Rückenschmerz adé – eigenes Grün entspannt genießen

Symbolbild: © K.-U. Häßler - Fotolia
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MÜNCHEN (pm) - Mit einem eigenen Garten schaffen sich viele ihr kleines Erholungsgebiet direkt vor der Haustür. Doch Rasen, Sträucher und Blumenbeete benötigen regelmäßige Pflege und erfordern oft körperliche Anstrengung.


Auch wenn Arbeit an der frischen Luft einen guten Ausgleich zum häufig bewegungsarmen Alltag schafft, leiden besonders untrainierte Rückenmuskeln unter fehlerhafter Körperhaltung und dem Tragen schwerer Lasten. „Dabei lassen sich Bewegungsabläufe einfach rückenfreundlich gestalten und spezielle Gartengeräte vermeiden schmerzhafte Verspannungen oder Verletzungen wie Bandscheibenvorfälle“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

Um den Rücken zu schonen, kommt es auch im Garten auf die richtige Haltung an. Besonders bei Arbeiten am Boden gilt es, Rücken und Oberkörper aufrecht zu halten. Anstatt sich nach vorne zu beugen und mit dem Kopf nach unten zu arbeiten, entlastet eine kniende Position die Lendenwirbelsäule. „Wer in der Hocke ein Knie auf den Boden stellt und den Unterarm am Oberschenkel aufstützt, stabilisiert sein Rückgrat zusätzlich“, weiß Dr. Schneiderhan. Hochbeete oder erhöhte Tische ermöglichen sogar Arbeiten im Stehen, und für den Transport von schweren Gegenständen wie Blumenerde oder Pflanzenkübeln bieten sich Schubkarren oder Untersetzer auf Rollen als Hilfsmittel an. Lässt sich das Tragen nicht vermeiden gilt es, nicht zu viel Gewicht auf einmal zu bewegen und die Kraft aus der Beinmuskulatur zu nutzen. Mit einer zur Hälfte gefüllten Gießkanne lassen sich also Rücken und Gelenke schonen und der Weg zum Beet ist nur halb so beschwerlich. Außerdem gilt auch im Garten abwechslungsreiche Bewegung als förderlich. Häufige Positionswechsel lockern dabei die Muskeln und lösen eventuelle Verspannungen.

Auf die richtigen Hilfsmittel achten

Neben einer rückenfreundlichen Haltung stellt auch das richtige Werkzeug einen wichtigen Aspekt dar. Zum Beispiel erleichtern höhenverstellbare Gartengeräte Hobbygärtnern die Arbeit erheblich – auf verschiedene Körpergrößen einstellbare Rasenmäher gewährleisten eine jederzeit aufrechte Position. Nicht einmal mehr Unkrautjäten erfordert heutzutage einen gebückten Rücken, denn Geräte mit Teleskopstiel greifen das ungebetene Grün ganz einfach im Stehen. Geht es zum Beschneiden von Bäumen und größeren Sträuchern hoch hinaus, empfehlen sich für den Außenbereich geeignete Leitern mit stabilem Stand; spezielle Baumscheren mit Teleskopstangen ermöglichen sogar bequemes Arbeiten vom Boden aus. „So muss der Kopf beim Schneiden der Äste nicht zu stark in den Nacken gelegt werden und die Halswirbelsäule bleibt vor Überbelastungen geschützt“, so Dr. Schneiderhan. Er betont: „Auch auf das Gewicht des Werkzeugs sollten Nutzer beim Kauf achten, denn leichte Geräte entlasten das Rückgrat zusätzlich und sorgen so dafür, dass die Freude am Gärtnern überwiegt.“

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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