Der Weg zum Titel kostet Millionen ++ Umfrage
Kulturhauptstadt 2025: Nürnberg veröffentlicht das zweite Bewerbungsbuch

Oberbürgermeister Marcus König, Kulturbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner und der Leiter des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas 2025, Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner (v.l.), stellten am 21. September 2020 im Historischen Rathaussaal das zweite Bewerbungsbuch vor.
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  • Oberbürgermeister Marcus König, Kulturbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner und der Leiter des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas 2025, Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner (v.l.), stellten am 21. September 2020 im Historischen Rathaussaal das zweite Bewerbungsbuch vor.
  • Foto: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg hat am Montag das zweite Bewerbungsbuch um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 bei der Kulturstiftung der Länder eingereicht und zeitgleich veröffentlicht. Auf 100 Seiten beschreibt das Buch das geplante kulturelle und künstlerische Programm, die europäische Dimension, die Strategie und die Idee, die hinter dem Slogan PAST FORWARD und den drei Themen „Humanity“, „Activity“ und „Community“ steht.

Die Einreichung des in englischer Sprache verfassten Buchs ist neben dem digitalen Jury-Besuch (23. Oktober) und der Präsentation (27. Oktober) vor der internationalen Jury ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur Kulturhauptstadt. Die endgültige Entscheidung der Jury fällt am 28. Oktober 2020.

Oberbürgermeister Marcus König, Kulturbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner und Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner, Leiter des Bewerbungsbüros, stellten das Buch gemeinsam vor. PAST FORWARD ist das Leitmotiv
Der Slogan PAST FORWARD ist das Leitmotiv der Nürnberger Bewerbung und zieht sich konsequent durch das Bewerbungsbuch. Er hat mehrere Dimensionen: PAST. Wir kehren der Geschichte nicht den Rücken, sondern stellen uns ihr. Wir nehmen die Geschichte der Stadt, der Region und Europas an, hinterfragen und diskutieren sie im Hier und Jetzt und leiten daraus die Zukunft ab. FORWARD. Das Neue hat es oft schwer, das Alte zu überwinden – Nürnberg will sich heute mehr denn je auf europäische und globale Diskurse sowie herausfordernde politische und künstlerische Positionen einlassen. Die Bewerbung schaut mit neuen Konzepten und mit den Mitteln von Kunst und Kultur nach vorne und zeigt die Wege auf, die es in Nürnberg, der Region und in Europa zu gehen gilt. 

Nürnbergs Themen – Nürnbergs Plattformen

Die in der Bewerbung gesetzten Themen sind aktueller denn je und haben gegenüber dem ersten Buch an Schärfe und Perspektive gewonnen:
 Humanity – Menschlichkeit als Leitziel in einem superdiversen Europa
 Activity – Arbeit, Lernen und Spielen, um die Welt zu gestalten
 Community – das Miteinander in einer europäischen Stadt des21. Jahrhunderts

Neben den mehr als 130 Kooperationen, die mit Künstlerinnen und Künstlern, Kuratorinnen und Kuratoren, Städten und Kultureinrichtungen eingegangen werden, legt das Bewerbungsbuch die geplante Zusammenarbeit mit anderen Kulturhauptstädten detailliert dar, darunter das griechische Eleusis 2021, das ungarische Veszprém-Balaton (2023) und das estnische Tartu (2024). Zentral ist zudem die Kooperation mit der slowenischen Partner-Kulturhauptstadt im Jahr 2025.

Der Weg zum Titel und die Kosten

Die Initiatoren der Stadt Nürnberg sind überzeugt: ,,Für den großen Wandel, den Nürnberg so dringend braucht, ist der Titel ECoC2025 (European Capital of Culture 2025) unverzichtbar – und Städte wie Nürnberg sind für Europa unverzichtbar. Das Nürnberg der Zukunft ist eine Stadt, die – weil sie ihre Geschichte nicht vergessen hat – mit radikal neuen Perspektiven nach vorne blickt. Die Kandidatur als Kulturhauptstadt Europas 2025 ist eine einzigartige Chance, Veränderungen herbeizuführen in einer Stadt, die trotz ihrer Routinen und Gewohnheiten alle Möglichkeiten hat, eine lebendige, europäische Stadt, eine echte europäische Metropole zu werden."

Veranschlagt sind als operative Ausgaben insgesamt 83,2 Millionen Euro, wobei rund 89 Prozent auf den öffentlichen Sektor, neun Prozent auf den privaten Sektor und rund zwei Prozent auf eigene Einkünfte entfallen. Hinzu kommen für investive Ausgaben im Rahmen der Bewerbung weitere 20 Millionen Euro. Das Gesamtbudget gestaltet sich wie folgt: Stadt Nürnberg: 30 Millionen Euro, Freistaat Bayern: 30 Millionen Euro, Bund: 25 Millionen Euro (voraussichtlich), Region: 6,2 Millionen Euro, EU-Förderprogramme:
2,5 Millionen Euro, Sponsoring: 7,5 Millionen Euro, Einnahmen: 2 Millionen Euro.
Von den 83,2 Millionen Euro für die operativen Ausgaben sind 50 Millionen Euro für das kulturelle und künstlerische Programm vorgesehen, die restlichen Ausgaben beziehen sich unter anderem auf Organisation, Administration, Personal und Marketing. Ab 2021 wird an der im Bewerbungsbuch vorgezeichneten Fundraising-Strategie ebenso intensiv gearbeitet, wie an der Marketing- und Kommunikationsstrategie sowie an dem neu entstehenden Service-Center, das allen Kulturakteurinnen und Kulturakteuren als Anlaufstelle für Fördermittelakquise dienen wird. Bei Titelzuschlag wird das Bewerbungsbüro in die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH überführt, bei der die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern die Anteilseigner sind. Die Arbeit der Nürnberg2025 gGmbH wird von einer künstlerischen Leitung und einer Verwaltungsleitung verantwortet. Eingerichtet werden zudem ein Aufsichtsrat (Vorsitz: Marcus König) und ein Beirat (Vorsitz: Dr. Ulrich Maly).

Wie wichtig ist Ihnen der Titel ,,Kulturhauptstadt Europas 2025" für Nürnberg?
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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