BR-Fernsehen-Umfrage: Kanzler, Schulen, Krisenmanagement
Bayern sehen Söder als Top-Kanzlerkandidaten - wollen ihn aber nicht an den Bund verlieren

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht vor einer deutschen Flagge.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht vor einer deutschen Flagge.
  • Foto: Peter Kneffel/dpa/Pool/dpa/Archivbild
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MÜNCHEN (dpa/lby) - Die große Mehrheit der Bayern sieht in CSU-Chef Markus Söder den mit Abstand besten Kanzlerkandidaten der Union - gleichwohl wollen sie ihn aber auch als Ministerpräsidenten behalten. In einer Infratest-dimap-Erhebung für das BR-Fernsehen in Bayern, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, nannten 77 Prozent Söder als guten Kanzlerkandidaten. Von den Bewerbern um den CDU-Vorsitz kam Friedrich Merz mit 27 Prozent weit hinter Söder auf den zweiten Rang. Für Norbert Röttgen votierten 19 Prozent, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet kommt gerade einmal auf 11 Prozent.

Nur 34 Prozent der Befragten sprachen sich laut «BR-BayernTrend» aber dafür aus, dass Söder auch Kanzlerkandidat werden solle. Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) wünscht sich, dass der Franke bayerischer Ministerpräsident bleibt. Mit Söders Arbeit als Regierungschef sind sogar 87 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden. Nur 12 Prozent gaben an, weniger oder gar nicht zufrieden zu sein. Damit kann Söder seine seit Monaten hohen Beliebtheitswerte in Bayern weiter festigen.

Auch Söders Partei kommt in der Umfrage gut davon: 49 Prozent der Befragten gaben in der Sonntagsfrage an, die CSU wählen zu wollen, dies ist ein Prozentpunkt mehr als im «BayernTrend» im vergangenen Mai. Damit dürfen die Christsozialen weiter von der Rückeroberung der 2018 verlorenen absoluten Mehrheit träumen. Für den Koalitionspartner Freie Wähler setzt sich dagegen der Abwärtstrend weiter fort. Die Partei von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kommt nur noch auf 5 Prozent und müsste damit gar um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Zum Vergleich: Bei der Wahl 2018 hatte die CSU 37,2 Prozent der Stimmen erhalten, die Freien Wähler landeten bei 11,6 Prozent.

Nach der CSU kommen die Grünen in der Umfrage auf 20 Prozent auf den zweiten Rang, gefolgt von SPD und AfD mit jeweils 7 Prozent. Die FDP verweilt weiter auf 3 Prozent und würde damit wie die gleichauf liegende Linke nicht den Einzug in den Landtag schaffen. Die Grünen hatten bei der Wahl 2018 17,6 Prozent der Stimmen auf sich vereint, die SPD 9,7 Prozent, die AfD 10,2 Prozent und die FDP 5,1 Prozent.

Mit dem Corona-Krisenmanagement der Schulen in Bayern ist der Umfrage zufolge aber nur etwas mehr als die Hälfte der Menschen zufrieden. Nur 53 Prozent der Befragten mit schulpflichtigen Kindern im Haushalt gaben in der Erhebung an, sie seien damit zufrieden oder sehr zufrieden. 44 Prozent äußerten sich weniger oder gar nicht zufrieden. Von allen Befragten äußerten sich ebenfalls nur 57 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Auffällig ist dabei der Unterschied zu den insgesamt hohen Zustimmungswerten mit der Staatsregierung: Mit dem Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung sind nach wie vor 87 Prozent zufrieden oder sogar sehr zufrieden.

Die Staatsregierung hat dabei großen Rückhalt über alle Parteigrenzen hinweg. Sogar die Hälfte der AfD-Anhänger gab an, sie sei mit dem Corona-Krisenmanagement zufrieden oder sehr zufrieden. Bei Anhängern der anderen Parteien lagen die Zufriedenheitswerte zwischen 90 Prozent (Freie-Wähler-Anhänger), 91 Prozent (Grünen-Anhänger), 95 Prozent (CSU-Anhänger) und sogar 100 Prozent bei den SPD-Anhängern.

Die Schulen in Bayern haben zwar seit Ende April schrittweise für alle Schüler wieder geöffnet, für einen großen Teil der Kinder aber erst seit dem Ende der Pfingstferien. Während inzwischen die Beschränkungen für Restaurantbesuche und private Feiern immer weiter gelockert wurden, findet der Schulunterricht nach wie vor lediglich zeitversetzt und im Wechsel und nur in kleineren Gruppen statt.

Der BR-Umfrage zufolge gibt es deshalb weithin Sorgen, dass Kinder und Jugendliche wegen eingeschränkter Betreuungs- und Schulangebote in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden. 71 Prozent der Befragten mit schulpflichtigen Kindern im Haushalt sagten auf die entsprechende Frage, ihre Sorgen seien groß oder sehr groß. 29 Prozent sagten dagegen, sie hätten weniger große oder nur kleine derartigen Sorgen.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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