Hilfsbereitschaft für Ukraine
Handschuhe, Windeln & Matratzen: Spenden aus der Region

Die Hilfsbereitschaft für die Menschen aus der Ukraine ist groß - beispielsweise bei der Demo am Rosenmontag in Köln oder bei organisierten Hilfsaktionen.
  • Die Hilfsbereitschaft für die Menschen aus der Ukraine ist groß - beispielsweise bei der Demo am Rosenmontag in Köln oder bei organisierten Hilfsaktionen.
  • Foto: Oliver Berg/dpa
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

BAMBERG/MÜNCHEN (dpa/lby) - Ob in Kindergärten oder Kirchengemeinden: Die schrecklichen Bilder von Familien in Luftschutzkellern und zerstörten Häusern in der Ukraine haben in Bayern eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Neben den großen Organisationen wie Bayerisches Rotes Kreuz, Caritas und Diakonie haben sich vielerorts kleine Initiativen gebildet, die den Menschen in dem Kriegsgebiet helfen wollen. Landratsämter zwischen Aschaffenburg und Garmisch-Partenkirchen suchen Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen oder Menschen, die beim Übersetzen helfen können.

Die Bamberger ukrainische griechisch-katholische Pfarrei St. Nikolaus sammelt Sachspenden, unter anderem mit Freiwilligen in Kitas. «Priorität haben Medikamente», sagte Pfarrer Andrii Khymchuk am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er selbst sitze derzeit in der Westukraine fest und könne wegen des großen Flüchtlingsandrangs an der Grenze zu Polen nicht ausreisen. «Ich mache meine Arbeit nun von hier aus.»

Ob Pflaster, Windeln, Kleidung oder Batterien - alles was in und um Bamberg gesammelt werde, soll über München per Lastwagen Richtung Ukraine transportiert werden. Aufrufe zu Spendenaktionen gibt es lokal etwa in Kindergärten, bei Vereinen oder in Firmen, die die Geldspenden ihrer Mitarbeiter verdoppeln.

Die Initiative Frankenkonvoi aus Fürth startete nach eigenen Angaben am Montag mit drei Transportern in die polnische Stadt Radymno an der Grenze zur Ukraine. «Diese haben Ausrüstung für eine Feldküche dabei», sagte Geschäftsführer Tom Geisbuesch. Außerdem reisten zwei Ärzte mit. Geflüchtete könnten dadurch medizinische Hilfe bekommen und mit Suppe und Tee versorgt werden. Das Team werde vor Ort klären, wo und wie es genau helfen könne.

Freiwillige um den Dekan der ukrainischen griechisch-katholischen Pfarrei in München, Wolodymyr Viitovitch, koordinieren Auto- und Lastwagentransporte mit Sachspenden aller Art. Noch am Dienstag sollte der nächste Lkw starten, erzählte Helferin Oksana Marpsisnovska der dpa. Die Hilfsbereitschaft sei enorm, vieles wie Frauenkleidung schon ausreichend vorhanden. «Wir brauchen Thermowäsche für Männer, Mützen, Handschuhe.» Auch Kinderschlafsäcke und aufblasbare Matratzen seien rar. «Essen haben wir derzeit genug.»

Rund 330 000 Menschen mit ukrainischen Wurzeln leben in Deutschland. München ist seit Jahrzehnten das Zentrum der ukrainischen Gemeinschaft in Deutschland.

Die Diakonie Bayern hat 500 000 Euro bereitgestellt, um den Betroffenen im Kriegsgebiet zu helfen. Zudem bereite sich die Organisation derzeit auf die Unterbringung von Geflohenen vor. «Unsere Strukturen von 2015 werden reaktiviert», erklärte Pressesprecher Daniel Wagner in Nürnberg. 2015 und 2016 waren mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, viele von ihnen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Auch bei der Caritas in München und Oberbayern steht das Thema Flüchtlingsaufnahme derzeit im Mittelpunkt. «Die leeren Zimmer in den 20 Gemeinschafts- und dezentralen Unterkünften in München sind vorbereitet», sagte Sprecherin Bettina Bäumlisberger. «Derzeit bittet die Caritas, von Sachspenden abzusehen.» Sinnvoller seien momentan Geldspenden.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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