Handballkrimi des HC Erlangen
Erlangen und Melsungen trennen sich unentschieden
- Der HC Erlangen mit Lars Genz (Nr. 3) im Angriff auf das Tor der Melsunger (JockiFoto, Erlangen)
- hochgeladen von Jocki Krieg
Erlangen (HJK) - Das letzte Heimspiel des Jahres brachte für den HC Erlangen vor ausverkaufter ARENA einen wahren Handballkrimi mit sich. Nachdem die Melsunger den besseren Start erwischten, bewies der HCE unglaublichen Kampfgeist und erarbeitete sich immer wieder den Ausgleich, kurz vor Schluss sogar die Führung. Nach einer nervenzerreißenden Crunchtime endete das Spiel durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle unentschieden mit 26:26 (15:16).
Erlanger zeigen Kampfgeist
Am Samstagabend traf der HC Erlangen vor einer großartigen Kulisse im Rahmen der legendären Black Night auf die MT Melsungen. Die Gäste erwischten den besseren Start in der PSD Bank Nürnberg ARENA und konnten nach fünf Minuten durch Nikolaj Enderleit bereits mit 0:3 in Führung gehen. Trotz der lautstarken Unterstützung des Publikums tat sich der HCE im Angriff schwer und leistete sich in der Anfangsphase einige Fehlwürfe. Allerdings gaben sich die Erlanger nicht auf, Viggó Kristjánsson verwandelte einen Siebenmeter und verkürzte auf 1:3.
Ausgleich erkämpft
Unter tosendem Applaus gelang dem HC Erlangen durch Viggó Kristjánsson nach knapp zwanzig Minuten schließlich der Ausgleich zum 8:8. Spätestens in dieser Phase entwickelte sich ein Handballfight auf Augenhöhe, bei dem beide Teams bis zur letzten Sekunde um jeden Ball kämpften. Auch wenn es der MT immer wieder gelang in Führung zu gehen, ließen sich die Gastgeber nicht mehr abschütteln. Kurz vor der Pause mussten die Nordhessen nach einem Foul an Sander Øverjordet eine rote Karte gegen Rubén Marchán hinnehmen und dezimierten sich damit selbst. Gute Antworten hatte der HCE jedoch auch parat: Mit der Halbzeitsirene verkürzte Kapitän Christopher Bissel auf 15:16.
Nichts für schwache Nerven
Die zweite Hälfte begann mit Tempo und einem erneut besseren Start für die Gäste. Dimitri Ignatow erhöhte auf 15:18. Wie schon im ersten Abschnitt behielten die Erlanger einen kühlen Kopf, Christopher Bissel lieferte den Assist, Viggó Kristjánsson verwandelte sehenswert per Kempa zum 16:18. Allerdings leisteten sich die Franken zu viele Fehlwürfe im Angriff, wodurch sich die MT Melsungen erneut absetzen konnte (16:19).
Die ARENA tobte
Mit Beginn der Schlussphase gelang es Viggó Kristjánsson auf 19:21 zu verkürzen. Mit den tollen Fans im Rücken erzielte Sander Øverjordet kurz darauf den Anschlusstreffer zum 20:21 – schon jetzt tobte die ARENA. Eine Parade von Tin Herceg ließ die Fans des HCE völlig aus ihren Sitzschalen aufspringen, unter Standing Ovations traf zudem Youngster Hans-Lukas Willax zum erneuten Ausgleich (23:23) und die Halle bebte. Der Handballkrimi des Hinspiels schien sich zu wiederholen. Als Tin Herceg den nächsten Wurf der Gäste parierte und Viggó Kristjánsson auf der Gegenseite zur ersten Führung des HC Erlangen traf, explodierte die ARENA förmlich.
Dem Heimsieg ganz nah
Zwanzig Sekunden vor Schluss hatte Erlangen die erneute Möglichkeit in Führung zu gehen. Jeder der 8.400 Zuschauer stand schon längst als Sander Øverjordet sich ein Herz fasste und den Ball zum 26:25 im Tor versenkte. Melsungen nahm eine letzte Auszeit, es blieben 14 Sekunden auf der Uhr. Olle Forsell Schefvert verwandelte zum 26:26, doch nach Videobeweis gab es einen letzten Siebenmeter für die Erlanger nach Ablauf der Spielzeit. Das Spiel hätte kein spektakuläreres Drehbuch bekommen können, doch das ganz große Happy End verwehrte Kristóf Palasics, der den Wurf von Viggó Kristjánsson hielt und für die Nordhessen den Punkt rettete.
Erlangen holt einen wichtigen Punkt
Auch wenn der HCE am Ende keinen zweiten Punkt in eigener Halle behalten konnte und die Enttäuschung im ersten Moment groß war, ist dieses Unentschieden gegen die MT Melsungen ein weiteres Zeichen für die tolle Entwicklung, die das Team von Johannes Sellin in dieser Saison gemacht hat. 14 Punkte zum Weihnachtsfest sind eine erhebliche Steigerung zum Vorjahr, als der HCE den Jahreswechsel noch mit fünf Zählern beschließen musste. Erneut hat der HCE gezeigt, dass er mit Willenskraft, Moral und der lautstarken Unterstützung der Fans auch gegen große Favoriten punkten kann.
Weitere Informationen: https://www.hc-erlangen.de
Autor:Jocki Krieg aus Erlangen |
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