Damenfußball im Trend
Clubfrauen gehen frisch, jung und aufgeweckt in die neue Saison

Clubfrauen des 1. FCN.  | Foto: fcn.de

NÜRNBERG (fcn.de) - Die Clubfrauen starteten im DFB-Pokal in Riegelsberg bereits in die neue Saison. Der Ligaauftakt in der 2. Frauen-Bundesliga folgt mit einem Heimspiel (Sonntag, 28. August, 11 Uhr) gegen die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg. fcn.de unterhielt sich im Vorfeld mit Cheftrainer Osman Cankaya, Kapitänin Lea Paulick und Sommerneuzugang Lara Felix über die anstehende Spielzeit.

fcn.de: Lasst uns noch einmal kurz auf die letzte Saison zurückblicken. Platz sechs als Aufsteiger hört sich nicht so schlecht an, oder?

Osman Cankaya: Es war ein tolles erstes Jahr mit vielen neuen Erfahrungen, aber auch einem neuen Anspruch an die persönliche Entwicklung. Nach einer sehr intensiven Saison kann man mit der Platzierung absolut zufrieden sein.

fcn.de: Wie hat sich die Mannschaft spielerisch weiterentwickelt?

Osman Cankaya: Wir mussten in vielen Spielen aufgrund von Verletzungen und Krankheiten immer wieder umstellen und improvisieren. Das stellte die Spielerinnen auch spielerisch immer wieder vor neue Herausforderungen. Wir haben im Spiel mit Ball nochmal deutlich an Tempo gewonnen, wissen aber auch, dass die eigene Messlatte noch nicht erreicht ist.

fcn.de: Lea, du gehst in deine siebte Saison mit dem FCN. Was macht es für dich so speziell, für den FCN zu spielen?

Lea Paulick: Der FCN ist ein krasser Traditionsverein mit einer langen Geschichte. Das alleine ist schon etwas ganz Besonderes für mich. Darüber hinaus hat mir der Club immer Rückendeckung gegeben und mich immer unterstützt. Ich durfte hier meine ersten Schritte im Damenbereich machen. Ich fühle mich einfach sehr wohl und fühle mich als Sportlerin wie auch als Mensch geschätzt. Außerdem bringt das Tragen dieses Wappens auch eine gewisse Verantwortung mit sich, da der 1. FC Nürnberg Werte besitzt und diese auch vorlebt. Das erfüllt mich auch immer mit Stolz. Deswegen habe ich mit dem Verein auch noch viel vor und ambitionierte Ziele.

fcn.de: Lara du bist im Sommer zum FCN gewechselt. Was bedeutet dieser Schritt für dich, sowohl persönlich als auch sportlich?

Lara Felix: Dieser Schritt bedeutet für mich sportlich, die nächste Ebene zu erreichen und mich ständig weiterzuentwickeln. Persönlich war es auf jeden Fall eine Herausforderung, da man weg von Freunden und Familie ist. Aber auch das trägt zur persönlichen Entwicklung bei und so wie ich aufgenommen wurde, fühle ich mich schon fast wie daheim.

fcn.de: Auf was für eine Art von Spielerin können sich die Club-Fans freuen?

Lara Felix: Ich will immer Gewinnen und das Maximum aus mir rausholen. Tore einzuleiten und das Spiel zu lesen, zählen zu meinen Stärken. Daher hoffe ich auf viele Assists und Siege in der kommenden Saison. Dafür werde ich mich 90 Minuten lang auf dem Feld zerreißen.

fcn.de: Woran müsst ihr arbeiten, um in dieser Saison genauso erfolgreich oder sogar noch erfolgreicher zu sein?

Osman Cankaya: Im Grunde geht es darum, die Leistungsdichte und das Niveau von der vergangenen Saison zu bestätigen. Hierfür sind wir in die Detail-Analyse gegangen und versuchen gewisse wiederkehrende Fehler abzustellen. Wir haben allerdings auch viele positive Aspekte angesprochen, die wir weiter beibehalten möchten.

fcn.de: Das Auftaktprogramm in der Liga ist mit Frankfurt, Leipzig und Absteiger Sand an den ersten vier Spieltagen nicht ganz ohne. Bietet es dir auch eine gute Möglichkeit für eine erste Standortbestimmung?

