Beschwerden über Plattform-Entscheidungen
Deutschland meldet besonders viele Streitfälle
- Bei den meisten Beschwerden aus Deutschland geht es um Beiträge auf Instagram, Facebook oder TikTok. (Symbolbild)
- Foto: Marcus Brandt/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Brüssel (dpa/ak) – Aus Deutschland sind innerhalb eines Jahres mehr als 1.800 Fälle zu strittigen Entscheidungen großer Social‑Media‑Plattformen beim Appeals Centre Europe eingegangen. Damit liegt die Bundesrepublik im EU‑Vergleich auf Rang fünf. Die unabhängige Schlichtungsstelle gab in 85 Prozent der überprüften deutschen Fälle den Nutzerinnen und Nutzern recht und widersprach damit den ursprünglichen Entscheidungen von Facebook, Instagram, TikTok oder YouTube.
Das Zentrum steht allen EU‑Bürgerinnen und ‑Bürgern offen, die mit dem Umgang der Plattformen mit problematischen Inhalten unzufrieden sind – etwa wenn Beiträge mit Hassrede, sexualisierten Darstellungen oder Gewalt nicht gelöscht werden. Zwar sind die Entscheidungen des Appeals Centre Europe nicht bindend, die Unternehmen müssen sich jedoch mit ihnen auseinandersetzen.
Insgesamt gingen zwischen April 2025 und März 2026 mehr als 24.000 Streitfälle aus der EU ein. Die meisten stammten aus Frankreich, gefolgt von Belgien, Italien und Spanien.
Besonders häufig widersprach das Zentrum in deutschen Fällen den Plattformen bei Inhalten zu verbotenen Waren und Dienstleistungen. In diesem Bereich lag die Quote bei 82 Prozent. Ebenfalls hoch waren die Werte bei Betrug sowie Gewalt und Kriminalität, jeweils bei 80 Prozent. Unter allen deutschen Meldungen dominierten Verstöße gegen Account‑Richtlinien, gefolgt von Nacktbildern und sexualisierten Inhalten sowie Hassrede. Weitere Fälle betrafen gefährliche Organisationen, Falschinformationen, grafische Inhalte und Suizid. Am häufigsten wurden Facebook und Instagram genannt, dahinter folgten TikTok, YouTube und Threads.
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