Steigende Patientenzahlen – unzureichende Vergütung

Klinikchefs machten im Nürnberger Rathaus ihrem Unmut Luft. Ambulante Notfallbehandlungen nehmen immer mehr zu und kosten viel Geld.
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  • Foto: Klinikum Nürnberg
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DGINA fordert faire Finanzierung der Notaufnahmen

NÜRNBERG (pm/nf) - Unter dem Motto ,,In der Notaufnahme kennen wir keinen Schlusspfiff" forderte die Arbeitsgemeinschaft mittelfränkischer Krankenhäuser im Sommer eine leistungsgerechte Vergütung der Notfallversorgung.

Lesetipp: Der MarktSpiegel berichtete bereits im Juli 2014:
http://www.marktspiegel.de/nuernberg-nord/lokales/in-der-notaufnahme-gibt-es-keinen-schlusspfiff-d7258.html

Insgesamt 31 Kliniken beteiligten sich an der trägerübergreifenden Aktion. Gemeinsam versorgen sie mehr als 320.000 stationäre sowie 380.000 ambulante Patienten pro Jahr und erbringen damit umfangreiche Leistungen in der Notfallversorgung. Deren Kosten werden im Vergütungssystem allerdings nicht abgebildet.

,,Für einen ambulant versorgten Patienten erhält ein Krankenhaus im Durchschnitt rund 30 Euro", sagt Dr. Timo Schöpke, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA). Damit könnten seiner Aussage nach zwar die Kosten von Arztpraxen gedeckt werden, nicht aber die der klinischen Notfallversorgung. ,,Zur Vorhaltung von Ausstattung und Personal entstehen in Notaufnahmen durchschnittliche Kosten von etwa 130 Euro bei jedem Patienten, der direkt nach der Notfallversorgung in die ambulante Weiterbehandlung entlassen werden kann", so Schöpke weiter.

In einem Positionspapier hat die DGINA bereits vor einem Jahr deutlich gemacht, dass sich daraus deutschlandweit ein jährlicher Fehlbetrag von mindestens einer Milliarde Euro ergibt. Allein bei den 31 Kliniken in Mittelfranken sorgte die ambulante Notfallversorgung in 2013 für ein Minus von 22,1 Millionen Euro.

Ziel müsse es laut Schöpke deshalb sein, die Kliniken von Routinefällen zu entlasten – etwa durch die Verknüpfung von Notaufnahmen und Bereitschaftspraxen der KV. Diese würden ärztliche Hilfe für Menschen bieten, die nicht lebensbedrohlich erkrankt seien und außerhalb der gängigen Arztpraxiszeiten Beschwerden hätten – vor allem abends oder am Wochenende. ,,Idealerweise sind diese Praxen direkt in den Krankenhäusern angesiedelt. Bislang sind sie aber längst nicht überall vorhanden", kritisiert der DGINA-Generalsekretär. ,,Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben sich in der Vergangenheit immer mehr aus der Notfallversorgung zurückgezogen, so dass immer weniger Praxen außerhalb der offiziellen Sprechstundenzeiten zur Verfügung stehen."
Und Schöpke warnt: ,,Alle Notfallleistungen, die nicht in Arztpraxen, sondern nur in Notaufnahmen erbracht werden können, müssen dringend kostendeckend vergütet werden. Ohne eine leistungsgerechte Vergütung kann eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung in Zukunft nicht mehr garantiert werden."

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die 9. Jahrestagung der DGINA vom 6. bis 8. November in der Nürnberger Meistersingerhalle ebenfalls mit der adäquaten Finanzierung der Notfall- und Akutmedizin. Aber auch darüber hinaus erwartet die Teilnehmer ein umfangreiches und vielschichtiges Programm. Alle Informationen zur Jahrestagung gibt es auf

www.dgina-kongress.de.

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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