Zusatzvorstellung wegen großer Nachfrage
Krieg und Frieden: Prokofjews monumentale Oper erneut auf der Nürnberger Opernbühne

Nicht weniger als vier Zeitebenen lässt Jens-Daniel Herzog in seine Inszenierung von „Krieg und Frieden“ einfließen.
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  • Nicht weniger als vier Zeitebenen lässt Jens-Daniel Herzog in seine Inszenierung von „Krieg und Frieden“ einfließen.
  • Foto: Staatstheater Nürnberg/Ludwig Olah
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Sergej Prokofjews Werk in der Regie von Staatsintendant Jens-Daniel Herzog am 14. Juni in der Oper Nürnberg

NÜRNBERG (pm/nf) - Auf Grund der großen Nachfrage seitens des Publikums und anlässlich der Jahrestagung des Deutschen Bühnenvereins vom 13. bis 15. Juni 2019 in Nürnberg wird die Eröffnungsinszenierung der Spielzeit 2018/19 „Krieg und Frieden“ in der Regie von Jens-Daniel Herzog und unter der Leitung von Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz am 14. Juni ein weiteres Mal auf die Nürnberger Opernbühne gebracht.

In der Inszenierung des Staatsintendanten und Operndirektors ist in insgesamt mehr als 50 Rollen nahezu das gesamte neue Opernensemble zu erleben, hinzu kommen die Sängerinnen und Sänger des Internationalen Opernstudios und des Opernchors. Die neue musikzeitung attestierte dem Staatstheater Nürnberg nach der Premiere, ihm sei „zum Start in die neue Opernsaison auf beeindruckende Weise ein Kraftakt gelungen“.

Prokofjews Oper, ein Wahnsinnsunternehmen mit 72 Rollen in der Originalbesetzung, einem großen Chor und Orchester, schwankt zwischen Größenwahn und Intimität, Schlachtengemälde und Liebesdrama, Propaganda-Schinken und Satire. Sein Thema ist nichts weniger als der verzweifelte, manchmal heldenhafte und manchmal lächerliche Kampf eines Volkes um seine Identität und die Suche einiger Menschen nach dem Sinn des Lebens: Im Frühjahr 1812 fällt Napoleon mit der bis dahin größten Armee aller Zeiten in die Weiten Russlands ein. Westeuropas Krieg gegen Russland trifft auf eine russische Oberschicht, die vollkommen verwestlicht ist, sich auf Französisch unterhält, italienische Musik hört, deutsche Philosophen liest und die Zivilisation des Westens als Maßstab des privaten und gesellschaftlichen Lebens versteht. Fassungslos stehen die Russen der Grausamkeit der Franzosen gegenüber und beginnen, den Kampf als großen Zusammenprall unversöhnlicher Kulturen zu begreifen. Tolstois Roman und Prokofjews Oper nehmen drei Personen besonders in den Blick: die junge Natascha Rostowa, der das Leben ihre Unbeschwertheit nimmt, ihren zeitweiligen Verlobten Fürst Andrej Bolkonski, der erst im Sterben das Gefühl einer allumfassenden Sinnlosigkeit ablegen kann, und den Grafen Pierre Besuchow, der mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt geht und versucht, seine Individualität in der Masse des Volkes aufzulösen.

Nicht weniger als vier Zeitebenen lässt Jens-Daniel Herzog in seine Inszenierung von „Krieg und Frieden“ einfließen, die für das Verständnis des Werkes relevant sind und zugleich seine Aktualität widerspiegeln: Die Zeit der Handlung des Romans und der Oper, also die Jahre um Napoleons Russlandfeldzug 1812, die 1860er Jahre, in denen der Roman geschrieben wurde, eine Zeit, in der von dem vermeintlichen Zusammenstehen von Elite und Volk gegen den Feind nichts mehr zu spüren war, dann die Zeit der Entstehung der Oper 1941, als die Geschichte sich zu wiederholen schien und ein riesiges europäisches Heer in Russland einfiel, und schließlich die Gegenwart, in der viele Menschen in Russland die Verbrechen Stalins vergessen zu haben scheinen und sich Putin die Verklärung der Vergangenheit für eigene Zwecke zunutze macht.

Herzog erzählt das monumentale Epos als großes historisches Stationendrama, fokussiert sich dabei jedoch auf die drei Figuren Natascha Rostowa (Eleonore Marguerre), Andrej Bolkonski (Ks. Jochen Kupfer) und Pierre Besuchow (Zurab Zurabishvili), auf ihre Suche nach sich selbst, nach dem Glück und nach dem Sinn des Lebens, die sie mitten hineintreibt in die Ereignisse ihrer Zeit.

Die musikalische Leitung übernimmt Joana Mallwitz, seit Beginn der Spielzeit 2018/19 Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg. Es spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg. Darüber hinaus sind der Chor und der Extrachor des Staatstheaters Nürnberg auf der Opernbühne zu erleben.

Zusatzvorstellung:
Freitag, 14. Juni 2019, 19 Uhr, Opernhaus

Tickets:
Tel.: 0180-1-344-276 (Festnetz 3,9 ct/Min, Mobil bis zu 42 ct/Min) oder unter www.staatstheater-nuernberg.de

Nicht weniger als vier Zeitebenen lässt Jens-Daniel Herzog in seine Inszenierung von „Krieg und Frieden“ einfließen.
Nicht weniger als vier Zeitebenen lässt Jens-Daniel Herzog in seine Inszenierung von „Krieg und Frieden“ einfließen.
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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