Söder präsentiert neue Minister
In der CSU brodelt die Gerüchteküche

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.  | Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
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MÜNCHEN (dpa/lby) - Kurz vor der Umbildung des bayerischen Kabinetts kursieren in der CSU immer mehr Namen für mögliche Ministerposten. Ungeachtet aller Namen und Ämter gab es am Tag vor der Neuaufstellung nur eine Gewissheit: Bis Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in der Sitzung der Landtagsfraktion (10.00 Uhr) die neuen Namen nennt, ist nichts entschieden. Aus seinem Umfeld hieß es, die finalen Entscheidungen würden erst unmittelbar vor der Sitzung gefällt. Ein Überblick über die brodelnde Gerüchteküche:

CHRISTIAN BERNREITER: Der Deggendorfer Landrat und Chef des Landkreistages wird hoch für Amt des Bau- und Verkehrsministers und damit als Nachfolger von Kerstin Schreyer gehandelt. Aufgrund seiner kommunalen Expertise sei er prädestiniert, das von Söder selbst zum Zukunftsthema ernannte Bauen voranzutreiben und zugleich den Draht der CSU zu den Kommunen zu halten. Der Niederbayer im Wahlkampf wäre zudem ein nicht zu unterschätzender Gegenpart zu Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger.

ULRIKE SCHARF: Am 21. März 2018 endete für viele überraschend die bisherige Zeit von Scharf im bayerischen Kabinett. Sie war unter Söders Vorgänger Horst Seehofer Umweltministerin und hatte auch vor kritischen Äußerungen gegen die CSU-Linie, etwa beim Thema dritte Startbahn am Münchner Flughafen, nicht zurückgeschreckt. Inzwischen ist Scharf Chefin der CSU-Frauenunion und kämpft wie Söder für mehr Frauen in politischen Spitzenfunktionen. Sie könnte nun im Familienministerium als Nachfolgerin von Carolina Trautner ihr politisches Comeback feiern.

MARKUS BLUME: Seit Jahren wird Blume in der CSU ein Ministerposten zugetraut - nun könnte es als Nachfolger von Bernd Sibler im Wissenschaftsministerium soweit sein. Allerdings würde Söder damit eineinhalb Jahre vor der Wahl eine wichtige Schlüsselposition in der Partei neu besetzen müssen. Mit Blume hätte Söder zudem neben Justizminister Georg Eisenreich einen zweiten Minister aus München im Kabinett. Gleichwohl wird Blume zugetraut, das Hightech-Ministerium besser ins Szene zu setzen.

DOROTHEE BÄR: Sollte Söder Blume ins Kabinett holen, muss er schnell eine neue, schlagfertige Neubesetzung in der CSU-Zentrale finden. Ein Name, der hier genannt wird und über den etwa in der «Bild»-Zeitung spekuliert wird, ist der von Parteivize Dorothee Bär. Die ehemalige Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt ist bestens vernetzt und könnte Söder helfen, die Präsenz der CSU in Berlin zu erhöhen. Bär ist in der CSU aber nicht unumstritten. Doch auch von ihren Kritikern ist zu hören, dass sie ihr das wichtige Amt zutrauen, das sowohl die Wahlkampagne (mit Söder) verantwortet als auch bei politischen Streitereien in vorderster Linie Kritik und Ärger auf sich zieht.

EMMI ZEULNER: Die Oberfränkin Zeulner hat bei der Bundestagswahl im September das beste Erststimmen-Ergebnis für die CSU eingefahren. Trotzdem, so heißt es, ist die 34-Jährige in der Landesgruppe derzeit eher isoliert, gleichwohl wird ihr ein grundsätzliches Interesse an einem Ministeramt in München zugetraut. Dafür müsste sie aber ihr Bundestagsmandat aufgeben. Wie der von Ulrike Scharf wird ihr Name im Zusammenhang mit dem Familienministerium genannt. Ihr werden insbesondere dann Chancen eingeräumt, wenn Europaministerin Melanie Huml das Kabinett verlassen müsste.

KRISTINA FRANK und SANDRO KIRCHNER: Sollte Söder dem Bauministerium wieder einen Staatssekretärsposten zuordnen, werden viele Namen als potenzielle Kandidaten genannt. Dazu zählt die Münchner Stadträtin Frank. Sie war bei der Kommunalwahl die Herausfordererin von Bürgermeister Dieter Reiter. Ihr wurde auch nach der Niederlage gegen Reiter ausdrücklich von Söder noch eine politische Zukunft voraussagt. Bei den Kandidaten aus der Fraktion ist oft der Name Sandro Kirchner zu hören. Kirchner ist seit 2013 Mitglied des Landtags und unter anderem studierter Bauingenieur. Er ist Vorsitzender im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Wackelkandidaten

In CSU-Kreisen werden insbesondere Bau- und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Familienministerin Carolina Trautner und Europaministern Melanie Huml als Wackelkandidaten genannt. Auch Innen-Staatssekretär Gerhard Eck könnte seinen Kabinettsposten verlieren. Er hatte bereits angekündigt, bei der Landtagswahl im Herbst 2023 nicht mehr kandidieren zu wollen.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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