im Hinblick auf die Bewerbung Nürnbergs zur Kulturhauptstadt.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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