Lockdown noch bis Ende März?
Endlich! Bayern öffnet Bau- und Gartenmärkte

In Garten- und Baumärkte zieht endlich wieder Leben ein.
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NÜRNBERG/MÜNCHEN (dpa/lby) – Ungeachtet einer Seitwärtsbewegung bei den Corona-Infektionen lockert Bayern die Schutzmaßnahmen. Seit diesem Montag (01.03.2021) können Kundinnen und Kunden ganz regulär wieder in Baumärkten und Gartencentern einkaufen, sich beim Friseur die Haare und im Nagelstudio die Fingernägel schneiden lassen!

Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU) hatte zuvor vor einer schnellen Öffnung von Geschäften gewarnt, vor allem wegen der zunehmend grassierenden, ansteckenderen Virus-Mutationen. In Nürnberg hatten etwa die Schulen nur einen Tag nach Öffnung wieder schließen müssen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner auf über 100 gesprungen war und eine Linderung nicht in Sicht ist.
Der Ministerpräsident hatte aber auch erklärt, es müsse dort deutliche Erleichterungen geben, wo die Inzidenz stabil unter 35 bleibt.

Entscheidungen verteidigt

Bayerns Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Parteichef Hubert Aiwanger verlangte sogar, Ostern müsse die Öffnung von Hotels möglich sein, sofern die Gäste einen negativen Corona-Test vorlegen könnten. „Hier muss Richtung Ostern eine Perspektive kommen“, sagte Aiwanger. Trotz aller Schwierigkeiten in der Pandemie sehe er positive Signale.
Bayerns Staatskanzlei-Chef und Corona-Koordinator Florian Herrmann (CSU) verteidigte die Öffnung der Baumärkte, die an Hygienekonzepte gebunden ist und nur eine bestimmte Zahl von Kunden pro Quadratmeter Verkaufsfläche vorsieht als „lebensnahe Entscheidung“. Wenn die Gartenabteilungen geöffnet werden dürften, der Rest der Baumärkte aber nicht, werfe das Fragen auf.

Iststand und Pläne

• Neben Bau- und Gartenmärkten, Gärtnereien, Baumschulen sowie Angeboten körpernaher Dienstleistungen wie Friseur, Kosmetik und Maniküre wird in Bayern auch der Einzelunterricht an Musikschulen wieder möglich.
Dies gelte allerdings nur dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 liege. Der Freistaat übernimmt auch im März die Kindergartengebühren für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken wollen, beschloss das Kabinett zudem.

• Am 23. März will der Freistaat mit einem Trauerakt der 12.000 Corona-Toten im Freistaat gedenken. „Wir wollen gemeinsam innehalten, den Menschen, die hinter den täglich veröffentlichten Zahlen stehen, ein Gesicht geben und unserem Mitgefühl Ausdruck verleihen“, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).

• Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kündigte an, Bayern wolle seine Impfkapazität gegen das Coronavirus bis April mehr als verdoppeln. In den 100 Impfzentren könnten derzeit bis zu 46.000 Menschen pro Tag gegen das Virus geimpft werden. Die Kapazität solle auf 111.000 pro Tag erhöht werden, sagte Holetschek. Hinzu kämen Impfmöglichkeiten in Arztpraxen und Krankenhäusern. Die zentrale Frage, so ein Ministeriumssprecher, werde sein, ob verlässlich ausreichende Mengen Impfstoff in Bayern ankommen. „Langfristige Zahlen bis zum Herbst liegen uns derzeit nicht vor. Bis April werden rund 1,8 Millionen Impfdosen für Bayern erwartet.“ Bisher geliefert seien knapp 1,3 Millionen Dosen, von denen ein beträchtlicher Teil noch nicht verwendet wurde.
Bisher ist die EU inklusive Bayern bei den Impfungen nach wie vor sehr viel langsamer als Großbritannien: Im Vereinigten Königreich waren demnach zum Stichtag 24. Februar bereits 28,5 Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht – in der EU erst 6,7.

• Schon vor dem Corona-Gipfel (geplant am diesem Mittwoch, 3. März) sollen sich Bund und Länder einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ zufolge einig gewesen sein, dass der Lockdown bis Ende März verlängert werden soll!
Dabei sollen die geltenden Maßnahmen verlängert werden. Ein genaues Datum wird nicht genannt. Schrittweise Lockerungen sollen aber ab einer Inzidenz von unter 70 erfolgen können. Ebenso sei eine Erweiterung von „Click&Collect“ zu „Click&Meet“ im Gespräch.

Ministerpräsidenten warnen vor "Öffnungsrausch"

Die Ministerpräsidenten von Bayern und Sachsen warnen vor übereilten Öffnungsschritten. Es dürfe keinen „Öffnungsrausch“ geben und keinen „Blindflug in die dritte Welle hinein“, die Politik dürfe nicht die Nerven verlieren, so Markus Söder bei der Online-Pressekonferenz mit seinem sächsischen Kollegen Michael Kretschmer. Beide verweisen auf die sich ausbreitende Virusmutation. Es könne jetzt nur um kleine Schritte gehen - und um eine Teststrategie, die Klarheit schaffe. „Aus dem System der pauschalen Kontaktvermeidung müssen wir kommen in ein System der sicheren Kontakte“, sagt Kretschmer. Das gehe nur mit einem Schnelltestkonzept. Beide fordern aus Berlin und Brüssel Sonderhilfen für Corona-Hotspots. „Wir wünschen vom Bund und von der EU zusätzliche Impfstofflieferungen“, so Söder. Dies sei wichtig, damit perspektivisch durch sinkende Inzidenzen Öffnungen vertretbar würden. Bayern werde seine Hotspots „bewusst stärken“ und mehr Impfstoff in die Landkreise der Grenzregionen geben.

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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