Auszeichnung des Literaturhaus Nürnberg e.V.
Ulrike Draesner erhält den Gisela-Elsner-Literaturpreis 2025
- Ulrike Draesner gehört zu den vielseitigsten deutschen Gegenwartsautorinnen.
- Foto: © Dominik Butzmann
- hochgeladen von Arthur Kreklau
NÜRNBERG - Die aus München stammende, in Leipzig und Berlin lebende Autorin Ulrike Draesner wird dieses Jahr mit dem Gisela-Elsner-Literaturpreis ausgezeichnet. Er wird vom Literaturhaus-Nürnberg e.V. verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Draesners enorm vielseitiges Werk umfasst Romane und Erzählungen ebenso wie Lyrik, Essays, poetologische Texte und Übersetzungen.
„Indem sie in ihren Texten den Weg eines hochindividualisierten und gesellschaftskritischen Feminismus beschreitet, der sich nicht scheut, brisante Themen wie Transsexualität und Nonbinarismus aufzugreifen (in "Mitgift", bereits 2002) und auch die Problematik des Alterns nicht ignoriert ("Happy Aging. Ulrike Draesner erzählt ihre Wechseljahre"), steht Ulrike Draesner zweifellos in der Tradition einer Gisela Elsner“, heißt es in der Jury-Begründung. "Draesners vielfältiges Werk, das neben Lyrik und Prosa auch Essayistik und Übersetzung umfasst, kann als Ausweis einer Literatur gelten, die engagiert und sprachkünstlerisch ambitioniert zugleich ist, experimentell und formbewusst“, so die Jury weiter.
Ulrike Draesner gehört zu den vielseitigsten deutschen Gegenwartsautorinnen. Zuletzt hat sie mit zu lieben ihre Adoption eines Kindes beschrieben, zuvor mit dem Roman "Die Verwandelten" die engen Beziehungen zwischen den Nachfahren der Menschen, die auf unterschiedliche Weise unter dem Nazi-Regime litten. Der Roman war auch für den Preis der Leipziger Buchmesse 2023 nominiert. „Die Pointiertheit ihrer Zuspitzungen ist dabei ebenso bemerkenswert wie deren Wagnisse, etwa in dem Poem Doggerland, das nichts weniger sein will als das Epos einer alternativen Kulturtheorie weiblicher Provenienz“, erklärt die Jury.
Auch in der lyrischen Kurzform „sind die Gestaltungen sprachsinnlicher Erkenntnisse Draesners bemerkenswert (Gedächtnisschleifen, für die nacht geheuerte zeilen), offenbaren sie doch eine fundamentale wechselseitige Durchdringung von Körper und Sprache; ein Verhältnis, das nicht zuletzt auch für Gisela Elsners Schreiben von einiger Relevanz gewesen ist“, so die Elsner-Preis-Begründung weiter.
Der Gisela-Elsner-Literaturpreis wird seit 2021 alles zwei Jahre vom Literaturhaus-Nürnberg e.V. verliehen. Bisherige PreisträgerInnen sind Natascha Wodin und Nino Haratischwili.Die Preisverleihung mit Lesung und Gespräch findet am 3. Juni 2025 um 19 Uhr im Literaturhaus Nürnberg statt. Am 4. Juni 2025 gibt es um 19 Uhr im Literaturhaus einen Abend über Gisela Elsner mit der Vorsitzenden der Internationalen Gisela Elsner Gesellschaft, Christine Künzel, und der Literaturwissenschaftlerin Tanja Röckemann, die aus ihrem Buch über Gisela Elsner, den Kommunismus und 1968 „Die Welt, betrachtet ohne Augenlieder“ lesen wird. Am 6. Juni 2025 um 19.30 Uhr hat am Staatstheater das Stück „Heilig Blut“ nach einem Roman von Gisela Elsner Premiere.
Informationen und Karten auf der WEBSITE des Literaturhauses.© Dominik Butzmann© Dominik Butzmann
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