Was Bahn-Reisende wissen müssen
Sperrung zwischen Nürnberg und Regensburg
- Während der Generalsanierung wird der Fernverkehr über Ingolstadt umgeleitet.
- Foto: Daniel Karmann/dpa
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NÜRNBERG (dpa/lby/ak) – Pendlerinnen und Pendler zwischen Nürnberg und Regensburg müssen sich auf eine lange Durststrecke einstellen. Eine der zentralen Verkehrsachsen Bayerns wird ab Freitag, 6. Februar, für fünf Monate komplett gesperrt. Die Deutsche Bahn nutzt die Zeit für eine umfassende Generalsanierung der knapp 90 Kilometer langen Strecke – mit weitreichenden Folgen für den Regional- und Fernverkehr.
Die Bahn kündigt an, auf rund 80 Kilometern neue Gleise zu verlegen und auf etwa 90 Kilometern die Oberleitungen zu erneuern. Zudem sollen 20 Bahnhöfe modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden. An sieben Stationen entstehen neue Bahnsteige, damit Fahrgäste künftig stufenlos einsteigen können. In Beratzhausen und Parsberg werden Aufzüge eingebaut. Ein besonderes Augenmerk gilt einem 37 Meter hohen Bahndamm bei Deining, der sich seit Jahren verformt und nun stabilisiert werden muss. Auch an einer Brücke bei Burgthann stehen Arbeiten an.
Während der Sperrung setzt die Bahn im Regionalverkehr purpurfarbene Ersatzbusse ein, die die Linien S3, RE 22, RE 50 und RB 51 ersetzen. Mehrere Busse pro Stunde sollen die Verbindung sichern, doch die Fahrzeit verlängert sich deutlich. Die Strecke Nürnberg–Regensburg, die mit dem RE 50 normalerweise in knapp einer Stunde zu bewältigen ist, dauert mit dem Bus etwa doppelt so lange. Ergänzend verkehren Expressbusse über die Autobahn. Alternativ bleibt die Zugverbindung RE 40 über Schwandorf, die rund eine Stunde und 40 Minuten benötigt.
Auch auf benachbarten Strecken müssen sich Reisende auf Änderungen einstellen. Weil Güterzüge umgeleitet werden, wird der Verkehr zwischen Ingolstadt und Regensburg sowie zwischen München und Passau ausgedünnt. Im Fernverkehr führt die Umleitung der ICE über Ingolstadt zu einer zusätzlichen Stunde Fahrzeit nach Regensburg. Ein ICE pro Tag und Richtung wird über München, Landshut, Regensburg und Passau nach Wien geführt, alle weiteren Fernzüge beginnen oder enden bereits in Nürnberg. Auf der stark belasteten Strecke Nürnberg–München verlängert sich die Fahrzeit der ICE um bis zu 15 Minuten.
Informationen zu alternativen Verbindungen stellt die Bahn über ihre Website, die App DB Navigator sowie einen eigenen WhatsApp-Kanal zur Generalsanierung bereit. Betroffen ist auch das private Bahnunternehmen Agilis, das wegen der Arbeiten zwischen Nürnberg und Regensburg und der anschließenden Sanierung der Strecke Obertraublingen–Passau seinen Betrieb über mehr als zehn Monate einschränken muss. Geschäftsführer Axel Hennighausen spricht von einem in dieser Dimension bislang einmaligen Eingriff und hätte eine abschnittsweise Sperrung bevorzugt.
Die Generalsanierungen im Freistaat gehen in den kommenden Jahren weiter. Im zweiten Halbjahr 2026 wird die Strecke zwischen Obertraubling und Passau für ein halbes Jahr gesperrt. 2027 folgt die vielbefahrene Verbindung zwischen Rosenheim und Salzburg, 2028 schließlich die Strecken München–Rosenheim sowie Würzburg–Treuchtlingen, die vor allem für den Güterverkehr von Bedeutung sind.
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