Osman Cankaya: Für eine Standortbestimmung wären vier Spieltage zu früh. Wir haben in den ersten Spielen ein starkes Programm vor uns und möchten hier schon Verbesserungen im Vergleich zur letzten Saison sehen. Wir werden aber nicht direkt vom Weg abkommen, weil wir den einen Punkt mehr bzw. weniger haben.

fcn.de: Was für ein Typ Mannschaft sind die Club-Frauen?

Lea Paulick: Wir sind eine extrem frische, junge und aufgeweckte Mannschaft mit einzigartigen Charakteren. Alle Spielerinnen bringen etwas Besonderes mit, nicht nur in ihrer Spielweise, sondern auch in ihrer Persönlichkeit. Was uns als Mannschaft auch ausmacht, ist, dass wir einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielerinnen mitbringen. Einige aus unserem Kader sind schon etwas länger im Verein und da können sich die Jungen sicher auch etwas abschauen. Andersrum lockern die jungen Spielerinnen das Ganze ein wenig auf. Zudem steht bei uns nicht nur das Sportliche im Vordergrund, sondern auch das Menschliche. Das passt total gut zusammen.

fcn.de: Im Sommer erlebte der Frauenfußball durch die EM einen wahren Boom. Wie bewertest du die gesteigerte Aufmerksamkeit und kommt die nicht ein wenig zu spät?

Lea Paulick: Ich habe bei der EM total mitgefiebert, da es großartig war, was die einzelnen Teams geleistet haben. Auch wie sich die deutschen Frauen auf und neben dem Platz präsentiert haben, war wirklich beispielhaft. Trotz der Finalniederlage finde ich, dass die EM supergut gelaufen ist und einfach pure Werbung für den Frauenfußball war. Ich finde auch, dass man gesehen hat, dass taktisch und technisch ein extrem großer Fortschritt gemacht wurde. Der Frauenfußball findet jetzt einfach auf einem ganz anderen Niveau statt, als er noch vor ein paar Jahren war. Es wurde schlichtweg geiler Fußball gezeigt. Ich hoffe, dass jetzt auch eine größere Wertschätzung gegenüber dem Frauenfußball entgegengebracht wird, im Sinne von besserer Platzierung, besseren Sendezeiten und dass der Frauenfußball noch mehr der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Ich wünsche mir, dass die EM zu einer nachhaltigen Veränderung führt.

fcn.de: Lara, du bist 19 Jahre alt und hast bereits in der österreichischen Nationalmannschaft debütiert. Bei der EM hast du nur knapp einen Kaderplatz verpasst. Wie enttäuscht warst du, nicht mit nach England fahren zu dürfen?

Lara Felix: Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht war. Es hat mir schon extrem viel bedeutet, für so ein Turnier auf Abruf zu sein. Ich bin ja noch jung und ich hoffe, dass meine Zeit noch kommen wird und ich einmal die Chance habe, bei einer EM mitzuwirken.

fcn.de: Was denkst du, Lea, könnt ihr vom EM-Turnier mitnehmen für eure Saison?

Lea Paulick: Wir können stolz darauf sein, Profifußballerinnen sein zu dürfen. Aufgrund dieses Aufschwunges durch die EM können wir noch selbstbewusster auf dem Platz stehen. Wir wissen, dass wir einen tollen Sport vertreten dürfen und dass wir uns nicht verstecken müssen.

fcn.de: Jetzt wartet mit Riegelsberg die erste Aufgabe im DFB-Pokal. Wie bereitet man sich auf so einen Gegner vor?

Osman Cankaya: Wir bereiten uns auf das Spiel vor wie gegen jede andere Mannschaft in der Liga. Der DFB-Pokal ist nochmal eine Chance, vor dem Saisonstart mit einem positiven Gefühl in die neue Runde zu gehen. Wir konnten uns einen ersten Eindruck über den Gegner machen und haben das dann am Donnerstag der Mannschaft vorgestellt.

fcn.de: Was ist das Ziel für die kommende Saison?

Osman Cankaya: Wir würden gerne die letzte Saison bestätigen, mit der Art wie wir Fußball spielen und leben. Der 1. FC Nürnberg strebt immer nach dem Maximum. Unser Ziel ist es, den eigenen Ansprüchen zu genügen, was nicht immer in Punkten zu messen ist.

fcn.de: Dann wünschen wir viel Erfolg für die kommende Spielzeit!

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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