COPD – Gesundheitsatlas Bayern
In Nürnberg sind mehr Menschen an der Lungenkrankheit COPD erkrankt als im bayerischen Durchschnitt

Prozentualer Anteil der COPD-Patienten an den über 40-Jährigen in den Kreisen und kreisfreien Städten in Bayern.
  • Prozentualer Anteil der COPD-Patienten an den über 40-Jährigen in den Kreisen und kreisfreien Städten in Bayern.
  • Foto: WIdO 2021
  • hochgeladen von Anna Schabesberger

Von den über 40-Jährigen in Nürnberg hatten 8,1 Prozent im Jahr 2019 eine vom Arzt diagnostizierte COPD-Erkrankung – und lagen damit über dem bayerischen Durchschnitt. Bayernweit gibt es große Unterschiede zwischen den Regionen, was die Zahl der betroffenen Patienten angeht: Das Spektrum reicht von 4,8 Prozent der über 40-Jährigen im Landkreis Starnberg bis zu 9,8 Prozent in der Stadt Hof. „Das zeigt der neue Gesundheitsatlas Bayern des Wissenschaftlichen Instituts der AOK“, so Horst Leitner, Direktor der AOK in Mittelfranken. Dieser Atlas bildet die Häufigkeit von COPD bei den über 40-Jährigen für alle 96 bayerischen Kreise und kreisfreien Städte ab.

Das Kürzel COPD kommt aus dem Englischen von „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“. COPD ist eine chronische Bronchitis, bei der zusätzlich die Atemwege verengt sind, mit Tendenz zu kontinuierlicher Verschlechterung. Die Symptome der COPD sind Husten, Auswurf und Atemnot. Bei Menschen unter 40 Jahren kommt COPD praktisch nicht vor.

Bayern weist mit einer Krankheitshäufigkeit von 6,2 Prozent der über 40-Jährigen deutlich weniger COPD-Patienten auf als der bundesweite Durchschnitt von 7,1 Prozent. „Unter den Regierungsbezirken hat Mittelfranken mit 7,5 Prozent die meisten COPD-Patienten, Oberbayern mit 5,5 Prozent die wenigsten“, so Horst Leitner.

In Großstädten ist der Anteil an COPD-Erkrankungen tendenziell höher als in ländlichen Regionen. „Das ist wohl auf die höhere Luftverschmutzung, insbesondere die Feinstaubbelastung, in den größeren Städten zurückzuführen“, so Horst Leitner. Im Vergleich der deutschen Großstädte schneiden Regensburg (5,6 Prozent), Ingolstadt (5,7 Prozent) und München (5,8 Prozent) gut ab. Nürnberg und Fürth liegen dagegen mit 8,1 bzw. 9,0 Prozent COPD-Patienten bundesweit gesehen im oberen Mittelfeld.

Männer häufiger betroffen als Frauen
Insgesamt leben in Bayern 453.000 Menschen mit einer COPD. In der Krankheitshäufigkeit zeigen sich Unterschiede nach Alter und Geschlecht. „Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter und erreicht ihren Höhepunkt bei den 85- bis 89-Jährigen“, sagt Horst Leitner. In dieser Altersgruppe waren in Bayern 15,3 Prozent der Männer und 10,8 Prozent der Frauen betroffen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern können durch das unterschiedliche Rauchverhalten bei Männern und Frauen erklärt werden. Das Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD und in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war der Raucheranteil in Deutschland unter den Männern stets deutlich höher als unter den Frauen.

AOK-Behandlungsprogramm für COPD
„Die AOK Bayern engagiert sich seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung ihrer Versicherten mit einer COPD“, sagt Leitner. So ist das Disease-Management-Programm (DMP) „AOK-Curaplan“ für COPD-Patienten seit 15 Jahren ein fester Bestandteil der Versorgung. Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von COPD-Erkrankten ist es, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Neben dem Rauchverzicht wird ein angemessenes körperliches Training im DMP angestrebt. Zudem sollen durch eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie, Schulungen und regelmäßige Arztkontakte akute Verschlechterungen des Gesundheitszustands und nachfolgende Krankenhausaufenthalte vermieden werden. So könne es laut Horst Leitner gelingen, dass das Alltagsleben der Patienten möglichst wenig eingeschränkt werde.

Nähere Informationen auch unter: www.aok.de/bayern/curaplan.

Autor:

Anna Schabesberger aus Nürnberg

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