Es wird ernst
Affenpocken breiten sich immer weiter aus!

Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r), die aus einer menschlichen Hautprobe stammen.
Foto: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa
  • Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r), die aus einer menschlichen Hautprobe stammen.
    Foto: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa
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BERLIN (dpa/mue) - Nach dem Auftreten erster Fälle von Affenpocken in Deutschland werden nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Eindämmungsmaßnahmen vorbereitet.


Für Deutschland würden aktuell Empfehlungen zu Isolation und Quarantäne erarbeitet, sagte der Minister am Rande der Weltgesundheitsversammlung in Genf. Zudem werde über Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen nachgedacht. Er habe schon Kontakt mit einem Hersteller aufgenommen, der Impfstoffe spezifisch für Affenpocken herstellt, so Lauterbach.

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit weiteren Affenpocken-Nachweisen. «Aufgrund der vielfältigen Kontakte der derzeit Infizierten ist in Europa und auch in Deutschland mit weiteren Erkrankungen zu rechnen», heißt es in einem Bericht für den Gesundheitsausschuss des Bundestages. Bis letzten Sonntag waren demnach bundesweit vier Fälle erfasst, einer in München und drei in Berlin. Proben zahlreicher weiterer Menschen werden den Angaben zufolge analysiert, zudem suchen Behörden nach Kontaktpersonen nachweislich Infizierter. Weltweit sind inzwischen weit über 100 Fälle nachgewiesen, wegen der langen Inkubationszeit von bis zu drei Wochen gehen Experten von einer Vielzahl weiterer Meldungen in nächster Zeit aus.


Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA setzte als empfohlene Quarantänezeit für enge Kontaktpersonen von Infizierten drei Wochen fest, belgische Behörden ordnen eine 21-tägige Isolation für Infizierte an. Für Kontaktpersonen gilt dies dort nicht, ihnen wird nur zu besonderer Vorsicht geraten. 
Quarantäne finde er «in dieser Phase richtig und wichtig», schrieb unterdessen der Charité-Infektiologe Leif Sander bei Twitter. Es handle sich um einen sehr dynamischen globalen Ausbruch und über sein Ausmaß und die Infektionskette sei momentan noch zu wenig bekannt. Alle engen Kontaktpersonen von Infizierten sollten isoliert werden, um weitere Übertragungen bestmöglich zu verhindern.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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