„jetzt red i” am 21. Januar in Nürnberg
Mehr arbeiten, weniger blaumachen? Müssen wir uns wieder mehr anstrengen?
- Moderatoren der BR-Sendung "jetzt red i" sind Tilmann Schöberl und Franziska Eder.
- Foto: BR
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
NÜRNBERG - „Eine Generalüberholung unseres Sozialstaats” - nichts weniger fordert Markus Söder. Um die kriselnde Wirtschaft anzukurbeln, drängt der CSU-Vorsitzende jetzt auf Reformen.
So will er, dass wieder mehr gearbeitet wird: „Eine Stunde mehr würde uns allen helfen.” Als Beispiel nennt er die Schweiz, in der pro Woche in der Regel 42 Stunden gearbeitet werden, in Deutschland liegt der Schnitt bei 40,2 Stunden. Großer Zuspruch kommt von Wirtschafts- und Arbeitgebervertretern, Widerspruch dagegen vom Koalitionspartner SPD: „46 Millionen Erwerbstätige – ein Rekord – tragen dieses Land jeden Tag. Wer da behauptet, wir müssten pauschal mehr arbeiten, ignoriert die Realität.”
Bei der Rente soll sich, geht es nach der CSU, ebenfalls einiges ändern. Wenn es immer weniger Junge und mehr Ältere gebe, sei klar, dass man auch insgesamt länger arbeiten müsse. Die Rente mit 63 solle deshalb „schrittweise reduziert” werden. Auch ein „Blaumachen” von Arbeitnehmern will der bayerische Ministerpräsident reduzieren. Deshalb soll die telefonische Krankschreibung, die während Corona eingeführt wurde, wieder abgeschafft und Karenztage wieder eingeführt werden – also keine Lohnfortzahlung mehr ab dem ersten Krankheitstag.
Markus Söder gibt zwar zu, dass „manches wehtun wird”, eine konsequente Reform des Sozialstaats müsse aber trotzdem schnell umgesetzt werden. Die Gewerkschaften weisen die Forderungen zurück: „Die Beschäftigten sind nicht das Problem, sie sind die Lösung: Sie arbeiten hart und sichern den Wohlstand“, heißt es vom DGB Bayern. Der Industriestandort werde nicht durch mehr Arbeit gerettet, sondern durch Innovationen, Investitionen und gesunde Beschäftigte, die Arbeit und Freizeit vereinbaren können.
Wie viel Work-Life Balance können wir uns leisten? Sind wir zu viel krank? Müssen wir uns alle wieder mehr anstrengen? Oder tragen die Arbeitnehmer nicht schon genug Lasten? Mehr arbeiten oder klüger wirtschaften – wie schaffen wir den Aufschwung?
Über diese und andere Fragen diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger live mit CSU-Generalsekretär Martin Huber und Holger Grießhammer, Vorsitzender der SPD- Landtagsfraktion
am Mittwoch, 21. Januar 2026 im BR Studio Franken Wallensteinstr. 117, 90431 Nürnberg Einlass: 19.15 Uhr, Sendungsbeginn: 20.15 Uhr
Kostenlose Karten reservieren Sie via E-Mail an jetztredi@br.de oder unter 089/5900- 25299 (Montag – Freitag von 9:00 bis 17:00 Uhr). Sagen Sie Ihre Meinung unter www.facebook.com/BR24 oder schreiben Sie eine Mail an jetztredi@br.de
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