Bedrohungslagen
Erstes Landesamt für Bevölkerungsschutz entsteht in Bayern

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schafft ein neues Landesamt für Bevölkerungsschutz - das ausdrücklich auch Antworten für den Zivilschutz im Falle eines Krieges haben soll (Archivbild). | Foto: Malin Wunderlich/dpa
  • Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schafft ein neues Landesamt für Bevölkerungsschutz - das ausdrücklich auch Antworten für den Zivilschutz im Falle eines Krieges haben soll (Archivbild).
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  • Die neue Behörde soll den Freistaat gegen Natur- und Technikkatastrophen wappnen - ausdrücklich aber auch auf die Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung vorbereiten

München (dpa/lby) - Unwetter, technische Katastrophen und kriegerische Auseinandersetzungen: Der Freistaat Bayern bereitet sich mit der Schaffung eines neuen Landesamtes für Bevölkerungsschutzes auf zunehmende Bedrohungen vor. Die neue Behörde im Innenministerium soll mit 86 Bediensteten am 15. April starten, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts in München an.

Etablierte Strukturen als Grundlage

«Wir sehen diese Herausforderungen, wir stellen uns ihnen», sagte Herrmann. Die bisherige Abteilung im Ministerium für Feuerwehr,
Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz werde umorganisiert und stärker mit landesweiten Führungsaufgaben betraut. Das Landesamt werde auf etablierte Strukturen im Ministerium aufgesetzt, um aufwendige Parallelstrukturen zu vermeiden.

Zu koordinieren seien im Zweifelsfall bis zu 450.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Technischem Hilfswerk.

Neue Sicherheits- und Bedrohungslage

Eine Abteilung soll dann explizit für die Zivilverteidigung im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zuständig sein. Aufgabe des Landesamtes werde es auch sein, die Bevölkerung auf Möglichkeiten hinzuweisen, wie etwa Nahrungs- und Energievorräte in den Haushalten angelegt werden könnten. Es gebe eine grundlegend veränderte geopolitische Sicherheits- und Bedrohungslage, hieß es von der Staatsregierung.

Herrmann will bereits im Juni eine bayernweite Konferenz zum Bevölkerungsschutz abhalten, zu der alle Oberbürgermeister und Landräte eingeladen werden sollen. Damit soll der Bevölkerungsschutz auch auf kommunaler Ebene gestärkt werden. «Der Bevölkerungsschutz muss aufgrund der aktuellen Lage umfassend verstanden werden», sagte der Innenminister.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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