E5‑Runde in Berlin
Europa sucht nach gemeinsamer Linie

Ein E5-Treffen auf Spitzenebene gab es zuletzt 2025 - damals mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. (Archivbild) | Foto:  Ben Stansall/Pool AFP/AP/dpa
  • Ein E5-Treffen auf Spitzenebene gab es zuletzt 2025 - damals mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. (Archivbild)
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Berlin (dpa/ak) – Zwei Wochen vor dem Nato‑Gipfel in der Türkei haben sich die Staats- und Regierungschefs fünf einflussreicher europäischer Mitgliedstaaten in Berlin getroffen. Auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz ging es um die weitere Unterstützung der Ukraine, die Rolle Europas im Iran‑Konflikt und die Frage, wie die Lasten innerhalb des Bündnisses verteilt werden sollen.

Es ist das erste Treffen der sogenannten E5 seit dem Nato‑Gipfel 2025 in Den Haag. Damals war auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dabei. Die Gruppe umfasst die vier europäischen G7‑Staaten sowie Polen, das sich als Stimme Osteuropas versteht. Doch wer für Europa spricht, ist umstritten. Die diplomatischen Bemühungen im Ukraine‑Krieg werden bislang von der kleineren E3 – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – geführt. Italien und Polen kritisieren das. Polens Ministerpräsident Donald Tusk pocht darauf, dass sein Land unverzichtbar sei, wenn es um die Zukunft der Ukraine gehe.

Für zusätzliche Irritation sorgte zuletzt EU‑Ratspräsident António Costa, dessen Team ohne Absprache Kontakt zu Russland aufgenommen hatte. Während einige EU‑Staaten die Initiative unterstützten, wertete die deutsche Delegation sie als Affront gegenüber der E3.

Neben Tusk, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni nimmt auch der britische Premierminister Keir Starmer an den Beratungen teil, obwohl er seinen Rücktritt angekündigt hat. Nato‑Generalsekretär Mark Rutte ist aus Washington zugeschaltet, wo er im Anschluss US‑Präsident Donald Trump trifft. Die USA drängen die Europäer zu höheren Verteidigungsanstrengungen und kritisieren mangelnde Unterstützung im Iran‑Krieg, den sie im Februar an der Seite Israels begonnen hatten.

Mehrere europäische Staaten wollen die USA entlasten, indem sie bei anhaltender Waffenruhe mit Minenjagdbooten und Kriegsschiffen für Sicherheit in der Straße von Hormus sorgen. Rutte bemühte sich vor seinem Besuch im Weißen Haus um Deeskalation. Es gebe Enttäuschungen, sagte er dem Sender Fox News, doch man müsse die jüngsten Differenzen als Einzelfälle betrachten.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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