Markttage des Wissens: FAU-Forscher machen mobil

Nives Berner (Lehrstuhl für Informationstechnik), FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger und Dr. Martin Boss (Lehrstuhl für Klassische Archäologie / v.l.n.r.) mit einem vollkommen autonom fahrenden Kfz-Modell, das zu den Markttagen des Wissens auch vorgeführt wird. Foto: © U. Müller
  • Nives Berner (Lehrstuhl für Informationstechnik), FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger und Dr. Martin Boss (Lehrstuhl für Klassische Archäologie / v.l.n.r.) mit einem vollkommen autonom fahrenden Kfz-Modell, das zu den Markttagen des Wissens auch vorgeführt wird. Foto: © U. Müller
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ERLANGEN (pm/mue) - Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) nutzt ihren 275. Geburtstag, um sich mit Menschen auszutauschen – und zwar bei den Markttagen des Wissens. Am 5. Mai präsentieren FAU-Wissenschaftler von 9.00 bis 15.00 Uhr an Ständen auf dem Erlanger Marktplatz ihre Forschung und stehen den Bürgern Rede und Antwort. Zwei weitere Markttage folgen am 26. Mai in Fürth und am 9. Juni in Nürnberg.

Zu allen drei Terminen zeigen Forscher an Marktständen, wie viel Wissenschaft in ganz alltäglichen Dingen steckt. FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger und Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik werden um 10.00 Uhr die Marktbesucher begrüßen und im Anschluss zusammen mit weiteren (Jubiläums-)Partnern den FAU-Geburtstagskuchen anschneiden.

„Lebensmittel“ Wissen an rund 30 Ständen

Die rund 30 Marktstände stehen alle unter bestimmten Schlagwörtern und spiegeln dabei die Themenvielfalt der Universität wider. Technisch geht es beispielsweise am Stand „Mensch und Maschine“ zu: Das RoboLab des Lehrstuhls für Informationstechnik mit Schwerpunkt Kommunikationselektronik bringt einen autonom fahrenden Roboter auf den Marktplatz. Der Lehrstuhl für Technische Elektronik hat ein Radarsystem entwickelt, mit dem berührungslos durch Bettdecke und Kleidung hindurch die Herzrate von Patienten überwacht werden kann – wovon sich die Marktbesucher auch im Selbstversuch überzeugen können. Unter dem Motto „Struktur & Chaos“ demonstriert das Institute of Particle Technology bioinspirierte Strukturen zur Flüssigkeitsabweisung: Hier lernen Neugierige, welche Eigenschaften beispielsweise von der Lotuspflanze und von Schmetterlingsflügeln für industrielle Anwendungen kopiert werden.

Am Stand „Wort & Bild“ steht hingegen Sprache im Vordergrund. Der Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft stellt das Fränkische Wörterbuch mithilfe einer Hörstation vor, und mit einem Mundart-Quiz können Interessierte dem Dialekt, der in der Metropolregion überall zu hören ist, auf den Grund gehen. Das Institut für Politische Wissenschaft verdeutlicht das Thema Solidarität in politischen Diskursen und Beziehungen an allerhand Bildmaterial.

Am Stand „Leben & Tod“ bietet die Professur für Plastische Chirurgie und Handchirurgie mit einem Blick durchs Mikroskop einen Einblick in mikrochirurgische Arbeiten, und die Urologische Klinik bringt sogar einen Lapardoskopie-Trainer mit, der eine konkrete OP-Situation nachbildet. Warum die von Land zu Land unterschiedliche Auslegung von „Recht und Unrecht“ gerade in unserer globalisierten Welt immer wichtiger wird, zeigen die Mitarbeiter des Fachbereichs Rechtswissenschaften. Bei „Sinn & Wahrnehmung“ wiederum sind Geruchs- und Hörsinn gefragt: Mit dem Lehrstuhl für Aroma- und Geruchsforschung inspizieren Besucher die Vielfalt der Holzgerüche, zum Beispiel mit einem Riech-Quiz. Die AudioLabs vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen und der FAU bieten an ihrer Hörstation zudem die Möglichkeit, unterschiedliche Tonqualitäten zu erforschen.

Römerboot auf dem Trockenen

Von den Maßen her ist es unbestritten der größte Marktstand: Rund ein Jahr lang hat Althistoriker Prof. Dr. Boris Dreyer gemeinsam mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern sowie weiteren Freiwilligen und mit Unterstützung der Stadt Erlangen, des Universitätsbunds, der Sparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach und der Firma Heitec ein römisches Patrouillen- und Geleitzugboot in Originalgröße nachgebaut. Seit Kurzem ist es fertig; zum Markttag des Wissens können die Besucher die FAN (für Fridericiana Alexandrina Navis) nun auf dem Marktplatz selbst in Augenschein nehmen. Passend zum Römerboot gibt es übrigens Römerbrot: Die Bäckerei „Der Beck“ stellt das Brot nach einem verfeinerten Originalrezept her und verkauft es auch vor Ort – und unterstützt damit das Römerboot: 10 Cent eines jedes verkauften Brotes werden an das Projekt gespendet.

Übrigens: Nicht nur gestandene Wissenschaftler präsentieren ihr Wissen. Das „FAU FabLab“ wird in Eigenregie von Studierenden betrieben und ist ebenfalls mit einem eigenen Stand vertreten. Kleinen und großen Besuchern wird gezeigt, wie sie mit einem Lasercutter kleine Objekte ausschneiden und gravieren können und wie ein 3D-Drucker arbeitet.

Premiere für das „Helle Köpfchen“

Wer nach so viel geballter Ladung Wissen eine Erfrischung braucht, ist am Stand des Lehrstuhls für Bioverfahrenstechnik richtig. Denn zum 275. Geburtstag hat der Lehrstuhl nach eigener Rezeptur und in Zusammenarbeit mit der Erlanger Traditionsbrauerei Kitzmannbräu das Jubiläumsbier „Helles Köpfchen“ gebraut: Am Stand „Hopfen & Malz“ erfahren Neugierige alles zum Brauprozess und dürfen das Bier am Ausschank natürlich probieren. Und wer außer neuem Wissen noch andere Dinge mit nach Hause nehmen möchte, wird am Stand des FAU-Shops fündig: Hier werden FAU-Devotionalien wie beispielsweise T-Shirts, Thermobecher, Notizblöcke und viele weitere Artikel angeboten.

Weitere Informationen zu den Markttagen des Wissens unter:

www.275.fau.de
Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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