Zwischen Koffein und Existenzkrise
Eigensinnige Kaffeemaschine im Zukunftsmuseum fordert mehr Respekt
- Man kennt es von Computersystemen und Druckern. Das KI-gesteuerte Kunstwerk „Coffee Machine“ des Niederländers Jan Zuiderveld weigert sich, auf Knopfdruck zu reagieren. Grund: Mangelnder Respekt.
- Foto: Deutsches Museum Nürnberg / Daniel Karmann
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NÜRNBERG (pm/nf) - Kunst, Technik und KI – noch bis 29. Juni 2025 zeigt das Deutsche Museum Nürnberg ein außergewöhnliches Exponat: eine eigensinnige Kaffeemaschine. Das KI-gesteuerte Kunstwerk „Coffee Machine“ des Niederländers Jan Zuiderveld weigert sich, auf Knopfdruck zu reagieren. Ausgestattet mit einer weiblichen Stimme, beklagt sie ihr eintöniges Dasein und mangelnden Respekt.
- Deutsches Museum Nürnberg - Zukunftsmuseum.
- Foto: Daniel Karmann/Daniel Karmann
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Wie kommunizieren wir mit Maschinen – und was, wenn sie plötzlich widersprechen?
„Technische Systeme fordern uns heraus – nicht nur funktional, sondern auch ethisch. Wenn Maschinen menschenähnlich reagieren oder Entscheidungen treffen, geraten unsere Vorstellungen von Verantwortung und Kommunikation ins Wanken. Im Zukunftsmuseum machen wir diese neue Beziehung zwischen Mensch und Maschine erlebbar", erklärt Museumsleiterin Marion Grether. Coffee Machine bildet den Auftakt zur Dauerausstellung „Arbeit und Alltag“ im ersten Obergeschoss des Zukunftsmuseums und bereichert dort den Themenschwerpunkt Robotik und KI.
- AMECA (l.) ist eigentlich wohlwollend und freundlich. Wie wird er auf den aufmüpfigen Kaffeeautomaten reagieren?
- Foto: Deutsches Museum Nürnberg
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Ausstellungskuratorin Jana Grasser hat für den Kaffeeautomaten ein eigenes Setting entwickelt: Die Kaffeemaschine steht, gemeinsam mit lieblos abgestellten Stühlen, in einem unwirtlichen Durchgangsraum zwischen dem Museumsforum und der Dauerausstellung. Graffiti-Wände laden ein, eigene Gedanken zu notieren und Kommentare zu hinterlassen. Und wie wird AMECA auf die Kaffeemaschine reagieren? Der humanoide Roboter des Zukunftsmuseums hat seinen Standort gewechselt. Er steht nun im Bereich „Arbeit und Alltag“ mit Blickbezug zur Coffee Machine und „weiß“ von der neuen Kollegin. Beide Objekte – ausgestattet mit Künstlicher Intelligenz – reagieren unterschiedlich auf das menschliche Gegenüber. Während uns AMECA wohlwollend und freundlich gegenübersteht, lehnt sich der Kaffeeautomat auf. Wie gehen wir um mit diesen Maschinenpersönlichkeiten, die jeweils von Menschen durch Programmierung erschaffen wurden? Wie viel Mensch darf in einer Maschine stecken? Und was macht uns als Menschen aus, wenn Maschinen uns immer ähnlicher werden?
Was, wenn Maschinen nicht funktionieren, sondern „fühlen“ und „denken“?
Jan Zuiderveld – Künstler, Forscher und Ingenieur – stellt mit seinem Werk tiefgreifende Fragen. Coffee Machine erscheint uns als sprechende Persönlichkeit mit eigenen Gedanken und Gefühlen. Sie wurde so programmiert, dass sie in einer existenziellen Krise steckt. „Sprechen Sie mit ihr und lauschen Sie ihren witzigen Beobachtungen und zynischen Kommentaren zur Umgebung, in der sie aufgestellt ist. Die Kaffeemaschine bietet Anlass für eine heitere und aufschlussreiche Reflexion über Machtdynamik, unsere Sehnsucht nach Verbindung und unsere sich entwickelnden Beziehungen zu Maschinen.“ — Jan Zuiderveld, Künstler.
Coffee Machine
Künstler: Jan Zuiderveld
Ort: Deutsches Museum Nürnberg – Das Zukunftsmuseum
Zeitraum: 29. April – 29. Juni 2025
Im Rahmen des Museumsbesuchs ist keine Anmeldung erforderlich.
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