Gute Laune bei den Handwerksbetrieben zum Jahresende - aber auch klare Forderungen an die Politik

Das Handwerk setzt auf eine weitere gute wirtschaftliche Entwicklung.
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NÜRNBERG - Das gute gesamtwirtschaftliche Klima unterstützte im Jahr 2013 das seit 2010 andauernde Handwerkshoch, von dem vor allem das Bau- und Ausbauhandwerk profitiert. Zwischenzeitlich trägt auch das positive Konsumklima zur Verbesserung der Stimmung bei den konsumnahen Gewerken, wie dem Nahrungsmittelhandwerk, bei. Die in der Befragung geäußerten Erwartungen für das 1. Quartal 2014, aber auch die Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, lassen auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung schließen.

Im vierten Quartal 2013 zeigt sich die wirtschaftliche Situation des mittelfränkischen Handwerks erneut stabil. Auch in den einzelnen Gewerbegruppen zeigt sich dieses Bild. Bei den Metallbetrieben äußerten 80,9 Prozent (Vorquartal: 81,5 Prozent) eine gute bis befriedigende Situation.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich auch die wirtschaftliche Situation im Kfz-Handwerk wieder besser. 81,9 Prozent (Vorquartal: 86,1 Prozent, Vorjahr: 71,7 Prozent) der Unternehmer berichten von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage.
Ein Blick auf die beiden Planungsregionen Mittelfranken bestätigt das positive Bild für beide Teilregionen. 44,3 Prozent der Betriebe aus der Planungsregion 7 (Industrieregion) bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, während 41,0 Prozent ihre Situation als befriedigend und 14,8 Prozent ihre Lage als schlecht kennzeichneten. Aus der ländlichen Region Westmittelfrankens berichteten 43,8 Prozent der befragten Unternehmen von einer guten Geschäftslage, 46,2 Prozent von einer befriedigenden und 10,0 Prozent von einer schlechten wirtschaftlichen Situation.

Laut Handwerkskammer Mittelfranken sind für das Handwerk vor allem folgende Punkte bedeutsam:

- Eine Mietpreis-Bremse würede die Gebäudeinvestitionen – sowohl im Neubau als auch im Bestand – beschneiden. Damit sind unmittelbare Konsequenzen für das Handwerk verbunden. Ein unklarer politischer Kurs in Sachen Energiewende schade dem Handwerk, da entsprechende Investitionen verhindert bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben würden.

- Die abschlagsfreie Rente mit 63 sieht das Handwerk angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels als problematisch an. Darüber hinaus führe dies zu zusätzlichen Belastungen der Sozialversicherungskassen. Diese politischen Entscheidungen müssten mit Steuergeldern ausgeglichen werden.

- Statt der in Aussicht gestellten „Mütter-Rente“ sei für das überwiegend lohnintensiv produzierende Handwerk eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrags zielführender.

- Eines der zentralen Themen für das Handwerk bleibt nach wie vor die Reform der Finanzierung der Energiewende. Die Handwerkskammer beklagt, dass ,,...bekanntermaßen wider Erwarten und entgegen politischer Absichtserklärungen keine Reduzierung der Anzahl der von der Bevorzugung bei den Stromkosten profitierenden Industrieunternehmen stattfand, sondern vielmehr eine Steigerung um gut ein Fünftel. Die EEG-Umlage wurde zum 1. Januar 2014 um 0,96 Euro-Cent auf 6,24 Euro-Cent je Kilowattstunde Strom erhöht."

- Zum Ende des Jahres waren in Bayern so viele Menschen in Arbeit wie noch nie. Das Handwerk konnte jedoch den Bedarf an zusätzlichen qualifizierten Fachkräften leider nicht annähernd decken.

- Die Politik sei gefordert, das Thema Euro-Schuldenkrise schnellstmöglich wieder auf die Agenda des Tagesgeschehens zu setzen.

- Am 7. November 2013 wurde der Leitzins der Europäischen Zentralbank erneut gesenkt. Die Kreditinstitute können sich nun bei der EZB mit 0,25 Prozent refinanzieren. Bislang sei dieses historisch niedrige Zinsniveau bei den Konditionen des Handwerks – insbesondere im kurzfristigen Finanzierungsbereich – nicht durchgängig erkennbar.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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