Anstieg nichtdeutscher Tatverdächtiger
Zahl der erfassten Straftaten in Bayern 2024 rückläufig
- 2024 wurden in Bayern deutlich weniger Drogendelikte erfasst. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht dafür einen klaren Grund. (Archivbild)
- Foto: Arne Dedert/dpa
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
- Die Kriminalstatistik zeigt für das vorige Jahr einen Rückgang der Straftaten im Freistaat - vor allem bei Drogendelikten.
- Innenminister Herrmann sieht dafür einen klaren Grund.
Nürnberg (dpa/lby/nf) - Die Polizei in Bayern hat 2024 weniger Straftaten erfasst als noch im Vorjahr. Das Innenministerium verzeichnete einen Rückgang um 3,3 Prozent auf 4.218 Straftaten pro 100.000 Einwohner, wie ein Sprecher mitteilte. Ausländerrechtliche Delikte wie illegale Einreise oder illegaler Aufenthalt sind darin nicht enthalten.
Als Grund für den Rückgang sieht Innenminister Joachim Herrmann unter anderem die neuen rechtlichen Vorgaben zum Umgang mit Cannabis. Manche nach der alten Gesetzeslage noch strafbaren Taten würden heute nicht mehr bestraft, teilte der CSU-Politiker mit.
Herrmann äußerte Besorgnis über den steigenden Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger. Im Jahr 2024 waren von insgesamt 259.065 Tatverdächtigen 41 Prozent Nichtdeutsche. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 39,6 Prozent. Seit 2010 stieg der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung in Bayern von 9,3 Prozent auf 16 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig erhöhte sich ihr Anteil an allen Tatverdächtigen von 23,7 Prozent im Jahr 2010 auf 41 Prozent im Jahr 2024 deutlich. Der Anteil der tatverdächtigen Deutschen ist hingegen von 76 Prozent auf 59 Prozent gesunken. „Die unkontrollierte Migration der letzten Jahre überfordert unser Land massiv und wirkt sich auch auf die Innere Sicherheit aus. Wir benötigen dringend einen grundlegenden Richtungswechsel in der Migrationspolitik unter der neuen Bundesregierung.
Mehr Fälle von Gewaltkriminalität
Ein Viertel aller erfassten Straftaten in Bayern waren 2024 Diebstähle. Ihre Zahl (155.908) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent. Nur 42,1 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt.
Auch bei der sogenannten Gewaltkriminalität legte die Zahl der Fälle um 5,2 Prozent auf 22.693 zu. Beim Großteil davon (78 Prozent) handelte es sich um gefährliche und schwere Körperverletzungsdelikte. Zudem spielten die meisten der Taten (63,3 Prozent) im öffentlichen Raum. Die Aufklärungsquote betrug 84 Prozent.
In 507 Fällen erfasste die bayerische Polizei Straftaten gegen das Leben. Ein leichter Rückgang zu 2023 (561). 197 Menschen starben im vorigen Jahr bei Tötungsdelikten (2023: 205). In 94,9 Prozent der Fälle wurden die Straftaten aufgeklärt. Das ist laut Herrmann der höchste Wert seit 2018.
Die Zahl der Fälle von Rauschgiftkriminalität ging laut Herrmann im vorigen Jahr um rund 39 Prozent zurück auf 31.145 Fälle. In Bezug auf Cannabis fiel der Rückgang der Fallzahlen mit rund 56 Prozent sogar noch deutlicher aus (15.270 Fälle).
Die Aufklärungsquote im Freistaat blieb mit 64,9 Prozent auf dem gleichen Niveau wie zuvor (2023: 65,2 Prozent).
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