Die Pracht ist zurück: Am Samstag Baufortschritte im Pellerhof anschauen

Fast zehn Jahre nach Baubeginn findet das gewaltige Projekt des Wiederaufbaus seinen vorläufigen Abschluss.
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  • Fast zehn Jahre nach Baubeginn findet das gewaltige Projekt des Wiederaufbaus seinen vorläufigen Abschluss.
  • Foto: Nicole Fuchsbauer
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NÜRNBERG (nf) - Seit rund zehn Jahren wurden sehr viel Geld (4,7 Millionen Euro), Arbeit und noch mehr Herzblut und Engagement in die Rekonstruktion von Nürnbergs prächtigstem Bürgerhof gesteckt. Es hat sich gelohnt. Jetzt sind die allerletzten Steine für den Schaugiebel eingetroffen und werden von den Fachleuten in luftiger Höhe eingebaut. Auch für den erfahrenen Steinmetz Harald Pollmann keine alltägliche Aufgabe.

 

Am kommenden Samstag (21. April 2018) laden die Altstadtfreunde zu einer Baustellenbesichtigung ein.

Dann wartet noch eine Überraschung auf die Besucher. Nur an diesem Tag können die neuen Hingucker - vier drachenartige Wasserspeier - aus nächster Nahe angeschaut werden. Der Metallbildhauer Adolf Held (Schwarzenbruck) hat sie aus Kupferblech angefertigt. Anders als bei den Sandsteinarbeiten lagen hier keine Pläne vor, nur ziemlich unscharfe Fotos. So musste sich der Künstler ganz auf sein Augenmaß und seine Erfahrung verlassen. Zwei Jahre wurde an den vier Wasserspeiern gearbeitet. Später werden sie an den Dachrinnen der beiden Chörlein angebracht und sind nur noch aus der Distanz zu sehen.  Adolf Held hat schon viele Werke geschaffen. Beispielsweise die kupfernen Hinweistafeln am Rathaus, am Schürstab- und am Merianhaus. Auch die Tafel mit den Konturen der Stadtsilhouette für Sehbehinderte auf der Burgfreiung geht auf ihn zurück. Für verschiedenen Kirchen fertigte der Künstler u.a. Tabernakel. Adolf Helds Lebensgefährtin Waltraud Köstler erzählte dem MarktSpiegel, sie sei fast ein wenig traurig, dass die prächtigen Wasserspeier die Werkstatt in Schwarzenbruck verlassen haben. 

Im Juni soll der Giebel fertig sein und der Rohbau damit seinen Abschluss finden. Die Schauseite wird dann auch mit Fenstern aus Tellerscheiben versehen sein, die keinen klaren Druchblick ermöglichen. Das ist deshalb so gewünscht, weil das Hinterhaus wegen des angrenzenden Scharrer-Gymnasiums nicht errichtet werden kann. Altstadtfreunde-Chef Karl-Heinz Enderle verriet, dass noch in diesem Jahr - neben dem großen Halbfinale-Fest - gleich zwei Opern in der prächtigen Kulisse des Pellerhofes  stattfinden werden. In der Blauen Nacht wird ein riesiger Heliumballon den Hof illuminieren und den Besuchern zeigen, welch attraktiver Ort hier durch bürgerschaftliches Engagement entstanden ist.

Überhaupt können sich die Altstadtfreunde vor Nutzungsanfragen für den Pellerhof als Veranstaltungsort kaum retten. ,,Wir müssen momentan alles abwehren, was die Hofnutzung angeht", so Karl-Heinz Enderle. Man braucht wahrlich kein Hellseher zu sein, um zu wissen, dass sich der Pellerhof in kürzester Zeit als Hotspot in Nürnberg entwickeln wird. Ob Theatergruppen, Orchester, Firmen oder Hochzeitsgesellschaften - alle haben bereits das traumhafte Ambiente dieses Ortes entdeckt. Von touristischen Interessen ganz zu schweigen. Ein Pfund, mit dem die Stadt Nürnberg als Eigentümerin des Anwesens wuchern könnte - verschont von der millionenschweren Finanzierung. So stellt sich die berechtigte Frage, ob der Pellerhof aufgrund dieser dynamischen Entwicklung wirklich die Ansprüche an ein Kinderhaus erfüllen kann. Auch die Altstadtfreunde und die vielen großzügigen Spenderinnen und Spender  (4,7 Millionen Euro Sach- und Geldspenden) stellen sich diese Frage. Karl-Heinz Enderle sagt, die Altstadtfreunde sperrten sich gar nicht gegen eine weitere Nutzung des Pellerhauses. Er habe allerdings den Eindruck, dass die politisch Verantwortlichen die Mühen und erheblichen Investitionen der Bürgerinnen und Bürger für den Pellerhaus-Komplex nur als ,,lästiges Beiwerk" für das ,,Haus des Spiel(en)s sehen. 

Die Pracht ist zurück!
Baustellenbesichtigung

Samstag, 21. April 2018

10:00 bis 15:00 Uhr

Führungen zu jeder halben Stunde


Pellerhof, 
Egidienplatz 23
Spenden willkommen! 

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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