Zwei Mädchen (13) schwer verletzt
UPDATE 2 / Nach Messer-Angriff in Schongau: mehr Details über den Tatverdächtigen werden bekannt
- Schüler Levi Lachmann berichtete, wie Mitschüler den beiden verletzten Mädchen halfen.
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- Ein 16-Jähriger Kroate soll an einer Schule mit Messer und Pistole angegriffen haben, zwei Mädchen sind schwer verletzt.
- Mit T-Shirts als lebensrettenden Druckverbänden helfen Schongauer Schüler nach einer Messerattacke zwei Mädchen, die der Ex-Schüler niedergestochen haben soll
- Er sitzt nun in U-Haft.
UPDATE 2
Schongau (dpa) - Mutmaßlich ein ehemaliger Schüler sticht an einer Schule im oberbayerischen Schongau zwei Mädchen nieder. Andere Schüler eilen herbei, reißen sich T-Shirts vom Leib, legen Druckverbände an - und retten so wahrscheinlich einem der 13-jährigen Mädchen das Leben.
- Das Gelände suchten das Gelände ab.
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Polizei und Lehrkräfte überwältigen den 16-jährigen Kroaten mutmaßlichen Angreifer, der neben einem Messer auch eine Pistole dabeihat. Dramatische Szenen haben sich an der Schule zugetragen - die Rückkehr zur Normalität wird dauern. Das Geschehene wirkt nach in dem 12.000-Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 Schülerinnen und Schülern und 80 Lehrkräften.
Ermittlungen gegen den 16-Jährigen
Der 16-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen ihn wegen versuchten Mordes.
Der Jugendliche soll schon vorher Drohungen ausgesprochen haben und sich bei der Tat in einer «psychischen Ausnahmesituation» befunden haben. Er befand sich zumindest zeitweise in psychiatrischer Behandlung.
Zudem war der 16-jährige Kroate den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 habe die Staatsanwaltschaft München II gegen ihn ermittelt, weil er unter anderem Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Haftgründe hätten in diesem Ermittlungsverfahren aber «zu keinem Zeitpunkt» vorgelegen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Nach dpa-Informationen war er als Schüler des Gymnasiums zweimal kurzzeitig befristet vom Unterricht ausgeschlossen. Nach Gesprächen zwischen Eltern, Lehrern, Schulpsychologen und weiteren Fachkräften sei er dann abgemeldet und an einer neuen Schule angemeldet worden.
Aufarbeitung an der Schule
An der Schule steht am Tag danach die Aufarbeitung im Vordergrund. Kriseninterventionsteams helfen Schülern und Lehrern, das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist. Einige der Schüler erlebten hautnah, wie der ehemalige Mitschüler das Schulgelände betrat, wie er laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf die beiden 13-Jährigen losging.
T-Shirts als Druckverband
Mehrere Schülerinnen und Schüler eilten sofort zu Hilfe und starteten geistesgegenwärtig die Erstversorgung noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte. «Die Ersten haben gleich Rettungskräfte und Polizei angerufen. Mitschüler von mir, ich hab auch gleich natürlich mitgeholfen, haben ihre Hemden und Shirts von sich gerissen, haben sie als Druckverbände benutzt, um die Blutungen zu stillen. Alles mit voller Kraft draufgedrückt», berichtete der 19-jährige Levi Lachmann.
Er und andere Schüler hätten dann Sanitätssets aus ihren Autos geholt und damit weiter versucht, die Blutungen bestmöglich zu stoppen - um das Leben der Mitschülerinnen zu retten. Dann hätten sie sterile Kompressen aus dem Sanitätsraum geholt, um die Wunden zu versorgen, wie sie es bei der Ausbildung als Ersthelfer gelernt hätten. Auch Lehrer hätten geholfen.
Lehrkräfte halfen auch, den 16-Jährigen zu überwältigen. «Auch dem couragierten Eingreifen von Lehrern ist zu verdanken, dass er so schnell festgenommen werden konnte», sagte Polizeipressesprecher Stefan Sonntag.
Ministerin nennt Schülerinnen und Schüler «Helden»
Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) sagte der Schulfamilie bei einem Besuch vor Ort jede erdenkliche Unterstützung zu. Zugleich bedankte sie sich speziell bei den beiden Lehrkräften, die den mutmaßlichen Täter mit überwältigten, und bei den Schülerinnen und Schülern, die den schwer verletzten Mädchen halfen. «Eines der Mädchen wäre sehr wahrscheinlich verblutet, wenn sie das nicht gemacht hätten. Also die haben ihr wahrscheinlich das Leben gerettet», sagte Stolz der Deutschen Presse-Agentur. «Das sind echte Helden für mich.»
Bürgermeister: «Schwarzer Tag für Schongau»
Bürgermeister Thomas Schleich äußerte sich am Morgen bei einem Besuch an der Schule erschüttert. «Es ist ein schwarzer Tag für Schongau», sagte Schleich. «Wir werden im Rathaus greifbar sein für Leute, die einen Ansprechpartner brauchen.» Man könne unter anderem Kontakte herstellen, etwa wenn Menschen Betreuung bräuchten. «Man ist aufs Mark getroffen. Man macht sich viele Gedanken», sagte der Bürgermeister. «Ich bin auch Familienvater. Ich habe drei Kinder, und zwei Kinder gehen hier auch zur Schule.»
