Auf 60 Seiten werden die Pläne für Nürnberg als Europäische Kulturhauptstadt präsentiert
N2025: Kulturhauptstadt-Bewerbungsbuch eingereicht

Präsentation des Bewerbungsbuches: Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner, Leiter des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas 2025, Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (v.l.).
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  • Präsentation des Bewerbungsbuches: Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner, Leiter des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas 2025, Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (v.l.).
  • Foto: Steffen Kirschner, Stadt Nürnberg, Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt Europas 2025
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

NÜRNBERG (pm/nf) - Nürnberg hat das erste Bewerbungsbuch um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 bei der Kulturstiftung der Länder in Berlin eingereicht. Ein wichtiger Schritt im Wettbewerb ist getan. Mit und durch die Kulturhauptstadt soll sich Nürnberg zu einer lebendigeren und attraktiveren Stadt in Europa entwickeln.

46 Prozent der in Nürnberg lebenden Menschen haben eine internationale Geschichte. Das ist eine besondere Herausforderung und soll eine Chance sein, das urbane Zusammenleben im 21. Jahrhundert zukunftsorientiert und in aktivem Miteinander zu gestalten. Die Kulturen und die Künste werden dabei eine besondere Rolle spielen.„Die Kulturhauptstadt Europas 2025 ist für Nürnberg und die Region eine großartige Chance, uns den großen Fragen der Zukunft zu stellen und uns gemeinsam weiterzuentwickeln. Wir wollen unsere Vergangenheit als Antrieb nehmen, um Zukunft zu gestalten. Mit der Region und mit europäischen Partnern suchen wir nach Wegen, wie Kooperationen intensiviert und in gemeinsames Handeln überführt werden können“, so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly.

Das Bewerbungsbuch ist in einem intensiven Prozess entstanden, an dem viele Menschen mitgearbeitet haben: Bürgerinnen und Bürger aus Nürnberg, Künstlerinnen und Künstler aus Nürnberg und der Europäischen Metropolregion, Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen, Vereinen und Organisationen in Nürnberg und der Region, Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Themenfeldern. Auf dieser breiten Grundlage konnte ein Bewerbungsbuch erarbeitet werden, das die aktuellen Diskussionen um die Zukunft Nürnbergs widerspiegelt und danach fragt, welche Rolle die Künste und die Kulturen dabei einnehmen.
Für Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner ist es vor allem dank der Partizipation tausender Nürnberger/innen gelungen, eine zukunftsfähige und nachhaltig wirkende Bewerbung zu präsentieren: „Das Nürnberger Bid Book ist das Ergebnis eines intensiven gesellschaftlichen Diskurses und somit ein starkes Fundament für visionäre Projekte, die deutlich machen: Nürnberg ist bereit, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden und darf kommenden Aufgabenstellungen selbstbewusst entgegensehen.“

„PAST FORWARD“
Nürnberg fordert mit der Bewerbung von sich selbst und von Europa Mut zur Veränderung. Das Selbst- und Fremdbild der Stadt, das sich in großen Teilen aus der Vergangenheit speist und an vielen Stellen klischeehafte Züge annimmt, soll sich mit der heutigen Realität und Stadtgesellschaft auseinandersetzen. Dabei sollen die Vielfalt und Internationalität Nürnbergs stärker in den Vordergrund gerückt und manch liebgewonnene Komfortzone verlassen werden. „Nürnberg braucht die selbstkritische, an vielen Stellen auch schonungslose Reflexion über das Vergangene und Vertrauen in neue Gestaltungsmöglichkeiten, Nürnberg braucht neue und vielstimmige Erzählungen, Nürnberg braucht den Austausch im Rahmen von europäischen und globalen Kooperationen, deren Ideen unsere Kreativität befeuern“, so Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner, Leiter des Kulturhauptstadt-Bewerbungsbüros.
Für die Nürnberger Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2025 sei es zentral, neue Kreativorte konzeptionell in das Programm einzubinden, um so nachhaltig wirken zu können: Das neu gestaltete Museum Industriekultur und das Pellerhaus („Das Haus des Spielens“) werden 2025 die Zukunft der Arbeit, die Zukunft des Spielens und die Zukunft des analogen wie des digitalen Spiels verhandeln. Die Möglichkeit einer schrittweisen Öffnung der Kongresshalle als Produktions- und Präsentationsort für Kunst und Kultur kann einen weiteren Meilenstein markieren. Geprüft wird derzeit, ob die alte Feuerwache 1 als Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum genutzt werden kann. Die Nürnberger Kulturläden werden gemeinsam mit den Menschen aus den Stadtteilen zu Zentren der partizipativen Aushandlung von Demokratie und Stadt im 21. Jahrhundert entwickelt; kuratorisch begleitet von Sebastian Linz und Tuncay Kulaoğlu.

Die Programmdirektorin und Kuratorin Marietta Piepenbrock wird, vor dem Hintergrund des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes, den Wandel von Erinnerungsräumen in modernen Einwanderungsgesellschaften reflektieren. Der aus Singapur stammende Theater- und Festivalmacher Ong Keng Sen wird als Kurator einen besonderen, weil nicht eurozentrischen Blick auf unsere Geschichte werfen.

Besonders die Zusammenarbeit mit der Europäischen Metropolregion Nürnberg, die als ein „Europa im Kleinen“ gesehen werden kann, soll exemplarisch für das Zusammenrücken verschiedener Nationen in Europa sein. Im Jahr 2005 hat sich die Europäische Metropolregion Nürnberg in einem freiwilligen Zusammenschluss zahlreicher Gebietskörperschaften konstituiert. 40 Landkreise und Kommunen haben sich bis zum Sommer 2019 der Kulturhauptstadt-Bewerbung durch Abgabe einer Absichtserklärung angeschlossen. Sechs Arbeitsgruppen konzipieren derzeit regionale Projekt-Formate, die ab 2021 in der gesamten Metropolregion ausgerollt werden sollen.
Gegliedert in sechs Kapitel werden im Bewerbungsbuch auf 60 Seiten die Pläne für Nürnberg als Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2025 präsentiert. Das Bid Book fasst alle entscheidenden Aspekte der Nürnberger Bewerbung zusammen. Gefragt wird unter anderem nach der Motivation sich zu bewerben, nach kulturstrategischen Planungen, kulturellen und künstlerischen Aspekten der Bewerbung, nach der Beteiligung der Bevölkerung sowie der Europäischen Dimension des Projekts. Den Katalog komplettieren Abschnitte zu Finanzen, Organisation, Management und Infrastruktur. Ab sofort steht das Bewerbungsbuch in englischer Sprache auf der N2025-Homepage http://www.n2025.eu der Öffentlichkeit zur Verfügung ebenso wie eine deutsche Zusammenfassung aller Kapitel. Eine vollständige deutsche Version des Bewerbungsbuches wird im November zur veröffentlicht.

Der weitere Prozess

Zwischen dem 10. und 12. Dezember präsentieren sich alle Bewerberstädte vor der internationalen Jury in Berlin und beantworten Fragen zum Konzept und dem Programm. Anschließend wird verkündet, welche Städte auf die „Shortlist“ – also in die engere Wahl – kommen und sich somit weiter im Wettbewerb präsentieren dürfen. Die endgültige Entscheidung, welche Stadt den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 erhält, wird für Herbst 2020 erwartet.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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