Fachkräftemangel
Einsteigergehälter bei Banken steigen um bis zu 15 Prozent

Fachkräftemangel: Einsteigergehälter bei Banken steigen um bis zu 15 Prozent. | Foto: Bild von StartupStockPhotos auf Pixabay
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Die Kreditinstitute greifen tiefer in die Tasche, um auf dem Arbeitsmarkt junge Talente auf ihre Seite zu ziehen. Der Grund: High Potentials sind rar gesät und werden in Bereichen wie zum Beispiel der künstlichen Intelligenz (KI) dringend gebraucht.

Das Homeoffice gehört dabei bereits zum Standard, den die Banken Bewerberinnen und Bewerbern als Benefit bieten müssen.

Klarer Aufwärtstrend beim Salär

In einem Interview mit dem Nachrichtenportal Bloomberg News erklärte unlängst Gerrit Bouckaert, CEO Recruitment beim Personaldienstleistungsunternehmen Robert Walters, dass im laufenden Jahr im Vergleich zu 2024 fünf bis 15 Prozent mehr Gehalt bei Neueinstellungen gezahlt wird. Der Grund hierfür: Es sind auf dem Arbeitsmarkt kaum genügend Fachkräfte vorhanden, der Wettbewerb um sie wird ständig härter.
Laut Bouckaert ist dieser Fachkräftemangel im Finanzbereich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa spürbar. Besonders betroffen sind die Bereiche KI, Regulatorik, Risikomanagement sowie Sustainable Finance.

Finanzbranche mit Imageproblem

Dabei ist der Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern nicht nur auf den demografischen Wandel zurückzuführen. CEO Bouckaert weist im Bloomberg-Interview darauf hin, dass die Bankenbranche in Deutschland bei jungen Talenten an Glanz verloren hat, obwohl der Finanzsektor im Allgemeinen einen sicheren Karriereweg verspricht.

Zudem würden viele junge Finance-Talente Start-up- und Tech-Unternehmen den Vorzug geben, die mit einem attraktiveren Image sowie mehr Flexibilität für sich werben. Hier zeigt sich ein weiteres Problem der traditionell aufgestellten Kreditinstitute, so Bouckaert: das Stigma der geringen Flexibilität, wenn es um die Arbeitszeit und den Arbeitsort geht.

Zurückhaltung bei Bonuszahlungen

Erstaunlich ist, dass Boni in Deutschland laut Gerrit Bouckaert gegenüber anderen europäischen Ländern eine eher untergeordnete Rolle spielen. Sie liegen bundesweit im Banking-Sektor bei etwa zehn bis 15 Prozent des Festgehalts, so der Recruiting-CEO.

In anderen Ländern sei dieser Anteil von Bonuszahlungen bei der Gesamtvergütung wesentlich höher, zum Beispiel in Großbritannien.

Homeoffice wird für Bewerber zum Must-have

Zudem weist Bouckaert darauf hin, dass das Homeoffice für viele junge Bewerberinnen und Bewerber auf Jobsuche ein entscheidendes Kriterium darstellt. Es nimmt bei der Entscheidungsfindung einen großen Raum ein, dementsprechend bieten viele Banken bereits großzügige Remote-Regelungen an.

Ein Trend, der branchenübergreifend ist: So zeigt eine unlängst veröffentlichte Studie der Uni Konstanz, dass in diesem Jahr 71 Prozent aller Befragten bei der Jobsuche verstärkt darauf achten, ob bei einem Jobangebot das Arbeiten im Homeoffice möglich ist. Im Jahr 2020 waren das noch 54 Prozent, im darauffolgenden Jahr 59 Prozent.

Heimarbeit ist nicht der einzige Benefit

Dabei ist das Homeoffice mittlerweile bei Weitem nicht der einzige Arbeitnehmervorteil, der mittlerweile zum Feelgood-Angebot der Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister gehört. So bietet das Finanzdienstleistungsunternehmen tecis seinen Mitarbeitenden unter anderem zusätzlich flexible Arbeitszeiten, Coaching-Angebote und sogar Mitarbeiter-Beteiligungen an.

Laut dem tecis-Auftritt beim Bewertungsportal kununu scheint das Angebot intern positive Impulse zu setzen: In puncto Zufriedenheit bei der Unternehmenskultur bewerten die Mitarbeitenden bei tecis das Unternehmen auf einer Skala von eins bis fünf mit der Note 4,8.

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Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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