Sonnenfinsternis forderte viel Aufmerksamkeit: Netzbetreiber zufrieden

Die Sonnenfinsternis 2015 war spannend. Doch wie sah es in unseren Stromnetzen aus?
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  • Foto: Nicole Fuchsbauer
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NÜRNBERG (pm/nf) - Die Mitarbeiter in der Netzleitstelle der Main-Donau Netzgesellschaft Nürnberg hatten am Freitag, 20. März 2015, keine Zeit, die Sonnenfinsternis über Nürnberg im Freien zu beobachten – obwohl die Wetterbedingungen ideal gewesen wären. Ihre Augen waren auf zahlreiche Bildschirme gerichtet, die über die Situation im Netz wichtige Informationen lieferten.

Die wichtigste Frage für alle Netzbetreiber war deshalb: Bleibt die Frequenz im Stromnetz während der Sonnenfinsternis stabil? Denn an der Frequenz im Stromnetz lässt sich das Gleichgewicht zwischen Energienachfrage und -angebot ablesen. Im Normalzustand liegt die Frequenz bei 50 Hertz. Steigt oder fällt die Frequenz, wird der Netzzustand instabil.

Kurz nach 9:30 Uhr, als sich der Mondschatten über die Sonne schob, zeigte sich auf den zahlreichen Bildschirmen der Netzleitstelle eine Veränderung: Die Einspeiseleistung aus den installierten Photovoltaikanlagen nahm deutlich ab – besonders im Netzgebiet der Main- Donau Netzgesellschaft, einem Tochterunternehmen der N-ERGIE Aktiengesellschaft. Dort speisen insgesamt 44.000 Photovoltaikanlagen ein und reduzierten während der ersten Phase der Sonnenfinsternis gleichzeitig ihre Stromproduktion.

Insgesamt ging die Einspeiseleistung bis zum Höhepunkt der Sonnenfinsternis gegen 10:40 Uhr um 600 Megawatt (MW) zurück. Dies entspricht dem anderthalbfachen Strombedarf der Stadt Nürnberg. Parallel dazu stieg der Strombezug aus dem vorgelagerten Netz, um die Schwankung auszugleichen.

Besonders die zweite Hälfte der Sonnenfinsternis war für die Main-Donau Netzgesellschaft sehr spannend: Da die installierten Photovoltaikanlagen bis zur Mittagszeit nahezu 100 Prozent ihrer Leistung erreichten, mussten die von den Übertragungsnetzbetreibern zugeschaltete Kraftwerksleistungen im gesamtdeutschen Stromnetz schnell reduziert werden.

Aufatmen konnten die Mitarbeiter der Netzleitstelle erst gegen 12:15 Uhr, als der Normalzustand im Netz wieder hergestellt war.

Zahlreiche Internetnutzer waren live dabei und konnten die Sonnenfinsternis aus Sicht eines Verteilnetzbetreibers beobachten: Die Main-Donau Netzgesellschaft übertrug minutengenau die Veränderungen der Einspeisung aus Photovoltaikanlagen und parallel den Bezug aus dem vorgelagerten Netz.

Übertragungsnetzbetreiber, Verteilnetzbetreiber und nachgelagerte Stadt- und Gemeindewerke kooperieren sehr eng und haben sich intensiv und sorgfältig auf die Sonnenfinsternis vorbereitet. Neben Kommunikationsübungen wurden diverse Szenarien durchgesprochen, Daten ausgetauscht, mögliche Netzschaltungen berechnet und definiert.

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