Altstadtfreunde - Stadtspaziergang
Stark und einflussreich: Frauen in Nürnberg!

Albrecht-Dürer-Platz in Nürnberg. Am dortigen Milchmarkt hatte die Patrizierfamilie Tucher ihren Stammsitz. Ursula Tucher steht im Spaziergang als Beispiel für die Patrizierfrauen.
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  • Albrecht-Dürer-Platz in Nürnberg. Am dortigen Milchmarkt hatte die Patrizierfamilie Tucher ihren Stammsitz. Ursula Tucher steht im Spaziergang als Beispiel für die Patrizierfrauen.
  • Foto: Altstadtfreunde Nürnberg/Archiv
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NÜRNBERG (pm/nf) - Auch im Juni laden die Altstadtfreunde wieder zu einem ihrer beliebten Spaziergänge ein. Diesmal geht es um berühmte Frauen, von denen einige der Allgemeinheit kaum noch bekannt sind. So ist es dem Verein ein Anliegen, verdiente Frauen, deren Nachruhm langsam verblasst, wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Führungen starten am Samstag, 25. Juni, von 10 bis 16 Uhr zu jeder vollen Stunde am Lorenzer Platz. Die Teilnahme ist kostenlos.

In Nürnberg sind nur knapp 10 Prozent der Straßennamen mit Personenbezug nach Frauen benannt, und es gibt nur zwei Denkmäler für Frauen. Dabei ist die erste Erwähnung Nürnbergs im Jahre 1050 in der sogenannten Sigena-Urkunde untrennbar mit einer Frau verbunden. In dieser Urkunde bestätigte Kaiser Heinrich III. die Freilassung einer „Hörigen“ namens Sigena. Sie war die Leibeigene des Adeligen Richolf, der sie zur Frau nehmen wollte. Der Kaiser schlug ihr eine Münze aus der Hand, womit sie als frei galt.

Doch auch an starke und einflussreiche Frauen der jüngeren Geschichte wird in dem Rundgang erinnert. So z. B. an Käte Strobel (1907-1996). Sie war die Tochter eines Schuhmachers und wuchs mit fünf Geschwistern in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf. Nach der Schule machte sie eine kaufmännische Ausbildung. Als Politikerin und Bundesministerin lag Käthe Strobel die Besserstellung der Frauen am Herzen. Sie trug dazu bei, Vorurteile gegenüber Frauen in der Politik abzubauen. „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte.“ 1980 wurde ihr als erster Frau die Nürnberger Ehrenbürgerschaft verliehen. Lange Zeit war sie die einzige, bis 2014 Renate Schmidt als zweite Frau diese Ehrung erhielt, neben 49 Männern.

Das Foto zeigt das Spielzeugmuseum in den 70er Jahren, Beginn des langjährigen Engagements von Frau Dr. Lydia Bayer als Leiterin dieses Museums.
  • Das Foto zeigt das Spielzeugmuseum in den 70er Jahren, Beginn des langjährigen Engagements von Frau Dr. Lydia Bayer als Leiterin dieses Museums.
  • Foto: Altstadtfreunde Nürnberg/Archiv
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Insgesamt 12 bemerkenswerte Frauen werden bei dem Altstadtspaziergang vorgestellt, einige mit ihrem Wohnhaus, andere an ihrer Wirkungsstätte. So steht das Geburtshaus von Agnes Frey, der Frau von Albrecht Dürer, noch in der Oberen Krämersgasse oder das Tucher‘sche Haus am Albrecht-Dürer- Platz, in das Ursula Tucher als zweite Frau des Patriziers und Jerusalemfahrers Hans VI. 1467 einheiratete. In der Findelgasse ist Elisabeth Krauß verankert, die „Mutter der Armen und Waisen“, ebenso wie Berta Kipfmüller, die als erste bayerische Frau promovierte. Beispielhaft für die Frauen, die auf der Schattenseite standen, wird an Margaretha Mauter erinnert. Sie war eine von mindestens acht Frauen, die als Hexen verbrannt wurden.

Wann und wo?

Samstag, 25. Juni 2022, 10-16 Uhr, Führungen zu jeder vollen Stunde
Treffpunkt: Lorenzer Platz Dauer: etwa 90 Minuten

Nürnberg-SPD fordert: Mehr Frauenpower aufs Schild!
Albrecht-Dürer-Platz in Nürnberg. Am dortigen Milchmarkt hatte die Patrizierfamilie Tucher ihren Stammsitz. Ursula Tucher steht im Spaziergang als Beispiel für die Patrizierfrauen.
Das Foto zeigt das Spielzeugmuseum in den 70er Jahren, Beginn des langjährigen Engagements von Frau Dr. Lydia Bayer als Leiterin dieses Museums.
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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