«Wir standen alle unter Adrenalin»
Der 19-jährige Ersthelfer Lachmann sagte, er sei erleichtert gewesen, als die Polizei eintraf und klar war, dass der Täter gestellt worden sei. Angst hätten er und die anderen aber zunächst nicht gehabt. «Wir standen alle unter Adrenalin.» Erst später sei langsam das Bewusstsein für das gekommen, was geschehen sei. «Ich weiß nicht, ob ich das wirklich schon an mich herangelassen habe, was da passiert ist. Ich denke, das kommt mit der Zeit.» Er spreche viel mit seiner Familie, aber auch mit Lehrern und dem Kriseninterventionsteam. Aber: «Gestern, der Tag, der bleibt unvergesslich.»
Auf die Frage, wie die Schüler auf einen solchen Fall vorbereitet gewesen seien, sagte Lachmann, die Schülerschaft sei grundsätzlich sensibilisiert worden, aber: «Für solche Notfälle kann man nicht vorbereitet sein. Das ist ein Extremfall.»
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Schongau (dpa/nf) - Nach der mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau steht die Aufarbeitung im Vordergrund. An der Schule sollen Kriseninterventionsteams Schülern und Lehrern helfen, das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist, wie ein Sprecher des Landratsamtes sagte.
Es werden aber auch immer mehr Hintergründe bekannt - auch zum Tatverdächtigen
Nach der mutmaßlichen Amoktat im oberbayerischen Schongau werden immer mehr Details über den Tatverdächtigen bekannt. So soll der 16-jährige Kroate selbst ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, zweimal kurzzeitig und befristet vom Unterricht ausgeschlossen worden sein. Nach zahlreichen intensiven Gesprächen zwischen Eltern, Lehrern, Schulpsychologen und weiteren Fachkräften sei er dann von der Schule abgemeldet und an einer neuen Schule angemeldet worden. Dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen ehemaligen Schüler des Gymnasiums handelt, hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) öffentlich gemacht.
- Das Gelände suchten das Gelände ab.
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Haftprüfung für mutmaßlichen Täter
Der Tatverdächtige habe zuerst einen Schuss abgegeben. Weil die Waffe dann aber blockierte, konnte er keine weitere Munition abfeuern. Deshalb soll der 16-Jährige ein Messer gezogen haben. Bei der Messerattacke waren auf dem Schulgelände zwei 13-jährige Mädchen schwer verletzt worden. Ein 16-Jähriger gilt als mutmaßlicher Täter, gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft München II wegen versuchten Mordes. Er soll im Laufe des Tages zur Haftprüfung dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Er müsse entschieden werden, ob der 16-Jährige in Untersuchungshaft komme oder ob eine einstweilige Unterbringung angeordnet werde, teilten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.
- Das Gelände suchten das Gelände ab.
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Der Jugendliche mit kroatischer Staatsangehörigkeit befand sich demnach zumindest zeitweilig in psychiatrischer Behandlung. Dem Vernehmen nach soll es gegen ihn schon einmal ein Verfahren wegen Billigung von Straftaten gegeben haben. Er soll schon vorher Drohungen ausgesprochen haben und sich bei der Tat in einer «psychischen Ausnahmesituation» befunden haben.
Tat spielte sich vor den Augen von Schülern ab
Einige der Schüler erlebten hautnah, wie der ehemalige Mitschüler das Schulgelände betrat, wie er laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf die beiden 13-Jährigen losging. Die Schülerinnen wurden so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. Beide sind außer Lebensgefahr.
Bürgermeister: Schwarzer Tag für Schongau
Bürgermeister Thomas Schleich äußerte sich am Morgen bei einem Besuch an der Schule erneut erschüttert. «Es ist ein schwarzer Tag für Schongau», sagte Schleich. «Wir werden im Rathaus greifbar sein für Leute, die einen Ansprechpartner brauchen.» Man könne unter anderem Kontakte herstellen, etwa wenn Menschen Betreuung bräuchten.
Das Geschehene wirkt nach in dem 12.000-Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 Schülerinnen und Schülern und 80 Lehrkräften. Lehrkräfte waren es auch, die die Polizei dabei unterstützten, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen.
- Einsatzkräfte vor dem Gymnasium.
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«Man ist aufs Mark getroffen. Man macht sich viele Gedanken», sagte der Bürgermeister weiter. «Ich bin auch Familienvater. Ich habe drei Kinder, und zwei Kinder gehen hier auch zur Schule.» Er sei persönlich froh, dass die Schule geöffnet habe. Das könne helfen, dass die Schülerinnen und Schüler in der Klassengemeinschaft und mit den Lehrkräften wieder in ihren normalen Alltag hinein fänden. Sie sollten nun vor allem die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Damit sei «diese Woche der Unterricht eher zweitrangig».
Ermittlungen zum Motiv laufen
Bei dem 16-Jährigen waren ein Messer - die Tatwaffe - und eine Pistole gefunden worden. Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind. Auch, ob er weitere Munition dabei hatte - und was hätte geschehen können, wenn er weiter hätte schießen können.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde die Wohnung des 16-Jährigen, der bei seinen Eltern lebt, durchsucht. Dabei gehe es vor allem um die Suche nach dem Motiv für die Tat. Nun laufe die Auswertung der Spuren, darunter auch digitaler Daten.
Zudem sollen Schüler und Lehrkräfte vernommen werden - und auch die beiden schwer verletzten Mädchen, sofern es ihr Zustand zulässt.
Schreckliche Stunden in Schongau
«Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau», hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach einem Besuch in der Schule gesagt, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. «Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.»
Kein Fluchthintergrund
Kroatien ist Mitglied der Europäischen Union. Das Land ist der EU am 1. Juli 2013 beigetreten. Darüber hinaus ist Kroatien seit dem 1. Januar 2023 sowohl Teil des Schengen-Raums als auch Mitglied der Eurozone, wodurch dort mit dem Euro bezahlt wird. Das Land ist dem Verteidigungsbündnis im April 2009 offiziell beigetreten.
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