Reichert rettet den Club
Der Club zittert sich in Köln in Runde zwei
- Jan Reichert ist der Matchwinner für den 1. FC Nürnberg.
- Foto: Fabian Strauch/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
KÖLN (dpa/lby/ak) – Für einen Moment wirkte es, als würde Jan Reichert den gesamten Druck der vergangenen Pokalpleiten einfach abschütteln. Mit ausgebreiteten Armen lief der Nürnberger Kapitän nach seinem entscheidenden Eingreifen im Elfmeterschießen in Richtung Fankurve, gefeiert von Mitspielern, die genau wussten, wem sie den mühsamen Auftakt im DFB-Pokal verdankten.
Der 1. FC Nürnberg entging beim Drittligisten Viktoria Köln nur knapp einer Wiederholung des Vorjahresfiaskos. Damals war der Club beim Regionalligisten Illertissen im Elfmeterschießen ausgeschieden. Diesmal reichte ein 5:4 vom Punkt, und wieder war Reichert der Garant für das Weiterkommen. „Das ist sehr viel Intuition und Instinkt“, sagte der 25-Jährige, der zwei Kölner Versuche parierte und damit die Nerven seiner Mannschaft rettete.
- Piet Scobel (M) brachte die Franken in Führung.
- Foto: Fabian Strauch/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Zuvor hatte Piet Scobel die Franken nach einer langen Phase ohne Durchschlagskraft in der 57. Minute in Führung gebracht. Der Stürmer sprach später offen über die Belastung solcher Momente: „Für mich persönlich muss das mit dem Elfmeterschießen nie sein. Ich bin einfach froh, dass wir eine Runde weiter sind.“ Doch Köln blieb hartnäckig und belohnte sich spät. In der sechsten Minute der Nachspielzeit köpfte Meiko Sponsel eine Freistoßflanke von Pascal Fallmann zum 1:1 über die Linie – ein Treffer, der Miroslav Klose sichtlich ärgerte.
- Nürnbergs Trainer Miroslav Klose war nach dem 1:1 bedient.
- Foto: Fabian Strauch/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Der Nürnberger Trainer bemängelte den schleppenden Beginn seiner Mannschaft. „Wir haben nicht gut in unser Spiel gefunden und nicht die richtigen Räume gefunden“, sagte er. Der Ausgleich sei in der Gesamtbetrachtung verdient gewesen. Im Elfmeterschießen aber wiederholte sich ein Muster: Wie schon im Frankenderby gegen Fürth blieb Reichert hellwach. Während Masouras und Fernandez für den Club vergaben, scheiterten auf Kölner Seite Fallmann und Jahn am Kapitän, Swider setzte seinen Versuch über das Tor.
„Man muss sagen, dass wir der glückliche Sieger sind“, meinte Reichert später, umarmt von seinen Mitspielern. Glück, das dem Club nun mehr als 400.000 Euro zusätzlich einbringt und den Weg in die zweite Runde ebnet. Ende Oktober geht es weiter im Pokal – bis dahin wollen die Nürnberger ihre starke Ausgangslage in der Liga mit sechs Punkten aus zwei Spielen festigen. Glück hin oder her.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.