Umweltstudie zum Frankenschnellweg jetzt öffentlich

Zielperspektive: Nach der Straßeneinmündung „An den Rampen“ entsteht auf dem Tunneldeckel ein Park.
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  • Zielperspektive: Nach der Straßeneinmündung „An den Rampen“ entsteht auf dem Tunneldeckel ein Park.
  • Foto: Stadt Nürnberg
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NÜRNBERG (nf) - Das komplexe Thema kreuzungsfreier Ausbau des Frankenschnellweges beschäftigt Stadt, Stadtrat, Planer und Bevölkerung seit Jahren. So manch einer hat den Glauben daran längst verloren, Bürgermeister Christian Vogel gibt sich optimistisch bei der Vorstellung des aktuellen Sachstandes samt des ergänzenden Planfeststellungsverfahrens. ,,Wir haben eine überzeugend fachliche Arbeit geleistet." Die Stadt hat freiwillig und vorsorglich eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVP) erstellen lassen.[/p]

Könnte man mit den Klägern (Bund Naturschutz und eine Privatperson) gegen den kreuzungsfreien Ausbau eine Einigung erzielen, dann - und erst dann würde man mit den konkreten Vorbereitungen starten. Ein Baubeginn ließe sich frühestens 2021/2022 realisieren. Bauzeit geschätzte 8 bis 10 Jahre. Jede weitere Verzögerung durch anstehende juristische Auseinandersetzungen treibt die Kosten (Ist-Stand 633 Millionen Euro im Haushaltsplan) jährlich um weitere 12 bis 15 Millionen Euro nach oben.

In einem nächsten Schritt wird die Stadt die Ergebnisse der Studie sowie das ergänzende Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht, die weitere Prüfungen im Zuge des Verfahrens vornehmen wird.

Über 60.000 Fahrzeuge passieren täglich das Nadelöhr zwischen An den Rampen und der Schwabacher Straße. Nur sechs Prozent davon sind nach einer Verkehrszählung Durchgangsverkehr. Alle anderen Verkehrsteilnehmer kommen aus oder wollen nach Nürnberg, Fürth oder Schwabach. Nicht nur der Tunnel würde die Anwohnerinnen und Anwohner in Zukunft vor Lärm schützen. Zwischen Stadtgrenze und Jansenbrücke, vor und nach dem Tunnel, sowie in der Neuen Kohlenhofstraße werden Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von über drei Kilometern gebaut. Über dem Tunnel (400 Meter lang) sollen Grünflächen entstehen.
In der Umweltverträglichkeitsstudie wird bestätigt, dass die Bündelung des Verkehrs auf dem Frankenschnellweg zur einer Verkehrsentlastung auf den Parallelrouten, wie beispielsweise der Fürther Straße und An den Rampen führt. Damit verbunden ist eine Lärm- und Schadstoffreduzierung. Die Eingriffe in Fauna und Flora sind laut Gutachten weitgehend verträglich. Um den Bestand des in der Neuen Kohenhofstraße vorkommenden Nachtkerzenschwärmers zu sichern, wird ein neuer Lebensraum auf einer dafür geeigneten Ausgleichsfläche geschaffen.

Positive Auswirkungen:
Deutliche Verringerung der Lärmbelastung der angrenzenden Wohngebiete in beiden Abschnitten.
Schaffung einer öffentlichen Park- beziehungsweise Grünanlage auf dem Tunneldeckel im Abschnitt Mitte.
Verbesserung des Grundwasserhaushalts im Abschnitt Mitte.
Verbesserung des Stadtklimas und des Ortsbildes infolge der Begrünung.

Keine oder geringe nachteilige Auswirkungen
Geringfügige Zunahme an Luftschadstoffen
Geringfügige Versiegelung und Überbauung anthorpogener (nicht mehr natürlicher) Böden innerhalb von Bau- oder Verkehrsflächen.
Geringe Verringerung der Grundwasserneubildung infolge Versiegelung.
Kein zusätzlicher Verbrauch bislang unverbauter Flächen.
Keine Erhöhung des Störfallrisikos (Gewerbe).

Negative Auswirkungen
Tiere und Pflanzen: Verlust von Lebensräumen, artenschutzrechtliche Verbotstatbestände erfüllt (Nachtkerzenschwärmer, eine streng geschützte Schmetterlingart).
Beeinträchtigung des Grundwasserhaushalts durch Absenkung (12 Meter) in der Bauzeit des Tunnels.
Kulturelles Erbe: Verlust der Erdbauten des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals.

Die komplette Studie kann hier eingesehen werden:
https://www.nuernberg.de/internet/soer_nbg/erg_plafe.html

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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