Zu zweit oder allein? Schlaf in der Partnerschaft

Zu zweit im Bett: Das ist nicht immer ideal.
  • Zu zweit im Bett: Das ist nicht immer ideal.
  • Foto: Prinz-Peter (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)
  • hochgeladen von Melanie Admave

Wer verheiratet ist oder in einer Beziehung lebt, teilt das Bett meist mit seinem Partner. Ist Kuscheln am Abend einerseits schön, kann die Anwesenheit einer zweiten Person im Bett die Schlafqualität beeinträchtigen. Hierfür gibt es verschiedene Gründe, die sich nicht so leicht aus der Welt schaffen lassen. Die Entscheidung für getrenntes Schlafen könnte eine Lösung darstellen.

Wenn das Doppelbett zum Störfaktor wird

Im Bett, ganz gleich wie breit es ist, verbringen Paare ihre Nächte auf engstem Raum. Kein Wunder, dass sie sich hier gleich in mehreren Punkten stören könnten. Wer einen eher leichten Schlaf hat, leidet daher schnell unter dem Doppelbett und zieht immer öfter auf das Sofa um. Doch auch das ist nicht ideal, denn Störungen während der Nacht und eine nicht ergonomische Schlafunterlage können der Erholung im Wege stehen. Zu den größten Störfaktoren im Doppelbett gehören:

•Geräusche

In einer Forsa-Umfrage zum Thema Schlaf gaben rund zehn Prozent der Befragten an, sich während der Nacht häufig von Umgebungsgeräuschen gestört zu fühlen. 27 Prozent fühlten sich manchmal beeinträchtigt. Schnarcht der Partner, atmet er laut oder macht er andere Geräusche, reißt das sein gegenüber immer wieder aus dem Schlaf. Die so wichtigen Tiefschlafphasen werden dann oftmals gar nicht erreicht, was die nächtliche Erholung verhindert. Auch auf die Beziehung kann sich die nächtliche Störung dann negativ auswirken, denn unbewusst hegen viele Betroffene Groll gegen ihren Partner.

•Bewegung

Schlafen Paare gemeinsam auf einer Matratze oder liegen zwei Matratzen auf einem Lattenrost, werden die Bewegungen des Einzelnen auch auf die Betthälfte des Partners übertragen. Gleiches gilt, wenn sich Paare eine Decke teilen. Da nicht alle Menschen über einen ruhigen Schlaf verfügen und sich mitunter häufig bewegen, entsteht ein weiterer Störfaktor, der den Tiefschlaf verhindert.

•Nächtliches Aufstehen

In der Nacht gelegentlich aufzuwachen, ist nicht ungewöhnlich. Manche Menschen jedoch müssen das Bett regelmäßig verlassen. Etwa aufgrund häufigen Harndrangs während der Nachtstunden. Am Partner geht das selbstverständlich nicht spurlos vorüber. Selbst wenn das Licht gelöscht bleibt, erzeugt das Aufstehen des anderen Geräusche, die aus ruhigem schnell fehlenden Schlaf machen.

•Unterschiedliche Zubettgeh- oder Aufstehzeiten

Es ist eine Wunschvorstellung, dass sich der Schlafrhythmus und das Schlafbedürfnis von Paaren angleicht. In einigen Fällen geht einer der Partner früher zu Bett, in wiederum anderen passen die Aufstehzeiten nicht zueinander. Problematisch wird das, wenn Partner sich hierdurch gestört fühlen und zu wenig Schlaf bekommen. Steht das Gegenüber schon um halb sechs am Morgen auf, ist man selbst jedoch erst um halb zwölf zu Bett gegangen, beläuft sich die effektive Schlafdauer auf gerade einmal sechs Stunden: Zu wenig, wie Experten häufig berichten.

Einzelzimmer: Eine kluge Lösung

Werden nächtliche Störungen und unpassende Zeiten allmählich zum Problem, kann die Beziehung hierunter leiden. Partner sind dann häufiger gestresst, fühlen sich nicht ausreichend erholt und es kommt zu immer wiederkehrenden Diskussionen. Sich an diesem Punkt für getrennte Schlafzimmer zu entscheiden, kann die Rettung sein. Nicht in einem Bett zu schlafen, ist dabei kein Zeichen für mangelnde Liebe, sondern drückt Selbstfürsorge aus.

Aspekte wie nächtliche Geräusche, Bewegungen und verschiedene Gewohnheiten spielen dann keine Rolle mehr. Hinzu kommt der Vorteil, dass sich Partner ihr eigenes Bett so gestalten können, wie sie es gerne möchten. Lattenrost und Matratze lassen sich dann an das persönliche Körpergewicht und weitere Aspekte anpassen, was die Nachtruhe umso erholsamer gestaltet. Welcher Lattenrost am besten passt, beantwortet dieser Fragebogen.

Entspanntere Nächte sind bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Wohlbefinden und Gesundheit. Paare haben dann wieder mehr Freude an gemeinsamen Tagen. Wer zusätzlich etwas für guten Schlaf tun möchte, sollte darauf achten, Stress zu reduzieren und ausreichend Sport zu treiben. Sogar die Ernährung kann die Schlafqualität beeinflussen, wie deutschland-schläft-gesund.de in einem Interview berichtet. Vieles also können Paare weiterhin gemeinsam tun, um ihren Schlaf zu optimieren.

Dennoch Nähe genießen

Zögern Paare vor der Entscheidung, künftig in getrennten Betten zu schlafen, ist Furcht vor zu viel Distanz ein häufiger Grund. Viele Menschen haben Sorge, dass sich die mehrstündige Trennung während der Nachtstunden negativ auf die Beziehung auswirkt. Das jedoch muss nicht sein. In vielen Fällen berichten Frauen und Männer sogar von einer verbesserten Lebensqualität zu zweit, denn zahlreiche Stressfaktoren fallen weg. Dass Stress und Schlaf eng zusammenhängen, liegt dabei auf der Hand.

Auch bringen getrennte Schlafzimmer häufig einen weiteren positiven Aspekt mit sich: Die gemeinsam verbrachte Zeit abends auf dem Sofa oder im Alltag fühlt sich plötzlich wieder besonders an. Getrenntes Schlafen provoziert also kurze Trennungen, die dem Einzelnen etwas mehr Freiheit geben und die Freude aneinander vergrößern können. Und wer dann im Urlaub doch wieder einige Tage im gleichen Bett schläft, kann das als Ausnahme sehr viel intensiver genießen.

Beziehungen also scheitern nicht am Abschied vom Ehebett. Meist sind es andere Faktoren, die dem gemeinsamen Weg ein Ende bereiten. Paare müssen sich also nicht vor negativen Folgen fürchten, sofern sie sich im Alltag gut verstehen und am Erhalt ihrer Liebe arbeiten.

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